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Eqvalan®

 

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Was ist Eqvalan®?

Eqvalan® ist ein rezeptpflichtiges Entwurmungsmittel für Pferde. Das Medikament ist als weiche, orangefarbene Paste unter dem Namen Eqvalan® DUO-Paste im Handel erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Eqvalan®?

Eqvalan® enthält die Wirkstoffe Ivermectin und Praziquantel. Das Medikament wirkt gegen Wurminfektionen, die durch Bandwürmer (Zestoden), Fadenwürmer (Nematoden) oder Gliederfüßer (Arthropoden) hervorgerufen werden. Eqvalan® gehört daher zu den Wurmmitteln, den sogenannten Anthelminthika.

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Eqvalan® wirkt gegen folgende Bandwürmer, Fadenwürmer und Gliederfüßer:

  • Erwachsene (adulte) Bandwürmer
  • Große, erwachsene (adulte) Strongyliden, teilweise auch gegen verschiedene Larvenstadien
  • Kleine, erwachsene (adulte) Strongyliden, auch gegen die vierten Larvenstadien und Benzimidazol-resistente Stämme
  • Erwachsene (adulte) Magenfadenwürmer
  • Erwachsene (adulte) Pfriemenschwänze, auch gegen die vierten Larvenstadien
  • Erwachsene (adulte) Spulwürmer, auch gegen die dritten und vierten Larvenstadien
  • Mikrofilarien
  • Erwachsene (adulte) Zwergfadenwürmer
  • Erwachsene (adulte) Rollschwänze
  • Alle Larvenstadien der Magendassel
  • Erwachsene (adulte) Lungenwürmer, auch gegen das inhibierte vierte Larvenstadium

Eine Applikationsspritze von Eqvalan® enthält 7,74 g Paste mit 0,12 g Ivermectin und 0,6 g Praziquantel.

 

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Wann wird Eqvalan® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Eqvalan® zur Behandlung einer Infektion mit verschiedenen Parasiten bei Pferden. Voraussetzung ist, dass diese durch Bandwürmer (Zestoden), Fadenwürmer (Nematoden) oder Gliederfüßer (Arthropoden) verursacht wird.

Der Wirkstoff Ivermectin aktiviert bestimmte Chlorid-Kanäle, die sich in der Zellwand der Nerven- und Muskelzellen von Wirbellosen befinden. In der Folge strömen vermehrt Chlorid-Ionen in die Zelle und stören die Kommunikation der Zellen untereinander. Dies führt zu einer Lähmung und schließlich zum Tod des Parasiten. Da diese speziellen Chlorid-Kanäle jedoch nur bei Wirbellosen und nicht bei Säugetieren vorkommen, wirkt Ivermectin ausschließlich gegen Parasiten. Für Pferde ist es gut verträglich.

Der Wirkstoff Praziquantel wirkt gegen verschiedene Bandwürmer (Zestoden) und Fadenwürmer (Nematoden). Er aktiviert sogenannte Kalzium-Kanäle, die sich in der Haut der Parasiten befinden. Der verstärkte Kalzium-Einstrom führt dazu, dass sich die Muskulatur zusammenzieht. Der Wurm kann sich nicht mehr bewegen und löst sich vom Pferd. Außerdem stört Praziquantel den Stoffwechsel, sodass das Immunsystem des Pferdes den Parasiten leichter angreifen kann.

Eqvalan® darf nicht angewendet werden bei:

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  • Stuten, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist
  • Bei anderen Tierarten wie Katzen, Hunde und Schildkröten

Eqvalan® sollte nicht angewendet werden bei:

  • Fohlen unter zwei Monaten
  • Zuchthengsten
  • Stuten im ersten Drittel der Trächtigkeit

 

Wie soll Eqvalan® verabreicht werden?

Eqvalan® wird nur einmal verabreicht. Empfohlen wird eine Dosis von 0,2 mg Ivermectin und 1 mg Praziquantel pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1,29 g Paste pro 100 kg Körpergewicht.

In der Packung von Eqvalan® befindet sich eine Applikationsspritze. Mit deren Hilfe ist es möglich, dem Pferd die benötigte Arzneimittelmenge zu verabreichen. Vor der Arzneimittelgabe sollte das Körpergewicht des Tieres möglichst genau bestimmt werden, um Dosierungsfehler zu vermeiden. Anschließend wird das Gewicht mithilfe des Rändelrings eingestellt. Hierfür müssen Sie zuerst den Rändelring am Schaft durch eine Vierteldrehung nach links lösen. Auf dem Stempelschaft befinden sich Markierungen, wobei jede ganze Markierung für eine Dosis steht, die zur Behandlung von einem Tier mit 100 kg benötigt wird. Schieben Sie nun den Ring bis zu der Markierung, die dem Gewicht des Pferdes entspricht. Der Ring wird durch eine Vierteldrehung nach rechts fixiert, sodass der Pfeil auf dem Ring und der auf dem Stempelschaft übereinstimmen. Nehmen Sie nun die Spitze der Applikationsspritze ab, schieben Sie die Spritze in das Maul des Pferdes und geben Sie die Paste auf den Zungengrund. Damit das Pferd die Paste auch tatsächlich hinunterschluckt, sollten Sie anschließend den Pferdekopf ein paar Sekunden nach oben halten. Wichtig ist, dass sich während der Arzneimittelgabe keine Futterreste im Maul des Tieres befinden.

Der Inhalt einer Applikationsspritze reicht für eine Behandlung von einem 600 Kilogramm schweren Pferd. Tiere, die mit Eqvalan® behandelt wurden, dürfen bis 30 Tage nach Behandlungsende nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden.

 

Welche Nebenwirkungen hat Eqvalan®?

Unter Einnahme von Eqvalan® wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Vereinzelt bei Pferden mit starkem Befall von Mikrofilarien: Wassereinlagerungen (Ödeme) und Juckreiz. Diese Nebenwirkungen klingen innerhalb weniger Tage ab. Dennoch kann es sinnvoll sein, die Symptome mit geeigneten Mitteln zu behandeln.
  • Bei schwerem Bandwurmbefall wurden Anzeichen einer leichten, vorübergehenden Kolik sowie weicher Kot beobachtet.
  • Gelegentlich: Entzündungen in der Maulhöhle, der Lippen und Zunge. Diese können zusammen mit Wassereinlagerungen (Ödemen), vermehrtem Speicheln, Rötungen, eingeschränktem Zungenspiel und Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis) auftreten. Die unerwünschten Wirkungen treten innerhalb einer Stunde nach der Medikamentengabe auf und heilen normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder ab. Eine Behandlung der Symptome wird nur empfohlen, wenn die Reaktionen schwer sind.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
Merial: Arzneimittelinformation über Eqvalan®

http://de.merial.com/SiteCollectionDocuments/pferd/Eqvalan%20Duo%20Paste.pdf (Abruf: Oktober 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00056339.01?inhalt_c.htm (Abruf: Oktober 2014)
Dacon GmbH: Fachinformation über Eqvalan®
http://www.pharmazie.com/graphic/A/32/8-00632.pdf (Abruf: Oktober 2014)

 

 

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