Labradoodle: Alles über Charakter, Pflege und Haltung

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Labradoodle sind Mischlinge aus Labrador und Pudel. Um die beliebten Hunde ranken sich viele Fragen: Ist ein Labradoodle ein Anfängerhund? Für wen eignet er sich? Stimmt es, dass Labradoodle auch für Allergiker geeignet sind? Und was kostet ein Labradoodle überhaupt? Die Antworten und weitere Infos gibt es hier!

Labradoodle sind Kreuzungen aus Pudel und Labrador Retrievern. Sie können in ihrer Größe und Farbgebung deutlich variieren. So hängt ihre Größe etwa davon ab, ob die Pudel-Mischlinge Großpudel, Kleinpudel oder Zwergpudel als Elternteil haben. Sie vereinen Charaktereigenschaften beider Rassen und gelten als freundlich, verspielt und sozial.

Labradoodle: Größe, Gewicht und Farben

Die Größe eines Labradoodles variiert zwischen 35 und 64 Zentimetern Schulterhöhe. Je nach Größe der Elterntiere schwankt das Gewicht beim Labradoodle zwischen 20 und 40 Kilogramm. Auch im Aussehen unterscheiden sich Labradoodle mitunter stark, so sind folgende Fellfarben vertreten:

  • Weiß, creme- oder sandfarben
  • Mahagoni, Schokobraun, Dunkelbraun
  • Schwarz
  • Blaugrau
  • Zweifarbig

Wie bei den meisten Mischlingen lassen sich bei einem Labradoodle-Welpen Aussehen und Größe nie ganz sicher vorhersagen. Auch wenn kleinere Pudel eingekreuzt wurden, ist das noch keine Garantie für eine geringere Größe der Nachkommen, d. h. man sollte sich auf Überraschungen einstellen.

Charakter: Für wen eignet sich ein Labradoodle?

Das Wesen des Labradoodles gilt als sozial, freundlich und anhänglich. Die wuscheligen Hunde sind zudem schlau und lernen schnell und gerne. Aufgrund ihres friedlichen Charakters sind Labradoodle vor allem als Familienhund beliebt. Grundsätzlich freuen sich diese Hunde über Familienanschluss. Eine wichtige Voraussetzung für ein freudvolles Zusammenleben ist jedoch, die Bedürfnisse eines Labradoodles zu kennen und zu befriedigen. So braucht ein Labradoodle ausreichend Auslauf: Insbesondere jüngere Hunde sind aktiv und brauchen viel Bewegung, um ausgelastet zu sein. Zudem benötigen die klugen Labradoodle eine intellektuelle Forderung, um glücklich zu sein. Und wie jeder Hund brauchen sie Zuwendung und Beschäftigung. Ein Labradoodle, der viele Stunden am Tag alleine zu Hause oder im Büro verbringt und sich langweilt, kommt mitunter auf dumme Gedanken und sucht sich selbst eine „spannende“ Beschäftigung. Für Menschen, die sich Zeit für ihren Hund nehmen, gerne aktiv sind und ausreichend Platz haben, ist ein Labradoodle jedoch bestens geeignet.

Ist ein Labradoodle ein Anfängerhund?

Labradoodle eignen sich auch für Anfänger. Voraussetzung ist eine konsequente, liebevolle und – aus Hundeperspektive – sinnvolle Erziehung. Wer noch keine Erfahrung mit Hunden hat, tut gut daran, mit seinem Labradoodle bereits im Welpenalter eine Hundeschule zu besuchen beziehungsweise sich von einem Hundetrainer beraten zu lassen. So lernen Mensch und Hund von Anfang an richtig miteinander umzugehen.

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Labradoodle kaufen: Was kostet ein Labradoodle?

Für einen Labradoodle-Welpen muss man mit einem Preis ab 1.000 Euro aufwärts rechnen. Je nach Anbieter kann der Preis auch 2.500 Euro oder mehr betragen. Wer sich einen Labradoodle-Welpen kaufen möchte, tut gut daran, auf einen seriösen Anbieter zu achten. Grundsätzlich sollte dieser einen aufgeschlossenen Eindruck machen und Fragen rund um die Welpen und Elterntiere bereitwillig beantworten. Somit sollte es selbstverständlich möglich sein, die Labradoodle-Welpen in ihrer häuslichen Umgebung zu besuchen, gegebenenfalls auch mehrmals, bevor man sich für ein Tier entscheidet. Niemals sollte man hingegen Hunde von Händlern kaufen, die Tiere an merkwürdigen Orten (z. B. auf Parkplätzen) anbieten. Auch Ausreden dafür, warum ein Besuch der Hunde zu Hause nicht möglich ist, wie eine unaufgeräumte Wohnung, sollte man skeptisch begegnen.

Ist ein Labradoodle ein Allergiker-Hund?

Dem Labradoodle wird nachgesagt, dass er sich auch für Allergiker eignet. Dies stimmt allerdings nur zum Teil. Menschen mit einer Hundeallergie reagieren auf bestimmte Allergene, die sich unter anderem im Speichel und in Bestandteilen der Haut von Hunden befinden. Auch Labradoodle weisen diese Allergene auf. Allerdings verlieren Labradoodle im Vergleich zu anderen Hunden weniger Haare, weshalb sie die Allergene weniger in ihrer Umgebung verbreiten. Menschen, die eine Hundeallergie haben, sollten sich, bevor sie sich für einen Hund entscheiden, daher am besten ärztlich beraten lassen, ob ein Labradoodle eine mögliche Option ist.

Labradoodle: Welche Krankheiten kommen vor?

Grundsätzlich können bei einem Labradoodle rassetypische Erkrankungen von Pudel oder Labrador auftreten. Da es sich jedoch um Mischlinge handelt, ist die Wahrscheinlichkeit für die jeweilige rassespezifische Krankheit etwas geringer als bei reinrassigen Hunden. Es lässt sich aber letztlich nicht vorhersagen, ob eine Veranlagung beim individuellen Tier zum Tragen kommt oder nicht. Die Gesundheit der Elterntiere kann unter Umständen Hinweise liefern, ob ein erhöhtes Risiko besteht, vor allem hinsichtlich folgender Erkrankungen:

  • Hüftgelenk-Dysplasie
  • Ellbogengelenk-Dysplasie
  • Progressive Retinaatrophie (PRA), eine Netzhauterkrankung der Augen

Ein seriöser Züchter wird keine Elterntiere einsetzen, bei denen eine der genannten Krankheiten bekanntermaßen vorliegt.

Welche Pflege braucht ein Labradoodle?

Das Fell eines Labradoodles kann in seiner Struktur variieren – je nachdem, ob sich das wenig haarende Fell des Pudels oder das des ständig haarenden Labradors durchsetzt. Regelmäßiges Bürsten ist im Allgemeinen angebracht, wie oft dies nötig ist, hängt vom individuellen Fall ab. Normalerweise braucht man einen Labradoodle nicht zu baden. Hat er sich jedoch im Dreck gesuhlt, kann es durchaus einmal notwendig sein. Um die Gesundheit der Hundehaut zu schonen, ist es oft ausreichend, den Hund in diesem Fall nur mit lauwarmem Wasser abzuduschen. Bei sehr hartnäckigem Schmutz im Fell hilft ein Shampoo, das speziell für Hunde geeignet ist.

Welches Futter braucht ein Labradoodle?

Wie jeder Hund sollte ein Labradoodle mit möglichst hochwertigem Futter ernährt werden. Lassen die Elterntiere erwarten, dass der Labradoodle recht groß wird, ist unter Umständen eine spezielle Ernährung in der Wachstumsphase wichtig. Vor allem ein bedarfsgerechtes Kalzium-Phosphorverhältnis ist wichtig, um Skelettschäden zu vermeiden. Bei Unsicherheiten ist es empfehlenswert, sich tierärztlichen Rat einzuholen.

Weiterführende Informationen

Autorin: Pascale Huber, Tierärztin, Chefredaktion, vetproduction GmbH
Datum: November 2022
Quellen:
Berger, R.: Poodle, Cockapoo, Goldendoodle, Labradoodle & Co. XinXii Verlag 2022
Saben, S.: Labradoodle and Labradoodles. DYM Worldwide Publishers 2017