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Krankengymnastik (Physiotherapie) bei Tieren

 

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Definition:

Hund im Wasserlaufbecken

Das Aquatraining ist eine Form der Krankengymnastik bei Tieren. Foto: vetproduction

Was ist Krankengymnastik (Physiotherapie) bei Tieren?

Krankengymnastik oder Physiotherapie bei Tieren ist ein Verfahren, mit dem gesundheitliche Beschwerden und Schädigungen durch passive – also zum Beispiel von einem Tier-Physiotherapeuten geführte – oder aktive Bewegungen sowie durch die Anwendung bestimmter Reize (z.B. Wärme, Kälte) behandelt werden. Außerdem unterstützt Krankengymnastik bei Tieren die allgemeine Leistungsfähigkeit.

Die physiotherapeutischen Methoden wurden aus der Humanmedizin übernommen. Dort wird Krankengymnastik angewandt, um körperliche Fähigkeiten wiederherzustellen. Sie kommen vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Nervensystems zum Einsatz. Insbesondere nach Operationen ermöglicht Krankengymnastik, dass Tiere sich möglichst rasch wieder normal bewegen können. Physiotherapie bei Tieren wird außerdem eingesetzt, um chronische Schmerzen zu lindern und um die Durchblutung zu fördern.

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Es gibt verschiedene Verfahren der Physiotherapie bei Tieren, zum Beispiel:

  • Wärme- bzw. Kälteanwendungen (Thermotherapie)
  • Wassertherapie (Hydrotherapie)
  • Elektrotherapie
  • Massagen
  • Passive und aktive Bewegungstherapie

Durchführung:

Wie wird Krankengymnastik (Physiotherapie) bei Tieren durchgeführt?

Wie die Krankengymnastik (Physiotherapie) bei Tieren durchgeführt wird, hängt vom angewandten Verfahren ab. Bei der Kältetherapie (Kryotherapie) bedeckt der Tier-Physiotherapeut die zu behandelnde Stelle zunächst, zum Beispiel mit einem Handtuch. Dies schützt die Haut vor Erfrierungen. Darauf legt er einen Eisbeutel, einen Cool-Pack oder Ähnliches und befestigt ihn mit einem Verband. Etwa bei mittelgroßen und großen Hunden dauert die Behandlung etwa 15 bis 20 Minuten. Wird Pfefferminzöl direkt auf die Haut aufgetragen, wirkt es ebenfalls kühlend. Es ist allerdings nicht ratsam, Tiere und vor allem Katzen mit Pfefferminzöl zu behandeln, da sie auf viele ätherische Öle überempfindlich reagieren.

Eine Wärmebehandlung mit einem Hot-Pack oder einer Wärmeflasche wird in der Physiotherapie ebenso durchgeführt wie die Kryotherapie. Eine weitere Möglichkeit ist die Bestrahlung mit Rotlicht oder warme Bäder.

Eine weitere häufig angewandte Technik in der Krankengymnastik bei Tieren ist die Bewegungstherapie. Ziel der passiven Bewegungstherapie ist es, die aktive Beweglichkeit eines Gelenks zu erhalten oder zu verbessern. Dazu bewegt der Tier-Physiotherapeut das Gelenk soweit es für das Tier schmerzfrei möglich ist, indem er es beugt und streckt. Er achtet darauf, dass das Tier während der gesamten Behandlung keine Schmerzen hat. Im Anschluss daran dehnt er das umliegende Gewebe. Allerdings kann die passive Bewegungstherapie die aktive (also vom Tier selbst durchgeführte) Bewegung nicht ersetzen und nicht verhindern, dass sich die Muskulatur abbaut.

Die aktive Bewegungstherapie basiert darauf, das Tier dazu zu bringen, bestimmte Bewegungen selbstständig auszuführen und damit bestimmte Muskeln gezielt zu trainieren oder ein bestimmtes Gelenk zu bewegen. Zu Beginn führt der Tier-Physiotherapeut oder der Tierbesitzer die Bewegung in einer sogenannten aktiv-assistierten Bewegungstherapie. Dadurch lernt das Tier den Bewegungsablauf kennen, sodass es ihn nach kurzer Zeit auch alleine ausführt. Die Bewegungstherapie kann durch verschiedene Hilfsmittel unterstützt werden, zum Beispiel mit Wackelbrettern, Gymnastikbällen, Thera-Bändern oder Gewichten.

Bei der Elektrotherapie befestigt der Tier-Physiotherapeut Elektroden mit Klettbändern auf der Haut über dem Muskel des Tieres, der trainiert werden soll. Zwischen der Elektrode und der Haut befinden sich feuchte Schwämmchen oder Mullauflagen, um Verätzungen der Haut zu vermeiden. Leichte Stromimpulse regen die Muskulatur dann dazu an, sich zusammenzuziehen. Die elektrischen Impulse spürt das Tier zwar, sie sind aber nicht unangenehm oder schmerzhaft. Je nach Anwendungsgebiet dauert die Behandlung zwischen 10 und 45 Minuten.

Die Wasser- oder Hydrotherapie kann in einem See oder einem Schwimmbecken durchgeführt werden. Eine Variante der Hydrotherapie ist das Aquatraining, bei der das Tier auf einem Unterwasser-Laufband trainiert. Je höher der Wasserstand ist, desto leichter sind die Bewegungen. Der Tier-Physiotherapeut kann die Belastung erhöhen, indem er weniger Wasser in das Becken einlässt. In manchen Schwimmbecken gibt es auch Gegenstrom-Anlagen, die den Kraftaufwand zusätzlich erhöhen. Insbesondere Hunde werden häufig mit Schwimmwesten oder Gurten im Therapiebecken gesichert.

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