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Der Hund frisst nicht – ein Grund zur Sorge?

 

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Wenn der Hund nicht frisst, macht man sich als Tierbesitzer meist große Sorgen. Denn gesunde Hunde fressen normalerweise gerne, und viele Hunde scheinen sogar immer Hunger zu haben! Dennoch muss nicht unbedingt eine Krankheit dahinterstecken, wenn der Hund einmal nicht frisst. Denn es gibt auch viele harmlose Gründe für eine Fressunlust beim Hund.

Foto: Pixabay.com

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Harmlose Ursachen für eine Fressunlust beim Hund

In den allermeisten Fällen gibt es eine harmlose Erklärung dafür, dass der Hund nicht frisst. Viele Hunde hören auf zu fressen, wenn sie satt sind und ihren Energiebedarf gedeckt haben. Ein möglicher Grund für die Nahrungsverweigerung kann sein, dass der Hund bereits von einer anderen Person gefüttert wurde. Vor allem Familienmitglieder füttern den Hund gerne mal zwischendurch mit Leckerlis. Und ein Hundekuchen beispielsweise liefert manchem Hund die kompletten Kalorien seines Tagesbedarfs! Erkundigen Sie sich daher, ob Ihr Hund bereits gefüttert wurde, wenn er nicht mehr fressen will.

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Ein häufiger Grund für eine Fressunlust beim Hund ist das „falsche“ Futter. Nicht jeder Hund mag jedes Futter – einige Vierbeiner reagieren sehr empfindlich auf die Konsistenz, den Geruch und den Geschmack des Futters. Einige Hunde fressen nur „ihr“ Futter und lehnen ein anderes Futter ab. Fragen Sie sich deshalb, ob es an einer Futterumstellung liegen könnte, dass Ihr Hund nicht frisst oder probieren Sie einen Futterwechsel. Generell sollten Sie das Hundefutter nicht zu oft wechseln, um Verdauungsbeschwerden beim Hund zu vermeiden.

Auch auf Stress und Veränderungen reagieren manche Hunde mit einer Fressunlust. Das kann ein Umzug, eine Reise, Familienzuwachs oder der Verlust eines Menschen oder Artgenossen sein. An sehr heißen Tagen kann es außerdem vorkommen, dass Hunde nur in den kühleren Morgen- oder Abendstunden ihr Futter verzehren möchten.

Körperliche Ursachen für die Fressunlust

Hinter einer Fressunlust oder sogar Nahrungsverweigerung kann natürlich auch eine körperliche Ursache stecken, die gegebenenfalls von einem Tierarzt behandelt werden muss. Frisst der Hund über mehrere Tage nicht oder deutlich weniger, und findet sich keine der genannten Erklärungen dafür (wie z.B. eine Futterumstellung), ist es ratsam, den Hund einem Tierarzt vorzustellen, damit er ihn gründlich körperlich untersuchen kann. Dies gilt vor allem, wenn der Hund weitere Krankheitszeichen, wie Fieber, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder einen aufgeblähten Bauch, zeigt. Dann sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Hormonelle Ursachen: Die Hormone können das Fressverhalten von Hunden beeinflussen. So fressen läufige Hündinnen, sowie die Rüden in ihrer Umgebung, oft weniger. Scheinträchtige Hündinnen haben ebenfalls häufig weniger Appetit. Auch eine hormonelle Erkrankung, zum Beispiel der Schilddrüse oder Nebennieren, kann zur Fressunlust führen und sollte vom Tierarzt ausgeschlossen werden.

Zahnprobleme und Fremdkörper im Gebiss: Wenn Ihr Hund plötzlich nicht mehr frisst, versuchen Sie, ins Maul Ihres Hundes zu schauen, ob offensichtliche Probleme mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch vorliegen. Manchmal führen Verletzungen oder Fremdkörper im Maul dazu, dass der Hund nicht mehr fressen mag. Um sicher zu gehen, kann der Tierarzt eine gründliche und professionelle Untersuchung des Mauls Ihres Hundes vornehmen.

Zahnen bei jungen Hunden: Junge Hunde fressen oft weniger, wenn sie zahnen. Das ist mit etwa drei bis sieben Monaten der Fall, wenn nach und nach die bleibenden Zähne des Hundes durchbrechen. Da das Kauen dann schmerzhaft ist, verweigern die Hunde manchmal das Fressen.

Zahlreiche Verletzungen und Krankheiten können zur Fressunlust Ihres Hundes führen. Dies reicht von Magen- und Darmproblemen über Infektionskrankheiten bis hin zu Gelenkerkrankungen. Hunde, die sich krank fühlen oder Schmerzen haben, verlieren oft den Appetit. Da für die meisten Hunde aber naturbedingt das Fressen der wichtigste Überlebensimpuls ist, müssen Sie eine krankheitsbedingte Nahrungsverweigerung absolut ernst nehmen und sollten den Tierarzt aufsuchen, um die Ursache feststellen und behandeln zu lassen!

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Weiterführende Informationen

Autor: Sonja Harms, Ärztin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung: November 2020
Quellen:
Meyer, H., Zentek, J.: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 2016
Niemand, Hans G.: Praktikum der Hundeklinik. Thieme, 2017
Tierarzt Ralph Rückert: Blog Tierkrankheiten (Abruf: 11/2020)

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