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Mit Tier auf Reisen: Reisekrankheiten beim Hund – Tests und Infos, die Sie kennen sollten

 

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(Anzeige) Mit Tier auf Reisen: Reisekrankheiten beim Hund – Tests und Infos, die Sie kennen sollten – vor Abreise sowie nach der Heimkehr

Sie planen Ihren Urlaub und wollen Ihren Hund mit auf die Reise nehmen? Dann sollten Sie unbedingt rechtzeitig einen Termin beim Tierarzt planen, denn in vielen Ländern drohen für Haustiere sogenannte „Reisekrankheiten“, die sogar noch Jahre später ein übles Nachspiel haben können. Erfahren Sie, was es vor Reiseantritt, aber auch nach Ihrer Heimkehr zu beachten gilt.

Die Zeit kurz vor dem Urlaub ist oft hektisch und die To-Do-Liste scheint endlos: Vom Bikini über die Sonnencreme, den Flugtickets und Reiseunterlagen bis zur eigenen Reiseapotheke – an alles muss gedacht werden, damit der Urlaub gelingt und Sie die schönste Zeit des Jahres genießen können. Für Tierhalter, die mit ihrem Hund verreisen wollen, kann in dem Trubel schnell aus dem Blick geraten, dass auch die „Hundereise“ geplant sein will. Der Grund: Gerade Hunde können sich in vielen Urlaubsländern mit Krankheitserregern anstecken, die zum Teil schwerwiegend und manchmal sogar tödlich verlaufen können. Doch keine Sorge – mit der richtigen Vorbereitung können Sie viel tun, um Ihren Liebling gut zu schützen.

Vor der Reise: Termin beim Tierarzt vereinbaren!

Der erste Schritt zur Reiseplanung mit Hund besteht in einen Termin bei Ihrem Tierarzt – vereinbaren Sie diesen sehr frühzeitig, am besten schon, sobald Sie Ihr Reiseziel kennen. Der Tierarzt kann Sie über mögliche drohende Krankheiten im jeweiligen Reisegebiet aufklären und Sie über mögliche Schutzmaßnahmen informieren. Außerdem: Viele Länder achten bei der Einreise von Haustieren penibel auf Ihre Vorschriften, etwa zum Impfschutz, vorliegenden tierärztlichen Gesundheitsbescheinigungen oder dem Entwurmungsstatus. Planen Sie den Tierarzttermin also lieber nicht zu knapp, damit Sie genügend Zeit haben, alle erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig zu treffen.

Wie stecken sich Hunde mit Reisekrankheiten an?

Die meisten Erreger der sogenannten Reisekrankheiten beim Hund werden durch Zecken oder Mücken übertragen. Da viele dieser Überträger zum Überleben milde Temperaturen benötigen, kamen sie bislang vor allem in warmen Regionen – in Europa besonders im Mittelmeerraum – vor. Im Zuge des Klimawandels haben sich die bisherigen Grenzen jedoch inzwischen immer weiter nach Norden verschoben. Im Klartext heißt das: Inzwischen erkranken auch Hunde an Reisekrankheiten, obwohl sie sich zuvor gar nicht in den klassisch gefährdeten Gebieten aufhielten, vielleicht sogar generell noch nie im Ausland waren.

Infiziert heißt nicht krank

Auch der zunehmende Reiseverkehr mit Haustieren und das Importieren von Auslandshunden zählen zu den Gründen, warum auch hierzulande infizierte Hunde anzutreffen sind. Dabei gibt es eine wichtige Unterscheidung: Ein infizierter Hund ist nicht gleich ein kranker Hund! Denn nicht jede Ansteckung mit einem Krankheitserreger ruft automatisch eine merkliche Erkrankung des Hunds hervor. Für bestimmte Erreger lauert dadurch eine weitere Gefahr: Tragen Hunde die Krankheitserreger unbemerkt in sich, können sich andere Artgenossen trotzdem bei ihnen anstecken. Solche „heimlich“ infizierten Hunde stellen dann ein sogenanntes „Reservoir“ des Erregers dar – und zwar auch dann, wenn sie sich nicht mehr in einem Risikogebiet aufhalten, sondern wieder zu Hause in Deutschland sind.

Aus diesem Grund ist es durchaus ratsam, Ihren Hund bereits vor Reiseantritt auf Reisekrankheiten hin zu testen. Das gilt ganz besonders, wenn Sie in der Vergangenheit bereits mit Ihrem Hund verreist sind oder über die Herkunft Ihres Hundes nicht eindeutig Bescheid wissen (z. B. den Hund übernommen haben). Dieser „Ist-Zustand“ hilft dem Tierarzt, bereits bestehende, länger zurückliegende Infektionen von einer frischen Ansteckung zu unterscheiden. Zudem besteht dadurch die Chance, eventuell vorhandene Infektionen zu behandeln. Die Reiseprofile von IDEXX Laboratories bieten Tests an, durch die akute sowie länger zurückliegende Erkrankungen aufgedeckt werden können. Sprechen Sie Ihren Tierarzt darauf an!

Eine Blutprobe genügt

Um sicher zu sein, ob Ihr Hund nicht bereits mit Erregern einer Reisekrankheit infiziert ist, genügt es, eine Blutprobe durch Ihren Tierarzt untersuchen zu lassen. Ist der Gesundheitsstatus geklärt, sollten Sie sich bei Ihrem Tierarzt informieren, wie groß das Risiko für Reisekrankheiten für Hunde an Ihrem Reiseziel ist. Bei besonders hohem Risiko sollten Sie auch noch einmal über die Möglichkeit nachdenken, ohne Ihren Hund zu verreisen. Falls Ihr Vierbeiner auf jeden Fall mit in den Urlaub kommt, gibt es zudem Schutzmaßnahmen, die die Ansteckungsgefahr verringern. Dazu gehört in erster Linie ein passender Schutz vor Parasiten, wie Zecken und Stechmücken. Dieser sollte schon vor Reiseantritt beginnen und über den gesamten Reisezeitraum wirken.

Woran Sie nach dem Urlaub denken sollten

Nach dem Urlaub geht es vielen Menschen ähnlich: Hat man die Arbeit wieder aufgenommen, lässt ein Berg von Aufgaben die Erinnerung an den Urlaub schnell vergessen. Treten bei einem Hund dann Wochen oder Monate später Krankheitssymptome auf, denken oft nur wenige daran, dass es sich um ein Reisemitbringsel handeln könnte. Daher sollten Sie nach einer Reise mit Hund alle verdächtigen Beschwerden gleich von Ihrem Tierarzt abklären lassen. Wenn Sie mit Ihrem Hund in einem Risikoreisegebiet waren, kann es außerdem sinnvoll sein, sechs Monate später zusätzlich einen Test auf Erkrankungen wie Leishmaniose und die Herzwurmerkrankung zu veranlassen. Denn je früher die Krankheit entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen für Ihren Hund, gesund zu werden.

In der kostenlosen Broschüre zum Download finden Sie noch weitere nützliche Tipps und wichtige Informationen zur Reisevorbereitung mit Hund:

 

 

Häufige Reisekrankheiten beim Hund

In diesem Überblick erfahren Sie, welche Reisekrankheiten beim Hund häufig sind, welche Parasiten sie übertragen und welche Symptome auf eine Reisekrankheit hinweisen können:

Babesiose

Die Erkrankung wird manchmal auch als „Hundemalaria“ bezeichnet. Der Erreger ist ein einzelliger Blutparasit, der von bestimmten Zeckenarten (Braune Hundezecke und Auwaldzecke) übertragen wird. Die Babesiose ist in allen Mittelmeerländern, dem Balkan und Ungarn verbreitet, kommt inzwischen aber auch in Österreich, der Schweiz und in Deutschland vor. Typische Beschwerden der Erkrankung sind Fieber, Mattigkeit, Fressunlust, braunroter Urin und blasse oder gelbliche Schleimhäute (z. B. Maulschleimhaut oder Bindehaut der Augen). Die Krankheitssymptome können schon einige Tage nach dem Zeckenstich beginnen, aber auch bis zu drei Wochen später (z. B. erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub).

Ehrlichiose

Auch dieser Krankheitserreger wird von einer Zecke übertragen (Braune Hundezecke). Die Ehrlichiose kommt in vielen Regionen der Welt vor, insbesondere in Zonen mit tropischem oder subtropischem Klima, daher gelten in Europa besonders die Mittelmeerländer als Verbreitungsgebiet. Hunde, die akut an Ehrlichiose erkranken, zeigen meist allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Mattigkeit, Fressunlust oder vergrößerte Lymphknoten. Manchmal stellt der Tierarzt auch fest, dass erkrankte Hunde leichter bluten oder, dass ihre Milz vergrößert ist. Das Heimtückische an der Ehrlichiose: Wird sie bei einem akut erkrankten Hund nicht entdeckt und behandelt, schließt sich eine sehr lange beschwerdefreie Krankheitsphase an. Schließlich, nach vier bis fünf Jahren, wird die Erkrankung chronisch. Betroffene Hunde sind dann meist schwer krank und eine Behandlung ist sehr schwierig.

Leishmaniose

Die Ursache der Leishmaniose ist ein einzelliger Parasit. Bestimmte Stechmückenarten (Sandmücken) übertragen die Krankheitserreger während sie Blut saugen. Allerdings können sich Hunde auch über eine Bluttransfusion oder beim Deckakt anstecken. Auch können infizierte trächtige Hündinnen den Erreger auf ihre Jungen im Mutterleib übertragen. Die Leishmaniose kommt in allen Mittelmeerregionen, Südosteuropa, im Nahen Osten, Nordafrika sowie auch in Südamerika vor. Erkrankte Hunde leiden an plötzlichen Fieberschüben, Durchfall, Gewichtsverlust und Lahmheiten. Typische Symptome für Leishmaniose beim Hund sind schuppige, krustige Hautveränderungen an den Ohren, der Nase und den Augenlidern, sowie ein insgesamt schütteres Fell. Ähnlich wie bei der Ehrlichiose können auch Leishmaniose infizierte Hunde erst Jahre später erkranken. Die Leishmaniose ist eine Zoonose, d. h. auch Menschen können sich beim Tier anstecken. Ein Risiko besteht besonders bei Kontakt zu Blut oder Wunden – bei normalem Streicheln des Hundes hingegen ist eine Ansteckung eher unwahrscheinlich.

Herzwurmerkrankung (Dirofilariose)

Verschiedene Stechmückenarten übertragen die Larven des Herzwurms auf den Hund. Diese gelangen über die Blutbahn schließlich zum Herzen, wo sie sich ansiedeln und zu geschlechtsreifen Herzwürmern heranwachsen. Als gefährdete Gebiete für die Herzwurmerkrankung gelten Europas Mittelmeerregionen, aber auch Nord- und Südamerika. Infizierte Hunde zeigen zunächst keine Krankheitszeichen. Erst Monate später, wenn sich ausgewachsene Herzwürmer beim Hund gebildet haben, zeigen sich Symptome, wie Husten, Atemprobleme und oft eine auffällig reduzierte Ausdauer.

 

Bildquelle: Igor Normann – Fotolia.com
Quellen:
Pantchev N., Nather S., Globokar M., et al.: Reisekrankheiten und deren Nachweisverfahren. Kompendium Kleintier 2017; 18–22.
European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP): Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten bei Hunden und Katzen. Dt. Adaptation, 2011

 

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