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Dicker Hund – so vermeiden Sie Übergewicht bei Ihrem Hund

 

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Futter Ratgeber – Hunde

Hundefuttervergleich

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Die Ernährung hat auf die Gesundheit des Hundes einen großen Einfluss. Die häufigste ernährungsbedingte Störung bei Hunden ist die Adipositas, zu Deutsch Fettleibigkeit. Fast die Hälfte der Haustiere in Europa und Nordamerika sind übergewichtig. Tierärzte sprechen von beginnender Adipositas, wenn ein Hund mindestens zehn Prozent mehr wiegt, als seinem Normalgewicht entspricht. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es wichtig, Übergewicht beim Hund rechtzeitig entgegenzusteuern.

Übergewicht tritt auf, wenn der Hund mit dem Hundefutter mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht. Die überschüssige Energie wird in Fettzellen (sog. Adipozyten) gespeichert. Wie viele von diesen Fettzellen ein Hund hat, entscheidet sich in der Wachstumsphase: Je mehr Kalorien ein junger Hund über das notwendige Maß hinaus erhält, desto mehr Adipozyten werden als „Energiespeicher“ gebildet. Ein Hundewelpe darf aber auch nicht zu wenig Energie aufnehmen, da es sonst nicht richtig wächst. Deshalb ist die richtige Ernährung bei jungen Hunden besonders wichtig, um eine gute Entwicklung zu garantieren und gleichzeitig Übergewicht vorzubeugen.

 

Gesundes Gewicht von Anfang an

Ein Hund mit vielen Fettzellen neigt eher zu Übergewicht, denn die Anzahl der Adipozyten geht nicht mehr zurück – lediglich die Zellgröße verändert sich, wenn der Hund abnimmt. Neue Fettzellen können dagegen jederzeit entstehen, allerdings spielt das bei übergewichtigen Hunden eher eine untergeordnete Rolle. Ein dicker Hund hat meist nicht mehr Fettzellen als normalgewichtige Tiere. Allerdings enthalten die einzelnen Adipozyten mehr Fett als bei schlanken Hunden.

Hunde

Fast die Hälfte der Haustiere in Europa und Nordamerika sind übergewichtig. Hier zwei hungrige Hunde. Foto: vetproduction


Um Übergewicht zu vermeiden, ist vor allem eine angemessene Energiezufuhr wichtig, die der Lebensphase Ihres Hundes entspricht. Je nach Rasse und Aktivität braucht ein erwachsener Hund täglich zwischen 36 und 84 kcal pro Kilogramm Körpergewicht, um sein Gewicht zu halten. Zwergrassen und kleine Hunde benötigen mehr Energie pro Kilogramm Körpergewicht als größere Hunde. So benötigt zum Beispiel ein Zwergpudel, der durchschnittlich rund 5 Kilogramm wiegt, etwa 335 bis 420 kcal pro Tag (67 bis 84 kcal x 5). Ein deutscher Schäferhund, der im Durchschnitt etwa 33 Kilogramm wiegt, benötigt ungefähr 1.353 bis 1.749 kcal (41 bis 53 kcal x 33).

Erhält der Hund dauerhaft zu viel Energie, wird er zunehmen und Übergewicht entwickeln. Ein dicker Hund nimmt nur ab, wenn er mehr Energie verbraucht als er aufnimmt. Soll er also abnehmen, muss er über diese Zeit weniger Futter oder Futter mit weniger Energie erhalten und zum Beispiel durch erhöhte Aktivität mehr Kalorien verbrauchen. Danach hält er sein Gewicht in der Regel, wenn das Futter nur die tatsächlich benötigten Kalorien enthält, sofern keine Erkrankung (z.B. eine Schilddrüsen-Unterfunktion) die Ursache des Übergewichts war.

 

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Tipps zur Fütterung

Es ist wichtig, Übergewicht frühzeitig zu vermeiden, denn ein dicker Hund hat eine geringere Lebenserwartung und oft auch eine geringere Lebensqualität. Er ist krank, leidet unter vielen Folgen der Fettleibigkeit und kann leicht weitere Folgeerkrankungen entwickeln, wie beispielsweise Diabetes, Erkrankungen der Gelenke, Probleme bei der Bewegung und Atmung. Außerdem ist er anfällig für Inkontinenz und Hauterkrankungen und das Immunsystem ist gestört.

Einige Fütterungstipps können Ihnen bei der richtigen Ernährung Ihres Hundes helfen:

  • Füttern Sie Ihren Hund nicht mit Tischabfällen und geben Sie ihm möglichst keine zusätzlichen Leckerlis. Es ist nichts dagegen einzuwenden, bei einem Hund im Training mit Belohnungen zu arbeiten – diese müssen aber von seiner normalen Ration abgerechnet werden, damit er nicht mehr Energie aufnimmt, als er benötigt. Im einfachsten Fall nimmt man sein Futter als Belohnung und zieht dieses von den täglichen Mahlzeiten ab. Einigen Hunden reichen aber auch Lob und Zuwendung aus. Weiterhin kann man auf kalorienarme Belohnung wie Karottenschnitzen zurückgreifen.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht in die Küche, wenn Sie Ihr eigenes Essen zubereiten.
  • Wenn Ihr Hund zu Übergewicht neigt, können Sie sein Futter bereits morgens abwiegen. Dann fällt es leichter, den Überblick über die verfütterten Mengen zu behalten. Lassen sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welches Futter sich eignet, damit ihr Hund nicht fettleibig wird oder abnimmt – auch die momentan entsprechende Menge kann er Ihnen je nach Futtermittel genau ermitteln und dem momentanen Bedarf Ihres Hundes anpassen.
  • Wenn Sie mehrere Hunde halten, ist es oft sinnvoll, sie getrennt zu füttern. So entsteht kein Futterneid und jedes Tier erhält nur die Portion Hundefutter, die für es gedacht ist. Generell sollte jeder Hund seinen eigenen Futternapf haben.

 

Bewegung ist wichtig

Wenn Ihr Hund abnehmen soll, ist es wichtig, dass er sich ausreichend bewegt. Das fängt bei täglichen Spaziergängen an. Nehmen Sie sich die Zeit, regelmäßig mit Ihrem Hund spazieren zu gehen und lassen Sie ihn nicht nur kurz hinaus, um sein „Geschäft“ zu verrichten. Dies ist bereits ein guter erster Schritt zu einem bewegteren Hundeleben.

Jetzt folgen:

Nach und nach können Sie die Anforderungen bei den Spaziergängen steigern. Sie können zum Beispiel Strecken wählen, auf denen der Hund auf unterschiedlichen Untergründen laufen muss, etwa auf Sand, Laub oder im seichten Wasser. Das macht das Laufen anstrengender und Ihr Hund verbraucht mehr Energie. Natürliche Hindernisse auf der Strecke sind eine willkommene Einladung zu noch mehr Bewegung. Wenn sich Ihr Hund einmal an sein neues Trainingsprogramm gewöhnt hat, wird er mit Freude über umgefallene Baumstämme oder Bachläufe springen.

Vielleicht hat Ihr Hund auch Spaß am Apportieren? Probieren Sie es einfach einmal aus und nehmen Sie ein Spielzeug zum Werfen mit auf den nächsten Spaziergang. Für Hunde, die durch ihr Übergewicht bereits gesundheitliche Probleme wie Arthrose oder Rückenbeschwerden haben, eignet sich auch Schwimmen sehr gut.

Auch in Ihre eigenen sportlichen Aktivitäten können Sie Ihren Hund einbeziehen. Sie können zum Beispiel versuchen, Ihren Hund mitzunehmen, wenn Sie Joggen oder Radfahren. Wichtig ist, dass Sie und Ihr Hund Spaß dabei haben. Nur so lässt sich ein Trainingsprogramm dauerhaft durchhalten. So können Sie nicht nur etwas für Ihre eigene Gesundheit tun, sondern auch Ihrem Hund ein leichteres Leben ermöglichen.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med.vet. Michael Koch
Datum: März 2012
Quellen:
Kamphues, J. et al.: Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. M. & H. Schaper, Hannover 2009

Kleintierpraxis Markdorf: www.kleintierpraxis-markdorf.de (Abruf: 03/2012)
Meyer, H., Zentek, J.: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Enke, Stuttgart 2010
Yin, S.A., Nolte, I.: Praxisleitfaden Hund und Katze. Schlütersche, Hannover 2007 

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