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Was fressen Hunde?

 

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Futter Ratgeber – Hunde

Hundefuttervergleich

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Um herauszufinden, wie man seinen Hund optimal ernähren kann und welches Hundefutter das richtige ist, steht zunächst eine simple Frage im Vordergrund: Was fressen Hunde eigentlich? In der Praxis hört man die unterschiedlichsten Theorien über den Speiseplan der Canidae. Anhänger der vegetarischen Hundeernährung argumentieren dabei teilweise ganz anders als BARF-Befürworter oder Hundehalter, die auf bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter achten.

 

Fleischfresser oder Allesfresser?

Ein zentraler Streitpunkt bei der Frage, was Hunde fressen, ist der Anteil an tierischer bzw. pflanzlicher Kost in der Hundeernährung. Während die meisten Menschen Hunde spontan der Gruppe der Fleischfresser (Karnivoren) zuordnen, gibt es auch Stimmen, die ihm eher die Eigenschaften eines Allesfressers (Omnivoren) zusprechen. Grund dafür ist, dass sein Verdauungstrakt nicht alle Eigenschaften eines streng fleischfressenden Säugetiers aufweist und er auch verhältnismäßig große Mengen an pflanzlicher Kost wie Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte verwerten kann.

Wolf

Der Wolf ist der Vorfahr des Hundes. Er frisst bevorzugt Beutetiere. Foto: Bergmolch / pixelio

Um sich der Antwort anzunähern, liegt es nahe, einen Blick auf die direkten Vorfahren unserer Haushunde – die Wölfe – zu werfen. Ihr Hauptnahrungsmittel sind verschiedene Beutetiere, die sie zumeist im Rudel erlegen. Je nach Region machen Wölfe auf ganz verschiedene Tiere Jagd: In Mitteleuropa sind es vor allem Wildschweine und Rothirsche, in nördlichen Gebieten Elche und Rentiere. Aber auch kleineren Tiere wie Kaninchen, Füchsen, Mäusen, Insekten und Fischen gehören zur Beute der Wölfe. In der Nähe menschlicher Siedlungen fallen ihnen oft Schafe und Kälber, aber auch Haushunde und Katzen zum Opfer.

Haben Wölfe ein Tier erlegt, schlingen sie es so schnell wie möglich herunter. Haben Sie sich einmal gefragt, warum Ihr Hund beim Fressen kaum zu kauen scheint und ein Stück Hühnchen innerhalb von Sekunden „einatmet“? Es liegt ihm in den Genen: Um einen möglichst großen Anteil an der Beute zu bekommen, müssen Wölfe schnell sein, denn die Rudelmitglieder fressen alle vom selben Tier. Hunde, die zu mehreren gefüttert werden, fressen auch trotz getrennter Näpfe tendenziell schneller als Einzelhunde.

Wichtig ist: Die Beutetiere enthalten keinesfalls nur reines Muskelfleisch, wie wir es vom Metzger kennen. Die Wölfe verzehren viele verschiedene Körperteile und Komponenten. Aus dem Skelett des Beutetiers erhalten sie Kalzium, aus seinem Blut Natrium, aus den Organen verschiedene Vitamine und Spurenelemente. Einen wichtigen Part spielt auch der Darminhalt des Beutetiers – er enthält oft wertvolle Vitamine und pflanzliches Material, das wiederum für den Verdauungstrakt des Wolfs essenziell ist.

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Neben Beutetieren, die ihre hauptsächliche Nahrungsquelle darstellen, fressen Wölfe auch Früchte, Gräser, Wurzeln und Exkremente anderer Tiere, um ihren Nährstoffbedarf abzudecken und die Darmtätigkeit zu unterstützen. Pflanzliche Kost steht also durchaus auch auf ihrem Speiseplan – allerdings lediglich als Ergänzung der tierischen Anteile.

 

Vom Wolf zum Hund

Die Ernährungsgewohnheiten wild lebender Wölfe sind allerdings nicht vollständig auf die Bedürfnisse von Haushunden übertragbar. Die ersten Funde hundeartiger Knochen datieren Wissenschaftler bis zu 14.000 Jahre zurück. Eine Theorie über die Domestikation des Hundes geht davon aus, dass die erste Annäherung von Mensch und Wolf über Essensabfälle stattfand, welche die Wölfe als Nahrungsquelle nutzten. In jedem Fall dienten viele Jahrtausende lang menschliche Essensreste als Hauptnahrungsquelle der Hunde. Nicht artgerechte, sondern funktionelle und kostengünstige Ernährung der Tiere stand im Vordergrund.

Erst im vergangenen Jahrhundert hat die Rückbesinnung auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Hundes und seiner Ernährung begonnen. Man stellte fest: Bei allen äußerlichen Veränderung hat der Verdauungstrakt des Hundes sich gegenüber dem seines wilden Vorfahren – des Wolfs – kaum gewandelt. Der Darm unserer Haushunde ist im Grunde immer noch auf die Verdauung von Beutetieren ausgelegt, hat sich jedoch auch als sehr flexibel in Sachen Nahrungsquellen herausgestellt.

Jetzt folgen:

Sieht man die Einteilung in Pflanzen-, Fleisch- und Allesfresser eher als eine Skala an, so ordnen viele Experten den Hund im Vergleich mit anderen Haustieren als Karni-Omnivor ein – in der Grauzone zwischen Fleischfresser und Allesfresser.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Christina Trappe, B.A.
Tiermedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: August 2013
Quellen:
Askew, Henry: Behandlung von Verhaltensproblemen bei Hund und Katze. Ein Leitfaden für die tierärztliche Praxis. Thieme Verlag, Stuttgart 2003
Dillitzer, Natalie: Tierärztliche Ernährungsberatung. Urban & Fischer Verlag, München 2012
Meyer, Helmut et. al.: Ernährung des Hundes. Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 6. Auflage. Enke Verlag, Stuttgart 2010

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