Bissverletzungen beim Hund

Diagnose:

Halskragen beim Hund
Ein Halskragen ist oft notwendig, damit der Hund nicht an die Wunde gelangen kann. Foto: vetproduction

Wie werden Bissverletzungen beim Hund diagnostiziert?

Bissverletzungen lassen sich feststellen, indem man sich den Hund auf äußerlich sichtbare Verletzungen hin anschaut. Da die Haut von Hunden relativ frei verschiebbar ist, sind auf der Hautoberfläche oft nur kleine Wunden sichtbar. Die darunter liegenden Gewebeschichten sind nach einer Bissverletzung aber häufig stärker beschädigt. Teilweise reißt die Haut auf einer größeren Fläche ein und es entstehen lappenförmige Wundränder.

Bei Bissverletzungen im Bauch- und Brustkorbbereich des Hundes ist es außerdem wichtig zu überprüfen, ob innere Organe durch den Biss verletzt wurden. Dazu muss die Tierärztin oder der Tierarzt bildgebende Verfahren wie eine Röntgen-Untersuchung oder eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen.

Neben inneren Organen können bei Bissverletzungen auch Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln des Hundes verletzt sein. Auch hier sind weitere Untersuchungen durch die Tierärztin oder den Tierarzt nötig.

Behandlung:

Wie können Bissverletzungen beim Hund behandelt werden?

Bissverletzungen beim Hund werden zunächst vorsichtig und gründlich gereinigt. Dazu ist es notwendig, das umliegende Fell großflächig zu entfernen, da darüber Schmutz und Keime in die Wunde gelangen können, die zu einer Entzündung führen. Bei kleineren Bissverletzungen legt die Tierärztin bzw. der Tierarzt dem Hund nach der Wundversorgung in der Regel einen Verband an, um die verletzte Stelle zu schützen und Infektionen zu vermeiden.

Hat der Hund größere Bissverletzungen, kann es notwendig sein, die Wunde zu operieren. Dazu entfernt der Tierarzt das zerstörte und zum Teil bereits abgestorbene Gewebe, nachdem er die Bissverletzung gereinigt und das Fell um die Wunde entfernt hat. Danach legt er ebenfalls einen Verband an. Bei großen Wunden benötigt der Hund manchmal eine Drainage, über die das Wundsekret abfließen kann. Dazu legt der Tierarzt einen dünnen Schlauch, den sogenannten Drain, in die Wunde ein. In diesem Fall bekommt der Hund einen Halskragen, damit er den Drain nicht herauszieht. Der Tierarzt entfernt die Drainage in der Regel spätestens nach drei Tagen.

Bei einer Bissverletzung nimmt die Tierärztin bzw. der Tierarzt außerdem Proben aus der Wunde des Hundes. So lässt sich bestimmen, ob und gegebenenfalls welche Erreger vorhanden sind, um sie gezielt mit einem Medikament (z.B. einem Antibiotikum) zu behandeln. Während der ersten drei bis fünf Tage ist es außerdem ratsam, die Bissverletzung beim Hund mit speziellen Wundauflagen zu bedecken, um Komplikationen zu vermeiden.

Prognose:

Wie ist die Prognose für einen Hund mit Bissverletzungen?

Die Prognose ist bei Bissverletzungen beim Hund normalerweise gut. Treten Entzündungen an der Wunde auf oder liegt die Bisswunde im Bereich des Brustkorbs, sind die Heilungschancen etwas schlechter. Insgesamt überleben ungefähr 90 Prozent der Hunde nach einer Bissverletzung.

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