Ectodex®

Ectodex® wird zur Behandlung von Hautinfektionen beim Hund eingesetzt, wenn diese durch Haarbalg-Milben verursacht werden.
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Ectodex®?

Ectodex® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hunde. Es wird zur Behandlung von Hautinfektionen eingesetzt, wenn diese durch Haarbalg-Milben verursacht werden.

Ectodex® liegt als Konzentrat (Ectodex® 50 mg/ml) vor und ist in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser zu verdünnen. Dann kann der Hund mit der Lösung gewaschen werden.

Welche Wirkstoffe enthält Ectodex®?

Ectodex® enthält den Wirkstoff Amitraz. Dieser wirkt insektizid und akarizid, das heißt, er tötet Insekten (z.B. Läuse) und Spinnentiere (z.B. Milben) ab. Chemisch gesehen gehört Amitraz zu der Gruppe der Amidine.

1 ml des Ectodex®-Konzentrats enthält 50 mg des Wirkstoffes Amitraz.

Wann wird Ectodex® angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte verordnen Ectodex®, wenn ein Hund unter Demodex-Räudemilben leidet. Diese Milben kommen üblicherweise bei allen behaarten Säugetieren vor. Sie leben in Schweißdrüsen und in Haarfollikeln, die für die Bildung der Haare zuständig sind. Sie werden auch Haarbälge genannt.

Bei manchen Tieren vermehrt sich die Haarbalg-Milbe übermäßig stark. In der Folge fallen die Haare aus und Hautrötungen, sogenannten Erytheme, bilden sich an den betroffenen Hautpartien. Im weiteren Verlauf kann es zu Zweitinfektionen kommen, die durch Bakterien verursacht werden. In diesem Fall treten eitrige Hautentzündungen auf. Sie können jucken und sind örtlich begrenzt (lokal) oder am ganzen Körper (generalisiert) sichtbar.

Der Wirkstoff Amitraz blockiert Bindungsstellen mit dem Namen Octopamin-Rezeptoren. Diese kommen im Gehirn der Milben, aber nicht im Körper von Hunden vor. In der Folge werden die Parasiten gelähmt und sterben schließlich ab.

Ectodex® darf nicht angewendet werden bei:

  • Trächtigen und laktierenden (säugende) Hündinnen
  • Chihuahuas
  • Welpen, die jünger als drei Monate sind
  • Hunden, die an einer Bradykardie (verlangsamten Herzfrequenz) oder am Grünen Star (Glaukom) leiden
  • Hunden, die unter einer sogenannten Hyperthermie leiden. Bei dieser Erkrankung ist der Organismus unnatürlich warm. Diese Überwärmung wird jedoch nicht, wie bei Fieber, durch Bakterien oder Viren ausgelöst.
  • Hunden mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Amitraz oder einem der sonstigen Bestandteile
  • Katzen oder Pferden
  • Tieren, die der Lebensmittel-Gewinnung dienen

Wie soll Ectodex® verabreicht werden?

Ectodex® ist ein Konzentrat, das mit Wasser verdünnt und äußerlich angewendet wird.

Ziehen Sie sich vor der Anwendung Handschuhe an und mischen Sie 50 ml Ectodex® mit fünf Litern sauberen, handwarmen Wasser. Bei stark geschwächten Hunden kann die Dosis reduziert werden. Der Hersteller empfiehlt, 50 ml Ectodex® mit zehn Litern Wasser zu verdünnen. Da die fertige Waschlösung in kurzer Zeit unwirksam wird, sollten Sie sie bei jeder Anwendung frisch herstellen und möglichst bald nach ihrer Herstellung verwenden.

Stellen Sie Ihren Hund in eine Wanne oder in einen Raum mit Bodenabfluss. Wenn das Fell stark verschmutzt ist, empfiehlt es sich, das Tier vorher zu shampoonieren. Hunden mit langen Haaren sollten eventuell geschoren werden. Reiben Sie anschließend die Lösung mit einem Schwamm entgegen der Haarrichtung ein. Die Tierärztin oder der Tierarzt entscheidet, ob nur die betroffenen Stellen oder das ganze Tier behandelt werden. Ectodex® wird nicht ausgespült.

Anschließend nehmen Sie den Hund aus der Wanne. Reiben Sie sein Fell mit einem Handtuch ab und lassen Sie es in einem warmen Raum ohne Zugluft trocknen. Das Fell sollte auf keinen Fall gefönt werden. Das Arzneimittel löst Erbrechen aus, wenn es abgeleckt wird. Hier empfiehlt es sich, das Tier entweder durch Spielen abzulenken oder einen Halskragen anzubringen.

Die Behandlung mit Ectodex® sollte alle fünf bis sieben Tagen wiederholt und bis drei Wochen nach Abheilen der Symptome fortgesetzt werden.

Entsorgen Sie Ectodex® in der Toilette. Geben Sie es nicht in offene Gewässer, da es für Fische schädlich ist.

Welche Nebenwirkungen hat Ectodex®?

Unter der Anwendung von Ectodex® wurden folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

  • Gelegentlich: Leichte und vorübergehende Beruhigung (Sedierung). Diese Nebenwirkung tritt vor allem bei stark geschwächten Hunden auf.
  • Selten: Neurologische Störungen wie Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), abnormale Schläfrigkeit (Lethargie) sowie Teilnahmslosigkeit (Apathie), Verdauungsstörungen wie Durchfall (Diarrhö) oder Erbrechen, Appetitlosigkeit (Inappetenz), Atemnot (Dyspnö) oder verlangsamte Atemfrequenz (Bradypnö), allergische Reaktionen wie Ödeme, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

Die beobachteten Nebenwirkungen von Ectodex® verschwinden innerhalb von 24 Stunden wieder. Sollten die Symptome nicht abklingen, waschen Sie Ihren Hund mit Seifenwasser, trocknen Sie ihn und halten Sie ihn warm.

Suchen Sie anschließend eine Tierarzt-Praxis auf. Wenn notwendig, erhält Ihr Hund als Gegenmittel dort ein Medikament mit dem Wirkstoff Atipamezol, der in einer Dosis von 0,2 mg pro kg Körpergewicht in den Muskel (intramuskulär) injiziert wird.

Weiterführende Informationen

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autorin: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum der letzten Aktualisierung: Juni 2022
Quellen:
iMedikament.de: Ectodex. https://imedikament.de/ectodex/fachinformation (Abruf: Juni 2022)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology: https://www.vetpharm.uzh.ch/tak/old/05000000/00050177.01 (Abruf: Juni 2022)