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Kaninchen-Krankheiten: So können Sie vorbeugen!

 

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Junges Kaninchen

Foto: Pixabay.de

Ob Zwergkaninchen oder Riesenrasse – die Langohren erfreuen sich bei Hobbyhaltern wie bei Kaninchenzüchtern größter Beliebtheit. Doch nicht jeder Halter denkt bei einem gesunden und bestens gepflegten Tier an drohende Infektionen. Warum Sie diese Kaninchenkrankheiten kennen sollten, und wie Sie Ihr Kaninchen davor schützen können erfahren Sie hier!

Zwei Virusinfektionen sind beim Kaninchen von größter Bedeutung:

  • Myxomatose
  • Hämorrhagische Kaninchenkrankheit Variante 1 (klassische RHD oder „Chinaseuche“)
  • Hämorrhagische Kaninchenkrankheit Variante 2 (neue Variante, RHDV-2)

Beide Infektionen rufen bei Kaninchen schwere Erkrankungen hervor – mit quälenden Krankheitssymptomen und oft mit tödlichem Ausgang. Eine RHD kann sogar derart rasant verlaufen, dass betroffene Kaninchen versterben, noch bevor ihr Halter überhaupt eine Erkrankung bemerkt hat.
Und wie bei den meisten Virusinfektionen gibt es keine Therapie, um die Ursache zu behandeln. Doch auch wenn ein Kaninchen die Krankheit übersteht, bleibt es eine Bedrohung für andere Artgenossen, da es weiterhin Viren ausscheidet und andere Tiere anstecken kann.
Zudem ist eine Therapie mit hohen Behandlungskosten verbunden – bei gleichzeitig ungewissem Erfolg.

Triftige Gründe also, um Ihr Kaninchen gut zu schützen!

Myxomatose: So können Sie Ihr Kaninchen schützen

Um Ihr Kaninchen vor Myxomatose zu schützen, gibt es eine verlässliche und einfache Möglichkeit: die Myxomatose-Impfung. Je nach Art des Impfstoffs ist eine Auffrischung im halbjährlichen oder jährlichen Abstand erforderlich. Es gibt die Möglichkeit, einzeln gegen Myxomatose und RHD zu impfen oder auch beiden Krankheiten gleichzeitig mit einem einzigen Impfstoff vorzubeugen. Lassen Sie sich am besten dazu von Ihrem Tierarzt beraten.
Eine Jahresimpfung ist dabei besonders komfortabel, denn:

  • Ein Termin weniger entlastet Sie und reduziert die Gefahr, dass Sie eine Impfung vergessen.
  • Ein Tierarztbesuch weniger heißt auch: Einmal weniger Stress für Ihr Kaninchen!

Damit Ihr Tier bestmöglich geschützt ist, sollten Sie Ihr Kaninchen frühzeitig, d. h. in den ersten Lebenswochen impfen lassen und unbedingt auf einen lückenlosen Impfschutz achten.

Myxomatose-Check: Fakten zur Kaninchenkrankheit

Die Myxomatose ist weltweit verbreitet. In Deutschland kommt es immer wieder zu regionalen Ausbrüchen, sodass ein entsprechender Schutz von Kaninchen unabdingbar ist.

Wussten Sie schon…?
Wie oft es zu Myxomatose Ausbrüchen kommt, ist auch wetterabhängig. Die Erklärung: Vor allem stechende Insekten wie Mücken übertragen das Virus. Da sich Stechmücken bei feucht-warmer Witterung besonders stark vermehren, steigt damit auch das Risiko einer Myxomatose-Infektion.

Hauptsächlich Wildkaninchen beherbergen das Myxomatose-Virus. Besonders Stechmücken, aber auch Zecken, Milben oder Kaninchenflöhe nehmen die Erreger beim Blutsaugen auf und übertragen diese dann auf die Hauskaninchen. Es ist auch möglich, dass sich Kaninchen durch direkten Kontakt zu erkrankten Tieren oder über verunreinigtes Futter oder Gegenstände anstecken. Dies kommt jedoch seltener vor.

Myxomatose: Symptome, Diagnose und Verlauf

Etwa vier bis zehn Tage nach dem Kontakt mit dem Myxomatose-Virus treten die ersten Symptome auf. Tierärzte unterscheiden dabei zwei Krankheitsformen:

  • Ödem-Form: Es bilden sich Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Körperstellen, an denen das Virus eingedrungen ist (z. B. über einen Insektenstich). Typisch sind z. B. gerötete und geschwollene Ohren, Augen sowie Genitalöffnungen. Betroffene Kaninchen sind sehr krank, haben Fieber und fressen nicht mehr. Da ihr Immunsystem geschwächt ist, erkranken sie außerdem oft zusätzlich z. B. an Kaninchenschnupfen. Die Ödem-Form der Myxomatose ist besonders aggressiv – oft versterben Kaninchen innerhalb von ein bis zwei Wochen.
  • Knotige Form: Diese Form der Myxomatose verläuft etwas weniger aggressiv, kommt insgesamt aber auch deutlich seltener vor. Charakteristisch sind Hautknoten, z. B. an den Ohren, die sich mit der Zeit auch zu offenen Hautstellen (Geschwüren) entwickeln können. Auch wenn betroffene Kaninchen ansonsten nicht sehr krank wirken, stellen sie für andere Kaninchen eine Infektionsgefahr dar.

Treten bei einem ungeimpften oder unregelmäßig geimpften Kaninchen diese Symptome der Myxomatose auf, steht die Diagnose schnell fest. Zwar kann der Tierarzt dann versuchen, das Kaninchen zu behandeln, in den meisten Fällen werden Myxomatose-kranke Kaninchen aber nicht mehr gesund und sterben.

Chinaseuche oder RHD – alte und neue Varianten

Die sogenannte Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (engl. Rabbit Hemorrhagic Disease, RHD) ist neben der Myxomatose die andere, bedeutende Virusinfektion bei Kaninchen. Da sich die Infektion in den 1980er Jahren von China aus über die ganze Welt verbreitet hat, wird sie manchmal auch als Chinaseuche bezeichnet. Zwei Virus-Varianten sind aktuell bedeutend, RHDV-1 (auch klassische Variante) und RHDV-2, die sich in den letzten Jahren zunehmend ausgebreitet hat. Ausbrüche beider Varianten der RHD kommen in Deutschland immer wieder vor und die meisten Kaninchen sterben daran.

Da in den vergangenen Jahren in den Medien vermehrt RHDV-2 im Fokus stand, ist der Blick auf die klassische RHD und die Myxomatose in den Hintergrund gerückt, sodass manche Kaninchenhalter diese Gefahr unterschätzen. Doch beide Erkrankungen stellen nach wie vor eine Bedrohung für Kaninchen dar und ein zuverlässiger Schutz ist unverzichtbar.

RHD-Check: Symptome, Diagnose und Verlauf

Die RHD ist hochansteckend: Kaninchen infizieren sich durch direkten Kontakt zu erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen sowie durch stechende Insekten. Anders als bei der Myxomatose, kann das Virus aber auch über Gegenstände und Futter übertragen werden.

Die RHD tritt sehr rasch auf und es ist auch möglich, dass betroffene Tiere ohne vorherige Krankheitszeichen plötzlich tot im Stall liegen. An RHDV-1 erkranken überwiegend ausgewachsene Kaninchen. Jungtiere hingegen verfügen in der Regel über einen Nestschutz, d. h. Antikörper, die sie vom Muttertier erhalten haben, schützen sie in den ersten Lebenswochen. Im Gegensatz dazu erkranken an RHDV-2 auch sehr junge Kaninchen und Nestlinge. Ansonsten lassen sich die beiden Virus-Varianten nicht aufgrund der Symptome voneinander unterscheiden.

Anzeichen der RHD können sein:

  • Atembeschwerden
  • Erstickungskrämpfe
  • Nasenbluten
  • Blut im Urin oder Kot
  • Fressunlust
  • Hohes Fieber
  • Unruhe oder Abgeschlagenheit

Der beste Schutz vor beiden Varianten der RHD besteht in der Impfung. Auch hier stehen verschiedene Impfstoffkombinationen zur Verfügung, z. B. gegen Myxomatose und RHDV-1 in einer einzigen Jahresimpfung. Auch Impfstoffe gegen RHDV-2 sind verfügbar. Ihr Tierarzt kann Sie dazu beraten.

Machen Sie sich und Ihrem Kaninchen das Leben leicht: Viele Tierarztpraxen bieten Impferinnerungen per E-Mail (manchmal auch Postkarte) an. Nutzen Sie diesen Service und handeln Sie verantwortungsvoll – ein gesundes Tier ist der Lohn!

Quellen:
Göbel, T.: Praxisreihe Kleintiere: Infektionskrankheiten beim Kaninchen: RHD, RHDV-2 und Myxomatose – ein Update. (Stand: 01.01.2019)
Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Kaninchenimpfstoffe. Stand: 15.02.2019
Ständige Impfkommission Vet (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI): Impfleitlinie Kleintiere. Stand: 01.02.2019

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