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Chronisch obstruktive Bronchitis (COB) beim Pferd

 

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Pferd auf der Wiese

Pferde mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis husten häufiger und sind weniger leistungsfähig. Hier ein gesundes Pferd. Foto: vetproduction

Was ist eine chronisch obstruktive Bronchitis (COB) beim Pferd?

Pferde mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) leiden an einer länger andauernden Erkrankung der Atemwege. Die Pferde husten häufiger, sind weniger leistungsfähig und haben Probleme beim Atmen, vor allem beim Ausatmen. Oft ist die Lunge verschleimt. Eine COB beim Pferd ist ein Überbegriff, der mehrere Krankheiten zusammenfasst. Es leiden viele Pferde unter einer Erkrankung der Atemwege – halten die Probleme länger an, so kann der Tierarzt andere Erkrankungen ausschließen und so die Diagnose der chronisch obstruktiven Bronchitis stellen. Von einer chronisch obstruktiven Bronchitis sprechen die Tierärzte erst, wenn die Erkrankung einige Wochen andauert.

Die chronisch obstruktive Bronchitis (COB) beim Pferd wird meist durch Staube und Gase ausgelöst, wie sie in der heutigen Pferdestall-Haltung häufig anfallen. Das Pferd reagiert übermäßig auf diese Fremdstoffe. Auch Schimmelpilz-Sporen können eine chronisch obstruktive Bronchitis auslösen. Tierärzte nehmen an, dass Infektionen mit Viren eine COB beim Pferd begünstigen, beispielsweise ein Pferdehusten-Komplex.

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Experten haben nachgewiesen, dass es eine genetische Empfänglichkeit für eine COB gibt, das heißt, die Neigung eines Pferdes, eher an einer chronischen Bronchitis zu erkranken, ist vererbbar. Meist erkranken die Pferde in den Wintermonaten, wenn der Besitzer sie aufstallt. Die chronisch obstruktive Bronchitis des Pferdes erfolgreich zu therapieren, ist nur durch ein umfangreiches angepasstes Fütterungs- und Stallmanagement möglich.

Ursachen:

Was sind die Ursachen einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) beim Pferd?

Eine chronisch obstruktive Bronchitis (COB) beim Pferd wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Eine Viruserkrankung, beispielsweise der Pferdehusten-Komplex, kann die Entstehung einer COB beim Pferd begünstigen. Die von Viren geschädigten Schleimhäute schwellen an. Das Pferd produziert mehr zähen Schleim, den es schlecht aushusten kann. Pferde mit einer COB reagieren sehr empfindlich, wenn sie Staubpartikel und Gase in der Luft einatmen. Diese Partikel setzen sich in den kleinsten luftaustauschenden Lungenbläschen (Alveolen) ab. Ein gesundes Pferd ist in der Lage, diese Partikel durch die Lungenhärchen (Flimmerepithel) aus der Lunge zu transportieren und auszuhusten. Pferde, die leichter an einer COB erkranken, bereiten diese Partikel Probleme. Die Lungenhärchen transportieren den Schleim und die Partikel nicht ausreichend ab, das Sekret der Lunge ist zu schleimig. Zudem schwellen die Schleimhäute der Bronchien an. Pferde, die leicht an einer COB erkranken, neigen dazu, dass sich ihre Luftwege schnell und zu stark verengen (Bronchospasmus). Dieser Zustand kann längere Zeit vorliegen, mit der Folge, dass die Bronchien dauerhaft verengt sind.

Pferde mit chronisch obstruktiver Bronchitis müssen stärker atmen, um die notwendige Luft in und aus der Lunge zu transportieren. Vor allem das Ausatmen fällt den Tieren schwer; die Pferde müssen den Bauch stärker anspannen. In einigen Fällen erkennt man an der deutlich stärker entwickelten Atemmuskulatur, dass das Pferd an einer COB leidet. Die Sehnen am Bauch zeichnen sich dann deutlich ab, den meisten Reitern ist diese Phänomen unter dem Begriff „Dampfrinne“ bekannt.

Entwickelt sich die chronisch obstruktive Bronchitis weiter, fällt es dem Pferd immer schwerer auszuatmen – es arbeitet gegen den steigenden Druck, der sich immer weiter verengenden Luftwege an. Der Zustand kann sich weiter zuspitzen, da es dem Pferd irgendwann nicht mehr möglich ist, die eingeatmete Luft komplett wieder auszuatmen. Bei jedem Atemzug nimmt es Luft in die Lungenbläschen (Alveolaren) auf. Atmet das Pferd aus, verschließen sich teilweise diese Lungenbläschen und es bleibt Luft in der Lunge übrig (air trapping). Die Alveolaren blähen sich auf und die dünnen Wände der Lungenbläschen können hierdurch reißen. Es kann sich schlimmstenfalls ein Lungenemphysem (Lungenüberblähung) ausbilden.

Es ist bislang nicht vollständig geklärt, wie genau die chronisch obstruktive Bronchitis beim Pferd entsteht. Nur die auslösenden Faktoren (Staub, Schimmel, Viren, Heustaub, schlechte Stallluft mit zu viel Ammoniak, vorangegangene Infektion) sind bekannt. Eine allergische Komponente bei der Entstehung der COB beim Pferd wird vermutet.

Symptome:

Wie äußert sich eine chronisch obstruktive Bronchitis (COB) beim Pferd?

Die Symptome einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) beim Pferd können sehr unterschiedlich sein. Typischerweise husten die Pferde. Häufig tritt der Husten anfangs nur selten und vor allem zum Beginn der Belastung auf. Manchmal hat das Pferd zusätzlich Nasenausfluss. Der Schleim kann durchsichtig oder auch gelblich und zähflüssig sein. Häufig atmen die Pferde schneller, vor allem nach oder bei Belastung, aber auch in Ruhe. Die Pferde ermüden schnell und sind nicht mehr leistungsfähig.

Bei ausgeprägter COB atmet das Pferd verstärkt mit dem Bauch, vor allem bei der Ausatmung. Die Muskulatur am Bauch bildet sich stärker aus, wodurch die Sehnen am Bauch eingefallen wirken. Dem Besitzer ist diese Phänomen meist als „Dampfrinne“ bekannt. Besteht die Bronchitis länger, magern die Pferde oft ab. Die Symptome nehmen stark zu, wenn das Pferd vermehrt Staub ausgesetzt ist, wie beispielsweise durch Heu und Stroh oder wenn die Stallgasse gekehrt wird. Eine obstruktive Bronchitis beim Pferd ist eine chronische Erkrankung, unter der die Tiere wochen- bis monatelang leiden.

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