Auf die Plätze, fertig, los – Rennmäuse brauchen viel Raum

Mongolische Rennmäuse sind agile Nagetiere, zu deren größten Leidenschaften Rennen und Buddeln zählen.
Rennmäuse
Mongolische Rennmäuse brauchen viel Platz und Auslauf. Foto: Pixabay.com

Die Mongolische Rennmaus ist auch unter den Trivialnamen Mongolischer Gerbil und Mongolische Wüstenrennmaus bekannt. In der Fachsprache heißen die Rennmäuse Meriones unguiculatus. Es handelt sich um possierliche und sehr agile Nagetiere, zu deren größten Leidenschaften Rennen und Buddeln zählen.

Ursprünglich beheimatet in den Steppen der Mongolei und im nordöstlichen China, erobern die Nager inzwischen als Heimtiere Wohn- und Kinderzimmer auf der ganzen Welt.

Ihre Haltung und Pflege ist im Großen und Ganzen nicht schwierig – dennoch sollte die Anschaffung von Rennmäusen gut überlegt sein. Besonders wichtig ist eine artgerechte Unterbringung der bewegungsfreudigen Nager.

Wie sehen mongolische Rennmäuse aus?

Der erwachsene Mongolische Gerbil wird etwa 97 bis 130 Millimeter groß, gemessen vom Kopf bis zum Rumpf. Der Schwanz ist in der Regel etwas kürzer als Rumpf und Kopf. Werden sie als Heimtiere gehalten, erreichen männliche erwachsene Rennmäuse ein Gewicht von durchschnittlich 80 bis 130 Gramm, Weibchen werden etwa 70 bis 100 Gramm schwer.

Das Fell der Tiere ist kurz und von gräulich-brauner, rötlich-braungelber oder ockerfarben-braungelber Farbe. Die Fußsohlen der Hinterpfoten sind grau behaart.

Junge Rennmäuse werden im Alter von etwa acht bis zwölf Wochen abgegeben. Bei guter artgerechter Haltung können die kleinen Haustiere bis zu vier Jahre alt werden.

Aquarium, Terrarium, Käfig – das richtige Heim für Rennmäuse

Um für Rennmäuse ein artgerechtes Zuhause zu schaffen, muss man zunächst die wichtigsten Bedürfnisse der Tiere kennen.

  • Rennmäuse sind gesellige Tiere, die in der Natur in großen Kolonien mit kleinen Untergruppen – Rennmaus-Paaren und ihrem Nachwuchs – leben. Sie kommunizieren miteinander über hochfrequente Geräusche und Klopfzeichen und markieren einander mit ihren Duftdrüsen. Mongolische Rennmäuse sollten somit nie einzeln als Haustier gehalten werden. Am besten ist es, die Tiere zu zweit, zum Beispiel Geschwisterpaare, oder in kleinen gleichgeschlechtlichen Gruppen zu halten. Sitzen Männchen und Weibchen im selben Gehege, vermehren sich die Meriones rasend schnell.
  • Mongolische Rennmäuse haben einen unglaublichen Bewegungsdrang. Am liebsten flitzen sie den ganzen Tag durch die Gegend, erkunden die Umgebung, suchen Futter und Nistmaterial zusammen. Als Heim-Grundfläche für zwei Tiere gelten 100 x 40 Zentimeter als das absolute Minimum, besser sind 120 x 50 Zentimeter, und die Grenze nach oben ist natürlich offen: Zuviel Platz gibt es nicht.
  • Als passionierte Buddeltiere, die in ihrem natürlichen Lebensraum ganze Gangsysteme graben, brauchen Mongolische Rennmäuse in ihrem Käfig oder Gehege eine viel höhere Einstreutiefe als ihre Verwandten, zum Beispiel Farbmäuse oder Ratten. Bei falsch gehaltenen Rennmäusen kann man nicht selten beobachten, dass die Nager stundenlang in einer Käfigecke auf dem blanken Boden scharren oder an Gitterstäben nagen. Empfehlenswert ist eine Einstreutiefe von mindestens 20 Zentimetern. Daher sind Aquarien und Terrarien für Rennmäuse besser geeignet als herkömmliche Käfige mit flachen Einstreuschalen.
  • Ein besonders schönes Heim kann man Rennmäusen mit einem individuellen Eigenbau im Kleintierheim schaffen. Hierfür eignen sich die verschiedensten Materialien, zum Beispiel Glas, Plexiglas, Holz und Gitter. Auch mehrere Etagen werden von den Tieren gerne genutzt, etwa eine verglaste Buddel- und zusätzlich eine vergitterte Laufetage. Je mehr Platz die Nager zum Buddeln und Flitzen haben, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Revierkämpfen und anderen Problemen.

Das Rennmaus-Heim artgerecht einrichten

Mongolische Rennmäuse brauchen neben einem geräumigen Gehege oder Aquarium auch eine gewisse Art der Inneneinrichtung, um sich bei artgerechter Haltung rundum wohlzufühlen. Dazu gehört beispielsweise eine geeignete Wasserflasche, eine sogenannte Nippeltränke.

Wenn der Speiseplan der Heimtiere viel frisches Grünfutter beinhaltet, trinken sie relativ wenig – dennoch ist es wichtig, dass sie ihren Flüssigkeitsbedarf jederzeit stillen können. Ein normaler Wassernapf ist theoretisch ebenso geeignet, wird von den kleinen Buddlern aber meist binnen weniger Stunden im Eifer des Gefechts mit Streu zugeschüttet.

Futter können Sie den Nagern ebenfalls einfach in einem Napf anbieten. Es ist möglich, zumindest die trockenen Bestandteile alternativ auch einfach im Kleintierheim zu verteilen, um die Rennmäuse zu beschäftigen. Dadurch werden die Tiere zusätzlich gefordert und beschäftigt.

Zum Verstecken und Schlafen bieten sich für Rennmäuse handelsübliche Schlafhäuser für Nager an. Rennmäuse mögen es, warm und geschützt zu schlafen und kuscheln sich gerne aneinander. Empfehlenswert sind Holzhäuschen, da die Tiere sie gefahrlos annagen können. Weniger geeignet sind Häuser aus Plastik.

Auch einfache leere Schachteln, Eierkartons und Toilettenpapier-Röhren nehmen Rennmäuse gerne als Schlafplätze an – allerdings müssen Sie damit rechnen, dass diese Einrichtungsgegenstände bald ihrem Nagetrieb zum Opfer fallen.

Besonders gerne bauen Rennmäuse sich in ihrem Schlafhäuschen und anderen Höhlen ein gemütliches Bett aus dem vorhandenen Angebot an Nistmaterial. Dafür verwenden sie alles, was ihnen geeignet erscheint und zwischen die Pfoten gerät: Ob Papier, Heu, Stroh oder Textilfasern, alles wird fleißig zerrupft und ins Nest geschleppt. Mit einfachem Küchen- oder Toilettenpapier als Nistmaterial machen Sie den Tieren zusätzlich eine große Freude.

Artgerechte Rennmaus-Pflege

Ihre ständig nachwachsenden Nagezähne müssen Rennmäuse regelmäßig an geeignetem Nagematerial abreiben. Naturmaterialien wie Äste, Zweige, Tannenzapfen, aber auch Holz- und Pappröhren sind für Rennmäuse hauptsächlich multifunktionale Einrichtungsgegenstände zum Klettern, Erkunden und Nagen.

Für ihre regelmäßige Fellpflege brauchen Rennmäuse außerdem ein Sandbad im Gehege. Sie regulieren damit auf natürliche Weise die Talgmenge in Haut und Fell sowie ihre Körpertemperatur. Dazu können Sie einfach ein ausreichend großes Gefäß mit Chinchilla-Sand aus dem Zoofachhandel befüllen.

Besonders gut geeignet sind kugelförmige Glasgefäße oder gut gereinigte Einmachgläser, da die Rennmäuse aus flachen Schalen beim Scharren schnell den Sand herausschleudern. Es macht viel Freude zu beobachten, wie die kleinen Nager sich blitzschnell durch den Sand wälzen. Haben die Mäuse zu selten die Gelegenheit zu einem Sandbad, wird das Fell struppig und fettig. Struppiges Fell kann allerdings auch auf Krankheiten hinweisen.

Ausgewogene Rennmaus-Ernährung

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Anders als andere Nager, sollten Mongolische Rennmäuse eher wenig frisches Gemüse zu fressen bekommen. Für ausgewogene Nahrung sorgt ein Mix aus Saaten, Samen, getrocknete Kräuter und Getreide.

Wer seinen Rennmäusen all diese Bedürfnisse erfüllt, kann sich lange Zeit an gesunden und aktiven Tieren erfreuen, die unkompliziert zu pflegen sind und eine Menge Lebensfreude versprühen.

Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A., Nadine Lier
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung: April 2022
Quellen:
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Rennmäuse. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierschutz/heim-und-wildtierhaltung/rennmaeuse.html (Abruf: April 2022)
Kötter, Engelbert: Rennmäuse. Gräfe & Unzer Verlag, München 2015