Hundeversicherung: Schutz bei häufigen Schäden und Krankheiten

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte sich mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen.
Hund im Sessel (Foto: Pixabay.com)
Per Gesetz haften Sie für alle Schäden, die Ihr Tier verursacht. Foto: Pixabay.com

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte sich mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen. Einige Versicherungen für den Hund sind verpflichtend, andere besonders sinnvoll und wiederum andere sind nur in bestimmten Fällen empfehlenswert. In vielen Bundesländern besteht zum Beispiel eine gesetzliche Versicherungspflicht für eine Hundehaftpflicht-Versicherung.

Per Gesetz haften nämlich Sie als Hundebesitzerin oder Hundebesitzer für alle Schäden, die Ihr Tier verursacht – selbst dann, wenn Ihr Hund zu dieser Zeit von einer anderen Person betreut wird! Eine Hundehaftpflicht-Versicherung, die Vermögens-, Sach- und Personenschäden in Millionenhöhe abdeckt, springt dann im Schadensfall ein und bewahrt Sie vor unerwartet hohen Kosten.

Welche Schäden verursachen Hunde am häufigsten?

Versicherungsunternehmen haben ausgewertet, welche Schäden am häufigsten von Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern gemeldet werden. Auf Platz Eins stehen Verletzungen unter Artgenossen, am seltensten verursachen Hunde schwere Brandschäden.

  • Hund beißt Hund: Verletzungen unter Artgenossen zählen zu den häufigsten Schäden, die der Hundehaftpflicht-Versicherung gemeldet werden. Dabei muss es sich gar nicht unbedingt um einen Kampf zwischen aggressiven Hunden handeln: Auch beim Spielen und Herumtollen kann es versehentlich zu Bisswunden kommen. Kosten entstehen vor allem dann, wenn die Bissverletzung tierärztlich versorgt werden muss.
  • Sachschäden: Es kommt häufig vor, dass Hunde – vor allem verspielte Welpen – Schäden an Kleidungsstücken, Brillen, Handys oder elektrischen Geräten verursachen. Zum Beispiel, weil sie damit spielen, daran knabbern, sich draufsetzen oder sie herunterwerfen. Neben solchen kleineren Sachschäden kann es auch passieren, dass der Hund – vor allem wenn er nicht gut alleine gelassen werden kann – die ganze Wohnung auseinandernimmt: Möbel und Polster zerbeißt, den Parkettboden zerkratzt oder Elektrokabel zerknabbert. Teuer können insbesondere Mietsachschäden in Mietwohnungen werden. Sehr selten allerdings verursachen Hunde schwere Brandschäden, zum Beispiel indem sie eine brennende Kerze umstoßen oder ein Elektrogerät so beschädigen, dass es zum Kurzschluss und Kabelbrand kommt. Doch auch in diesem Fall zahlt sich eine Hundehaftpflicht-Versicherung aus.
  • Hund beißt Mensch: Wenn Ihr Hund einen Menschen beißt, kann dies sehr teuer werden, denn Sie als Hundebesitzerin oder Hundebesitzer haften immer für den Schaden. Es spielt auch keine Rolle, ob der Hund gebissen hat, weil er bedroht oder provoziert wurde und sich nur verteidigen wollte, oder ob er jemanden aus Aggressivität angefallen hat. Hohe Kosten entstehen, wenn Operationen und andere ärztliche Behandlungen notwendig sind sowie wenn Schmerzensgeld und andere Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Eine gute Hundehaftpflicht-Versicherung übernimmt die Schadenskosten bis zur vereinbarten Versicherungssumme und in bestimmten Fällen auch die Prozesskosten.
  • Unfälle im Straßenverkehr: Gefährlich und teuer wird es, wenn der Hund sich von der Leine losreißt, auf die Straße läuft und einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Neben kostspieligen Sachschäden an Autos, Motorrädern und Fahrrädern können auch Personen schwer verletzt werden. In der Folge kommt es häufig zu Gerichtsprozessen, in denen die Fragen nach der Schuld, der Haftung und der Höhe des Schadensersatzes geklärt werden. Die Hundehaftpflicht-Versicherung übernimmt, je nach Police, die Schadens- und Gerichtskosten.

Krankheiten und Operationen: Wie ist der Hund versichert?

Wenn Ihr Hund krank wird und eine tierärztliche Behandlung benötigt, müssen Sie die Kosten selbst tragen. Eine gesetzliche Krankenversicherung, wie beim Menschen, gibt es für Hunde nicht. Sie können aber eine Hundekrankenversicherung abschließen: Je nach gewähltem Tarif übernimmt sie die Kosten für bestimmte tiermedizinische Leistungen.

Die häufigsten Leistungen von Hundekrankenversicherungen

  • Arthrose: Dieser Gelenkschwund betrifft vor allem ältere und alte Tiere. Es ist wichtig, dass die Hunde sich ausreichend bewegen. Gegen die Gelenkschmerzen kann die Tierärztin bzw. der Tierarzt Schmerzmittel und andere Medikamente verordnen.
  • Hauttumoren: Hunde können mit zunehmendem Alter eine Reihe von Hauttumoren entwickeln. Die meisten sind glücklicherweise gutartig, z.B. Lipome (Fettgeschwulste). Verursachen sie Beschwerden oder besteht der Verdacht auf Hautkrebs, wird der Hauttumor tierärztlich entfernt.
  • Diabetes mellitus: Die Zuckerkrankheit ist eine häufige Stoffwechselkrankheit bei Hunden, die vor allem in der zweiten Lebenshälfte, aber auch bei jüngeren Hunden vorkommt. In den meisten Fällen benötigt der Hund lebenslang das Hormon Insulin.
  • Magendrehung: Bei diesem Notfall dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse. Dies kann bei zu schnellem und hastigem Fressen passieren. Betroffen sind vor allem Welpen sowie einige große Hunderassen (z.B. Schäferhunde). Der Hund muss sofort operiert werden.
  • Unfälle und Vergiftungen: Biss- und Schnittwunden sowie Vergiftungen (z.B. durch Giftköder) müssen schnellstmöglich durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt versorgt werden. Die Kosten übernimmt bei den meisten Tarifen die Hundekrankenversicherung.
  • Ohrenentzündung: Von Ohrenentzündungen sind vor allem Hunderassen mit Schlappohren häufig betroffen. Durch die schlechte Belüftung sammeln sich leichter Milben und andere Keime im Gehörgang und führen dort zu Juckreiz, Schmerzen und stark riechendem, verfärbtem Ohrensekret. Neben einer gründlichen Ohrenhygiene verordnet die Tierärztin oder der Tierarzt Ohrentropfen, Salben oder Medikamente.
  • Zahnentfernung: Zahnbehandlungen wie Karies- und Zahnsteinentfernung, aber auch das Entfernen von ganzen Zähnen (Zahnextraktion) gehört zu häufigen tierärztlichen Leistungen. Viele Hundeversicherungen übernehmen die Kosten für diese Behandlungen.
  • Zecken: Zecken können einige gefährliche Krankheiten übertragen, z.B. die Borreliose. Hat sich eine Zecke im Fell bzw. in der Haut Ihres Hundes festgebissen, können Sie oder Ihre Tierärztin bzw. Ihr Tierarzt sie mit einer geeigneten Zeckenzange vorsichtig entfernen. Gegen Borreliose gibt es überdies eine Impfung. Erkundigen Sie sich, ob Ihre Hundeversicherung die Kosten für diese und mögliche weitere Impfungen übernimmt.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. Martin Waitz
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung: April 2022
Quellen:
Handelsblatt: Hunde-OP-Versicherung übernimmt Kosten für Operationen. https://unternehmen.handelsblatt.com/hunde-op-versicherung.html. (Abruf: April 2022)
Stiftung Warentest: Hundehaftpflichtversicherung. https://www.test.de/Hundehaftpflichtversicherung-Ab-58-Euro-guter-Schutz-fuer-Hundehalter-4988920-0/ (Abruf: April 2022)
Stiftung Warentest: Tierkrankenversicherung: https://www.test.de/thema/tierkrankenversicherung/ (Abruf: April 2022)
Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik, Enke, Stuttgart 2018