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Schokoladenvergiftung bei Hunden und Katzen

Publiziert: Donnerstag, 28. Juli 2011

Ist Schokolade wirklich giftig für Tiere?

Schokolade und Hund

Ist Schokolade wirklich giftig für Hunde? Foto: vetproduction

Diese Frage haben sich schon viele Tierhalter gestellt, die ihren Hund oder ihre Katze beim unerlaubten Verspeisen des Schokokuchens auf dem Küchentisch erwischt haben. Oder die ihre Oma dabei erwischt haben, wie sie ihrem Tier zur „Belohnung“ heimlich ein Stück Schokolade ins Maul steckte. Tatsächlich kann Schokolade – so scheinbar harmlos und lecker sie auch daher kommt – gefährlich bis lebensbedrohlich für Tiere sein. Schuld sind diesmal nicht die Kalorien, sondern das Theobromin, das in der Schokolade steckt und Vergiftungen bei Hunden und Katzen hervorrufen kann.

Was genau ist eine Theobrominvergiftung?

Theobromin ist ein sogenanntes Purinalkaloid. Es ist in der Kakaobohne enthalten, die zur Herstellung von Schokolade verwendet wird. Bitterschokolade und Zartbitter-Schokolade enthalten am meisten Kakao beziehungsweise Theobromin und sind damit am giftigsten für Hunde und Katzen. Aber auch Milchschokolade kann mit etwa 2,3 Milligramm Theobromin pro Gramm Schokolade für Tiere gefährlich sein. Weiße Schokolade hingegen enthält keinen Kakao und somit auch kein Theobromin.

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Da Hunde meist gefräßiger sind als Katzen, sind sie häufiger von einer Schokoladenvergiftung betroffen. Hat das Tier Schokolade gefressen, wird das Theobromin im Darm vollständig ins Blut aufgenommen. Von dort gelangt es in die Leber und setzt verschiedene Stoffwechselprozesse in Gang. So hemmt die Substanz in der Schokolade sogenannte Adenosinrezeptoren und die Phosphodiesterase (PDE-Hemmer) und führt dazu, dass die als Stresshormone bekannten Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin vermehrt ausgeschüttet werden.

Welche Symptome treten bei einer Schokoladenvergiftung auf?

Die Symptome einer Schokoladenvergiftung bei Hunden und Katzen hängen von der Menge der aufgenommenen Schokolade sowie von der individuellen Verträglichkeit des Tieres ab. Theobromin erhöht den Blutdruck, beschleunigt den Puls, verengt die Blutgefäße und vermindert die Reizschwelle der Nerven im Gehirn. Bei einer Schokoladenvergiftung kann es daher zu Unruhe, Zittern, Krampfanfällen, Überwärmung und Herzrhythmusstörungen kommen. Außerdem leidet das Tier unter Erbrechen, Durchfall und vermehrtem Durst.

Die ersten Symptome der Theobrominvergiftung treten meist innerhalb von zwei bis vier Stunden, nachdem das Tier die Schokolade gefressen hat, auf. In vielen Fällen vertragen Hunde und Katzen Schokolade gut, vor allem, wenn sie nur kleine Mengen gefressen haben. Wie viel Theobromin jedoch zu einer Schokoladenvergiftung führt, ist wissenschaftlich nicht genau nachgewiesen. In der Literatur schwanken die Angaben zwischen 100 und 500 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Hat das Tier eine große Menge Schokolade aufgenommen, kann die akute Schokoladenvergiftung ohne Behandlung innerhalb von 12 bis 36 Stunden tödlich verlaufen. Wenn der Hund oder die Katze überlebt, ist überdies eine chronische Schokoladenvergiftung möglich, bei der die Leber des Tieres dauerhaft geschädigt wird.

Was tun, wenn mein Tier Schokolade gefressen hat?

Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze Schokolade gefressen hat, empfiehlt es sich, den Tierarzt aufzusuchen. Warten Sie nicht ab, bis das Tier erste Symptome einer Schokoladenvergiftung wie Krämpfe oder Erbrechen zeigt. Je früher Ihr Tier behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass es keine bleibenden Schäden davonträgt. Ihr Tierarzt wird abwägen, ob eine Behandlung nötig ist oder ob er die aufgenommene Menge Theobromin als ungefährlich einstuft. Hält er eine Behandlung für angebracht, wird er Maßnahmen einleiten, um die Schokolade möglichst rasch aus dem Körper des Tieres zu entfernen.

Wenn die Aufnahme der Schokolade nicht länger als zwei Stunden her ist, kann der Tierarzt beim Hund oder bei der Katze Erbrechen herbeiführen, um das Theobromin aus dem Körper des Tieres zu entfernen. Hierzu spritzt er dem Tier meist ein sogenanntes Emetikum, also ein „Brechmittel“, bei Hunden zum Beispiel mit dem Wirkstoff Apomorphin, bei Katzen meist Xylazin. Ist bereits eine gewisse Menge Theobromin in den Darm des Tieres gelangt, verabreicht der Tierarzt zusätzlich Aktivkohle, welche die Giftstoffe bindet und zur schnelleren Ausscheidung der Schokolade mit dem Kot führt. Sind bereits Symptome einer Schokoladenvergiftung aufgetreten, legt der Tierarzt dem Hund oder der Katze meist auch noch eine Infusion und verabreicht kreislaufstabilisierende Medikamente.

Wie vermeide ich eine Schokoladenvergiftung?

Zunächst ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Schokolade für Hunde und Katzen giftig ist. Sie ist weder als Futter noch als Leckerli zur Belohung geeignet. So vermeiden Sie eine Schokoladenvergiftung bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze:

  • Füttern Sie Ihrem Tier nur Futter, das für Hunde bzw. Katzen geeignet ist.
  • Als Belohnung für zwischendurch gibt es viele Hunde- bzw. Katzenleckerlis aus Fleisch, Gemüse und Getreide.
  • Wenn es Schokolade sein soll, kaufen Sie spezielle Hundeschokolade bzw. Katzenschokolade, z.B. Schokodrops für Hunde und Katzen.
  • Informieren Sie Ihre Familie und alle Personen, die sich um Ihr Tier kümmern –insbesondere auch Ihre Kinder –, dass sie keine Schokolade verfüttern sollen.
  • Bewahren Sie Schokolade außer Reichweite Ihres Hundes bzw. Ihrer Katze auf, z.B. in einer Schublade oder einem verschließbaren Schrank.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Tier sich nichts vom Tisch holen kann.

 

Lesen Sie auch zum Thema:
Erste Hilfe beim Tier bei Vergiftungen
Häufige Vergiftungen bei Hund und Katze

 

Weiterführende Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: August 2011
Quellen:
Loeffler, B. et al: Plasma- und Urinkonzentrationen von Coffein, Theophyllin und Theobromin nach Applikation von Kaffee, Tee und Schokolade bei Hunden und ihre Dopingrelevanz bei Windhundrennen. Tierärztl Prax 2000; 28 (K): 79-85, Schattauer. www.uni-leipzig.de/~vetppt/pdfs/pub24.pdf (Abruf: August 2011)
Universität Zürich: Methylxanthine – Kleintier.
www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox/toxdb/KLT_063.htm?clinitox/klt/toxiklt.htm (Abruf: August 2011)

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