Anzeige

Anzeige

Zum Portal für Tiermedizinische Fachangestellte TFA-Portal.de Zum Portal für Tierärzte und Tiermedizin-Studenten

Anzeige


Home » Tierkrankheiten » Hundekrankheiten » Epilepsie bei Hunden

Epilepsie bei Hunden

 

Diesen Artikel teilen:

 

Lesen Sie in diesem Artikel:

Diagnose:

Magnet-Resonanz-Tomografie

Eine Magnet-Resonanz-Tomografie des Gehirns kann durchgeführt werden, um die Ursache der Krämpfe beim Hund zu ermitteln. Foto: vetproduction

Wie wird eine Epilepsie bei Hunden diagnostiziert?

Der Tierarzt diagnostiziert eine Epilepsie bei Hunden, indem er andere mögliche Ursachen für Krämpfe ausschließt. Zunächst führt er eine ausführliche neurologische Untersuchung beim Hund durch, um festzustellen, ob der Hund auch zwischen seinen Anfällen neurologische Störungen aufweist. Es folgen Blutuntersuchungen und Röntgen-Untersuchungen, um organische Erkrankungen auszuschließen, beispielsweise eine Nieren- oder eine Leberstörung oder eine Vergiftung. Oftmals sind weitere Diagnose-Methoden wie Ultraschall, EKG oder Urinuntersuchungen notwendig, um die Ursache von Epilepsie bei Hunden festzustellen.

Hat der Tierarzt durch diese Untersuchungen keine Ursache für die Epilepsie bei Hunden gefunden, schließt er eine Erkrankung des Gehirns, wie eine Missbildung, eine Entzündung oder einen Gehirntumor, aus. Diese Untersuchungen führt er in Narkose durch. Der Tierarzt kann außerdem Gehirnflüssigkeit  (Liquoruntersuchung) entnehmen und eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Gehirns durchführen, um die Ursache der Epilepsie bei Hunden zu ermitteln. In manchen Kliniken ist eine Messung der Gehirnströme (EEG) beim Hund möglich. Sind alle diese Untersuchungen unauffällig, geht der Tierarzt davon aus, dass der Hund an einer primären Epilepsie (idiopathische Epilepsie) leidet.

Anzeige

Behandlung:

Wie kann eine Epilepsie bei Hunden behandelt werden?

Der Tierarzt behandelt eine Epilepsie bei Hunden entsprechend ihrer Ursache. Ist die Ursache für den Krampfanfall eine andere Grunderkrankung, beispielsweise eine Leber- oder Nierenstörung, eine Vergiftung oder eine Infektion, so behandelt der Tierarzt diese Grunderkrankung. In der Regel treten die Krampfanfälle dann nicht mehr auf.

Handelt es sich um eine primäre Epilepsie bei Hunden (idiopathische Epilepsie), das heißt die Ursache für das Krampfen liegt in den Nervenzellen des Gehirns selber, verordnet der Tierarzt sogenannte Antiepileptika – also Arzneimittel gegen Epilepsie. Das Medikament der Wahl ist Phenobarbital. Bis das Phenobarbital im Blut des Hundes einen wirksamen Spiegel erreicht, vergehen zwei bis drei Wochen. Gerade in den ersten Tagen der Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen: Der Hund ist müde und träge, er frisst mehr und trinkt mehr. Meist lassen diese Effekte nach ein paar Tagen nach.

Es ist wichtig, dass der Tierarzt die notwendige Dosis der Antiepileptika bei jedem Hund mit Epilepsie individuell einstellt. Daher sind häufige Kontrolluntersuchungen ratsam, bei denen er unter anderem den Phenobarbital-Wert im Blut des Hundes misst. Kommt es unter dieser Therapie zu keiner deutlichen Besserung (wie seltenere und kürzere Anfälle), kann Phenobarbital mit weiteren Antiepileptika kombiniert werden. Das zweite Antiepileptikum der Wahl ist Kaliumbromid. Auch bei diesem Wirkstoff vergehen einige Wochen, bis es in ausreichender Konzentration im Blut vorhanden ist. Auch hier ist es wichtig, regelmäßige Blutuntersuchungen beim Hund durchzuführen.

Um einem Hund mit Epilepsie während eines Krampfanfalls schnell helfen zu können, verschreibt der Tierarzt Medikamente (zum Beispiel Diazepam), welche man dem Hund während des Krampfs als Zäpfchen oder rektale Tube verabreicht, um den Krampfanfall zu mindern. Sollte der Hund jedoch nicht aufhören zu krampfen, ist eine schnellstmögliche Vorstellung beim Tierarzt anzuraten. Während des Krampfanfalls ist es empfehlenswert, nichts weiter zu unternehmen, denn der Hund kann im Krampf unwillentlich seinen Besitzer beißen. Falls nötig, kann man als Besitzer Gegenstände, an denen der Hund sich verletzen kann, aus dem Weg räumen.

Zur Kontrolle, ob die Behandlung der Epilepsie bei Hunden anschlägt, empfiehlt es sich, einen Krampfkalender zu führen. Hier wird vermerkt, wie oft und wie lange der Hund krampft. Dies ermöglicht dem Tierarzt einzuschätzen, ob die Therapie anschlägt oder nicht. Auch den Hund beim Krampfen zu filmen, kann hilfreich sein.

Prognose:

Wie ist die Prognose einer Epilepsie bei Hunden?

Die Prognose einer Epilepsie bei Hunden hängt von der Ursache des Krampfanfalls ab. Bei einer primären Epilepsie bei Hunden, bei der die Nervenzellen im Gehirn erblich bedingt leichter erregbar sind und sich dies in Krämpfen äußert, ist die Prognose umso besser, je früher die Erkrankung behandelt wird. Je häufiger der Hund krampft, desto mehr Nervenzellen sind beim nächsten epileptischen Krampf betroffen, was sich durch häufigeres und stärkeres Krampfen äußert.

Bei einer primären Epilepsie bei Hunden ist eine lebenslange Therapie beim Hund notwendig. Das Ziel der Therapie ist, dass der Hund weniger und schwächere Krampfanfälle zeigt und die Folgen des Krampfs weniger stark ausgeprägt sind. Der Hund gewinnt dadurch deutlich an Lebensqualität. Tierärzte haben herausgefunden, dass unter einer Behandlung mit Phenobarbital etwa ein Drittel der Hunde anfallsfrei werden können; bei einem weiteren Drittel kommt es zu einer deutlichen Besserung; und bei dem letzten Drittel gelingt zum Teil die komplette oder teilweise Unterdrückung der Krampfanfälle nicht. In diesen Fällen verordnet der Tierarzt dem Hund mit Epilepsie weitere Medikamente. Etwa ein Viertel der Tiere, die unter einer Phenobarbital-Therapie keine Besserung zeigten, werden laut wissenschaftlichen Studien mit einer Kombination aus Kaliumbromid und Phenobarbital anfallsfrei. Alle momentan auf dem Markt vorhandenen Medikamente gegen Epilepsie (Antiepileptika) haben allerdings auch Nebenwirkungen und machen den Hund zum Beispiel müde.

Anzeige

Ist die Ursache für eine Epilepsie bei Hunden eine andere Krankheit, so hängt die Prognose von dieser Grunderkrankung ab. Je besser sich die Ursache, beispielsweise eine Nieren- oder Leberstörung, eine Infektionserkrankung oder eine Vergiftung behandeln lässt, umso günstiger ist die Prognose der Epilepsie bei Hunden.


Lesen Sie jetzt weiter in diesem Artikel:

Diesen Artikel teilen:

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Aktuelle Umfrage
Empfinden Sie die Tierarztkosten als zu hoch?
  • Ja 82%, 228 votes
    228 votes 82%
    228 votes - 82% von allen Abstimmungen
  • Nein 18%, 51 vote
    51 vote 18%
    51 vote - 18% von allen Abstimmungen
Abstimmungen insgesamt: 279
Freitag, 15. September 2017
Aktuelle Stellenangebote
Newsletter abonnieren

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mit unserem kostenlosen Newsletter!

Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin