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Impfungen beim Pferd

 

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Welche Impfungen beim Pferd gibt es?

Pferd auf der Wiese

Eine Impfung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um ein Pferd vor Infektionskrankheiten zu schützen. Foto: vetproduction

Eine Impfung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um ein Pferd vor Infektionskrankheiten zu schützen. Es lassen sich zwei Formen von Impfungen unterscheiden: die aktive und die passive Immunisierung.

•    Aktive Immunisierung:

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Bei der aktiven Immunisierung erhält das Pferd abgeschwächte, abgetötete oder in Bruchstücke gespaltene nicht infektiöse Antigene, die sein Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anregen. Ziel der aktiven Immunisierung ist ein spezifischer, langfristiger Schutz (Immunität) gegen Infektionserreger. Der Nachteil bei dieser Form der Impfung ist, dass der Körper des Pferdes für die Bildung der Antikörper einige Tage bis Wochen benötigt.

•    Passive Immunisierung:

Bei der passiven Immunisierung bekommt das Pferd ein Immunserum, in dem die benötigten Antikörper gegen die jeweilige Erkrankung bereits enthalten sind. Der Impfstoff schützt daher bereits unmittelbar nach der Verabreichung. Da die Antikörper jedoch körperfremd sind, baut der Organismus sie wieder ab. Eine passive Immunisierung schützt das Pferd daher nur kurzfristig.

Es gibt bestimmte Erreger beziehungsweise Krankheiten, gegen die alle Tiere einer Spezies zu jedem Zeitpunkt geschützt sein sollten. Diese Impfungen bezeichnet man als Core-Impfungen oder Pflicht-Impfungen. Dazu zählen bei Pferden laut der „Ständigen Impfkommission Vet.“  Impfungen gegen die folgenden Krankheiten:

  • Pferdeinfluenza (Erreger: Equines Influenzavirus = EIV)
  • Herpes (Erreger: Equines Herpesvirus = EHV)
  • Tetanus (Erreger: Clostridium tetani)

Die Impfungen gegen diese Krankheiten sind wichtig für ein Pferd, da die Infektionen seine Gesundheit massiv beeinträchtigen können und zum Teil tödlich enden.

  • Bei der Pferdeinfluenza (Ansteckender Pferdehusten) handelt es sich um eine von Fieber begleitete Atemwegserkrankung, im Zuge dessen das Pferd unter anderem stark hustet. Zudem ist das Pferd durch die Erkrankung weniger leistungsfähig.
  • Das Equine Herpesvirus (Typ EHV 1) kann unter anderem zum Virusabort (Fehlgeburt aufgrund von Viren) bei Stuten führen. Eine Infektion mit dem Equinen Herpesvirus 4 (EHV 4) löst eine Entzündung der Atemwege (Rhinopneumonitis) beim Pferd aus.
  • Bei der Tetanus-Schutzimpfung handelt es sich um die wichtigste Impfung, da Pferde sehr empfänglich für diese Krankheit sind. Tetanus (Wundstarrkrampf) ruft unter anderem Lähmungserscheinungen und lang anhaltende Krämpfe hervor und verläuft meist tödlich.

Bei den Non-Core-Impfungen hingegen handelt es sich um Wahl-Impfungen, die nicht zwangsläufig bei allen Pferden durchgeführt werden müssen. Diese Impfungen kommen nur unter besonderen Umständen zum Einsatz, zum Beispiel dann, wenn bei dem jeweiligen Pferd ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Als Wahl-Impfungen führt die „Ständige Impfkommission Vet.“ für Pferde Impfungen gegen folgende Krankheiten auf:

  • Tollwut
  • Druse
  • Equine Virale Arteritis (EVA)
  • Trichophytie, Mikrosporie (= Dermatophytosen bzw. Hautpilz-Erkrankungen)
  • West-Nil-Virus-Infektion

Ein Tierarzt kann Auskunft darüber geben, welche Impfungen bei dem jeweiligen Pferd erforderlich sind. Die Impfung gegen Tollwut wird bei Pferden nicht unter den Pflicht-Impfungen aufgelistet, da Deutschland seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut (d.h. Tollwut bei Bodentieren) ist. Darüber hinaus können die Pferde die Krankheit nicht untereinander übertragen; auch eine Übertragung von Pferden auf andere Warmblüter ist nicht möglich. Laut der „Ständigen Impfkommission Vet.“ ist es daher ausreichend, nur gefährdete Pferde zu impfen und von einer Populationsimpfung abzusehen. Gefährdet sind zum Beispiel Pferde bei Reisen in Länder, in denen die Tollwut noch verbreitet ist. Die Grundimmunisierung gegen Tollwut  umfasst eine einmalige Impfung ab dem sechsten Lebensmonat; die Wiederholungsimpfungen erfolgen in einem Abstand von drei Jahren.

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Wann sollte ich mein Pferd impfen lassen?

Zunächst wird eine sogenannte Grundimmunisierung beim Pferd durchgeführt. Diese bewirkt, dass das Pferd eine stabile Immunität gegen die verabreichten Impfstoffe aufbaut. Im Rahmen der Grundimmunisierung erhält das Pferd jeweils drei Impfungen gegen Tetanus, Pferdeinfluenza (Equines Influenzavirus = EIV) und das Equine Herpesvirus (EHV). Die „Ständige Impfkommission Vet.“ empfiehlt folgenden Impfplan für die Grundimmunisierung beim Pferd:

  • 5. Monat: EHV (Typ 1 und 4)
  • 6. Monat: Tetanus, EIV, EHV
  • 4 bis 6 Wochen später: Tetanus, EIV
  • 12. bis 14. Monat: EIV, EHV
  • 18. bis 20. Monat: Tetanus

Wegen des hohen Durchseuchungsgrads sollte gegen Pferdeinfluenza und das Equine Herpesvirus immer der gesamte Bestand geimpft werden. Ist das Pferd bei seiner ersten Impfung älter als fünf Monate und/oder ist der Impfstatus unbekannt, wird eine zweimalige Impfung aller Komponenten im Abstand von vier bis sechs Wochen durchgeführt.

In der Regel werden Fohlen nicht vor einem Alter von fünf bis sechs Monaten erstmalig geimpft, da sie im ersten halben Jahr nach der Geburt ihre Antikörper komplett über die Muttermilch beziehen. Erst danach kann der Körper des Fohlens ausreichend auf eine Impfung reagieren und genügend eigene Antikörper bilden. Wenn die Mutter jedoch nicht geimpft wurde oder das Fohlen keine Muttermilch erhält, sollte die Impfung schon früher erfolgen: In diesen Fällen ist es ratsam, die Impfungen gegen EIV, Tetanus und EHV bereits ab dem vierten Lebensmonat durchzuführen. Auch wenn eine geringe Antikörpermenge im Fohlen nachweisbar ist, empfiehlt es sich, in diesem frühen Alter mit den Impfungen zu beginnen. Dadurch lässt sich der Zeitraum, in dem das Fohlen ungeschützt ist, minimieren und gegebenenfalls eine Erstinfektion vermeiden. Für die weiteren Impfungen der Grundimmunisierung ist der frühere Zeitpunkt der Erstimpfung zu berücksichtigen, das heißt: Die zweite Impfung erfolgt bereits im fünften anstatt im sechsten Lebensmonat und auch die Folgetermine finden jeweils einen Monat früher statt.

Es ist ratsam, sich von einem Tierarzt zu dem günstigsten Zeitpunkt für die erste Impfung beraten zu lassen. Generell empfiehlt es sich, die Fohlen im Alter von vier Monaten zu untersuchen. Die Ergebnisse dienen dann als Basis für das Schema der Grundimmunisierung.

Jetzt folgen:

Um die erreichte Immunität nach der Grundimmunisierung aufrecht zu erhalten, sind regelmäßige Wiederholungsimpfungen (sog. Booster-Impfungen) beim Pferd erforderlich. Die „Ständige Impfkommission Vet.“ gibt folgende Empfehlungen für die Wiederholungsimpfungen:

  • Alle 6 Monate: EHV
  • Alle 6 bis 12 Monate*: EIV
  • Alle 2 Jahre: Tetanus

* Das Intervall von zwölf Monaten gilt nur für Pferde, die einem geringen Risiko ausgesetzt sind, sich mit Influenzaviren anzustecken. Zudem ist es nur Pferden vorbehalten, die regelmäßig geimpft werden und die nicht in Turnieren oder zum Wanderreiten zum Einsatz kommen. Zu beachten ist generell, dass die Abstände der Wiederholungsimpfungen von den Angaben des jeweiligen Impfstoffherstellers abhängen und somit auch variieren können. Ist das Pferd bei der ersten Impfung bereits erwachsen, gelten die gleichen zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen wie für Fohlen.

Zudem gibt es besondere Regeln für Zuchtstuten: Es empfiehlt sich zum Beispiel, eine trächtige Stute im 4. und 8. Trächtigkeitsmonat gegen das Equine Herpesvirus (EHV) impfen zu lassen, damit ihre Milch zum Schutz des Fohlens später genügend Antikörper gegen dieses Virus enthält. Diese Impfung ist bei Zuchtstuten von besonderer Bedeutung, da man dadurch einer Fehlgeburt vorbeugen kann. Die „Ständige Impfkommission Vet.“ empfiehlt folgendes Impfschema für trächtige Stuten:

  • 4. und 8. Monat bzw.
    5., 7. und 9. Monat der Trächtigkeit: EHV (Typ 1 und 4)
  • 4. bis 5. Monat der Trächtigkeit: EIV
  • 10. bis 11. Monat der Trächtigkeit: Tetanus

Es empfehlen sich jährliche Impfgespräche mit dem Tierarzt. Dieser ermittelt das Infektionsrisiko, dem das jeweilige Pferd ausgesetzt ist und erstellt anhand dessen einen individuellen Impfplan.

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