Anzeige

Anzeige

Zum Portal für Tiermedizinische Fachangestellte TFA-Portal.de Zum Portal für Tierärzte und Tiermedizin-Studenten

Anzeige


Home » Tierkrankheiten » Vogelkrankheiten » Vergiftungen beim Vogel

Vergiftungen beim Vogel

 

Diesen Artikel teilen:

 

Lesen Sie in diesem Artikel:

Diagnose:

Wie werden Vergiftungen beim Vogel diagnostiziert?

Um eine Vergiftung beim Vogel festzustellen, erkundigt sich der Tierarzt zunächst nach den Haltungsbedingungen. Er fragt den Tierhalter zum Beispiel, ob der Vogel unbeaufsichtigt fliegt und welche Gegenstände sich in seiner Umgebung befinden, aus welchem Gitter der Vogelkäfig beschaffen ist und aus welchem Material die Futter- und Wasserbehälter bestehen. Zudem fragt der Tierarzt, ob der Vogel mit giftigen Pflanzen oder Lebensmitteln in Kontakt gekommen ist.

Zur weiteren Diagnose einer Vergiftung beim Vogel ordnet der Tierarzt in der Regel eine Röntgen-Untersuchung an. Bei akuten Vergiftungen lassen sich Schwermetalle wie Blei oder Zink häufig auf dem Röntgenbild nachweisen. Die Partikel befinden sich hauptsächlich im Kropf und im Muskelmagen des Vogels. Finden sich keine Anzeichen auf eine Vergiftung im Röntgenbild, bedeutet dies jedoch nicht, dass keine Vergiftung beim Vogel vorliegt: Hat der Vogel die Schwermetalle zum Beispiel vor längerer Zeit aufgenommen, so ist es möglich, dass er den Fremdkörper bereits ausgeschieden hat. Blei kann zudem im Muskelmagen zerrieben werden und ist dann auf der Röntgenaufnahme nicht mehr sichtbar. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Metallpartikel zu klein sind, um auf dem Röntgenbild dargestellt zu werden. Dies ist zum Beispiel bei Farbe der Fall.

In solchen Fällen und zur Bestätigung einer Vergiftung bei gefundenen Partikeln auf dem Röntgenbild führt der Tierarzt meist weitere diagnostische Maßnahmen beim Vogel durch. So bestimmt er zum Beispiel die Konzentrationen von Blei und Zink im Blut des Vogels. Bei den meisten Papageienvögeln gelten Bleikonzentrationen von über 20 µg/dl als verdächtig. Liegt die Konzentration bei über 40 µg/dl und zeigt der Vogel entsprechende Symptome, gilt die Diagnose einer Bleivergiftung als bewiesen. Einige betroffene Vögel zeigen jedoch bereits bei niedrigeren Konzentrationen Beschwerden. Der Tierarzt beginnt daher beim Verdacht auf eine Vergiftung meist schon vor dem Ergebnis der Blutuntersuchung mit der Behandlung. Eine Zinkvergiftung beim Vogel gilt bei Zinkkonzentration von über 400 µg/dl als nachgewiesen.

Anzeige

Liegt eine Bleivergiftung oder eine durch Pilze hervorgerufene Vergiftung (Mykotoxikose) beim Vogel vor, ist es zudem möglich, dass sich das Blutbild verändert: Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) des Vogels können zum Beispiel zerfallen oder sie werden in zu geringen Mengen gebildet. Auch dies kann der Tierarzt mit einer Blutuntersuchung feststellen.

Behandlung:

Wie können Vergiftungen beim Vogel behandelt werden?

Um eine Vergiftung beim Vogel zu behandeln, sollte man als Tierhalter den Vogel zunächst von der Vergiftungsquelle fernhalten beziehungsweise diese beseitigen. Darüber hinaus leitet der Tierarzt eine Behandlung ein, die darauf abzielt, die schädigende Wirkung des Gifts auf den Körper des Vogels zu bekämpfen und die Ausscheidung des Giftstoffs zu beschleunigen.

Liegt eine Schwermetall-Vergiftung beim Vogel vor, kommen sogenannte Chelatbildner (z.B. DTPA und alternativ auch Ca-EDTA) zum Einsatz. Diese erhält der Vogel über Infusionen. Chelate binden sich chemisch an Schwermetalle wie Blei und Zink und sorgen so dafür, dass diese ausgeschieden werden. Um die Ausscheidung der Giftstoffe zu beschleunigen, kann der Tierarzt dem Vogel zudem Bariumsulfat über eine Knopfsonde verabreichen. Führt die Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg oder sind die Partikel zu groß, entfernt der Tierarzt sie gegebenenfalls operativ, zum Beispiel im Rahmen einer Endoskopie (Spiegeluntersuchung). Die Endoskopie wird häufig bei Vergiftungen durch zinkhaltige Partikel wie Drahtstücke angewendet.

Darüber hinaus verabreicht der Tierarzt dem Vogel bei einer Vergiftung mehrmals täglich eine Elektrolytlösung über Infusionen. Die Flüssigkeit unterstützt die Funktion von Nieren und Leber des Vogels und beschleunigt die Entgiftung. Auch Vitamine kommen bei der Behandlung von Schwermetall-Vergiftungen zum Einsatz. Dabei handelt es sich insbesondere um Vitamine aus der Vitamin-B-Gruppe und um Vitamin E. Ist der Darm des Vogels massiv geschädigt, erhält er gegebenenfalls Antibiotika oder Mittel gegen Pilzinfektionen.

Der Vogel wird bei einer Vergiftung so lange behandelt, bis er keine Beschwerden mehr hat (mindestens jedoch drei Tage) und bis keine Schwermetalle mehr im Röntgenbild sichtbar sind.

Haben nicht Schwermetalle, sondern andere Giftstoffe die Vergiftung beim Vogel verursacht und gibt es dagegen kein Gegengift, erfolgt eine unspezifische Behandlung. Diese richtet sich nicht gezielt gegen die Erkrankung beziehungsweise gegen den Giftstoff, sondern es steht die allgemeine Stärkung des Vogels im Vordergrund. Gleichzeitig behandelt der Tierarzt die Beschwerden, die der Vogel zeigt. Um die Ausscheidung zu fördern und somit die Entgiftung zu beschleunigen, kommt zum Beispiel Aktivkohle (medizinische Kohle) zum Einsatz. Nimmt der Vogel keine Nahrung mehr zu sich, erfolgt gegebenenfalls eine Zwangsfütterung.

Prognose:

Wie ist die Prognose von Vergiftungen beim Vogel?

Bei akuten Schwermetall-Vergiftungen ist die Prognose des Vogels bei rechtzeitiger Therapie in der Regel gut. Häufig geht es dem Vogel innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung wieder besser. Inwieweit Vergiftungen die Organe der Vogels schädigen und somit zu Spätfolgen führen können, ist bislang jedoch unklar.

Anzeige

Hat der Vogel starke Beschwerden oder liegt eine chronische Vergiftung vor, verschlechtert sich die Prognose. Darüber hinaus spielt es für die Prognose eine Rolle, wie viel Gift der Vogel aufgenommen hat und um welches Gift es sich handelt. Vögel, die zum Beispiel Teflondämpfe eingeatmet haben, sterben meist innerhalb weniger Minuten.

Lesen Sie jetzt weiter in diesem Artikel:

Diesen Artikel teilen:

Newsletter abonnieren - Kostenlos per Mail, nützliche Infos, verständlich aufbereitet

Anzeige

Anzeige

Aktuelle Stellenangebote
Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin