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Tierfreundliche Ostern – was Sie bei Ostereiern beachten sollten

Publiziert: Dienstag, 26. März 2013

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Huhn auf Wiese

Die meisten Legehennen haben an Ostern nicht so viel Freilauf wie dieses Huhn. Foto: vetproduction

Ostern steht vor der Tür – das merkt man auch daran, dass die Regale in Supermärkten und Discountern voll sind mit Packungen bunter Ostereier. Rot, gelb und blau, hübsch marmoriert und praktischerweise schon hartgekocht machen die Eier die Kaufentscheidung leicht. Doch aus Sicht des Tierschutzes ist Vorsicht geboten: Hinter bunten Eiern stecken häufig keine „glücklichen“ Hühner.


Huhn auf Wiese

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Keine Kennzeichnungspflicht für Ostereier

Bei unverarbeiteten Eiern besteht seit 2004 eine Kennzeichnungspflicht. Auf jedem Ei muss eine Kennnummer aufgedruckt sein. Anhand der ersten Ziffer können Verbraucher erkennen, aus welcher Haltungsart ein Ei stammt:

  • Eier mit einer 0 stammen aus ökologischer Erzeugung.
  • Eier mit einer 1 kommen von Hühnern aus Freilandhaltung.
  • Eier mit einer 2 wurden von Hennen in Bodenhaltung gelegt.
  • Eier mit einer 3 stammen aus Hühnern in Käfighaltung.

Diese Transparenz ist ein großer Fortschritt für den Verbraucherschutz, aber auch für den Tierschutz. Denn an den Umsatzzahlen hat sich gezeigt, dass die meisten Endverbraucher die Käfighaltung von Legehennen nicht unterstützen möchten und Eier mit einer 3 nur ungern kaufen. Aus den Supermarktregalen sind sie somit schon fast verschwunden – und werden dennoch fast jeden Tag verzehrt. Das Schlupfloch der Eier-Industrie ist der Verarbeitungsgrad der Eier.

Die bunten Ostereier sind bereits gekocht und eingefärbt – dies befreit die Hersteller von der Kennzeichnungspflicht. Letztlich stecken hinter farbigen Ostereiern und Partyeiern sehr oft Betriebe mit Legehennen in Käfighaltung. Auf der Verpackung erfährt der Verbraucher davon nichts. Dasselbe gilt übrigens auch für diverse andere Produkte mit verarbeiteten Eiern: Nudeln und Spätzle, Kuchen und Gebäcke, Eierlikör und Eis enthalten in der Regel aus Kostengründen für den Hersteller genau die Eier, die die meisten Menschen bewusst nicht kaufen würden. Immerhin 40 Prozent der in Deutschland produzierten Eier werden in Fertigprodukten und Nudeln verarbeitet.

 

Ist Käfighaltung für Hühner nicht verboten?

Das stimmt – in der Theorie. Seit dem 1. Januar 2012 ist die herkömmliche Käfighaltung in sogenannten Legebatterien in der gesamten EU verboten, in Deutschland sogar schon seit 2010. Dennoch ist die Umstellung der Hühnerhaltung noch längst nicht in allen EU-Ländern umgesetzt. Nach aktuellen Schätzungen stecken noch 50 bis 100 Millionen Hühner in der EU in den alten Käfigen – und auch deren Eier werden weiterhin in Deutschland verarbeitet.

Dazu kommt, dass auch die neue Form der Käfighaltung Tierschützer nicht zufriedenstellt: Bei der sogenannten „Kleingruppen-Haltung“ leben die Hühner nach wie vor in Käfigen auf Gitterböden, die ihre Füße schädigen können. Statt der Größe eines DIN A4-Blatts stehen pro Huhn nun etwa eine Fläche von anderthalb zur Verfügung. Dies entspricht mehr als zwölf Tieren auf einem Quadratmeter. Eine „Kleingruppe“ besteht übrigens aus bis zu 60 Tieren pro Käfig. Zwar müssen den Kleingruppen-Hennen Sitzstangen und Nester zur Verfügung gestellt werden; Tierschützer wie der Deutsche Tierschutzbund halten dies allerdings nicht für eine artgerechte Haltung.

 

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Frohe Ostern auch für Tiere – was Sie tun können

Um Ihr Osterfest tierfreundlicher zu gestalten, gibt es ein paar ganz einfache Tipps. Vor allem sollten Sie auf Eier mit unbekannter Herkunft verzichten – gestalten Sie lieber Ihre eigenen Ostereier! Eier aus Bio- oder Freilandhaltung können Sie ruhigen Gewissens ausblasen und selbst bemalen. Auch gekochte Eier lassen sich färben. Vor allem für Kinder ist das auch viel lustiger und kreativer als der Griff zum fertigen bunten Ei.

Wer wissen will, welche Betriebe für ihre verarbeiteten Produkte Eier aus Käfighaltung verwenden, kann sich zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale Hamburg informieren – diese hat 99 Hersteller und 17 Handelsketten nach der Herkunft ihrer Eier befragt. Es gibt nämlich auch einige große Betriebe, die laut eigenen Angaben Eier nur aus Boden- oder Freilandhaltung einsetzen. Wer möchte, kann sich auch an einer E-Mail-Aktion für mehr Transparenz bei verarbeiteten Eiern beteiligen, zum Beispiel beim Verbraucherverein Foodwatch.

Die in Deutschland verbreitetste Haltungsform von Hühnern ist übrigens die Bodenhaltung: Aktuell nimmt sie in den Eierbetrieben einen Anteil von 64 Prozent ein, was einem Bestand von 23 Millionen Legehennen entspricht. Auch diese Haltungsform ist unter Tierschützern umstritten. Positiv zu erwähnen ist allerdings, dass laut Statistischem Bundesamt im letzten Jahr die ökologisch arbeitenden Eierbetriebe einen besonders starken Zuwachs verzeichnet haben, während der Anteil der Käfighaltung langsam zurückgeht.

 

Jetzt folgen:

 

Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: März 2013
Quellen:
Bundesministerium der Justiz: Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (http://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/BJNR275800001.html, letzter Abruf 03/2013)
Deutscher Tierschutzbund: Eier-Kennzeichnung. (http://www.tierschutzbund.de/eier-kennzeichnung.html, letzter Abruf 03/2013)
Foodwatch: Warum Sie immer noch so viele Käfigeier kaufen. (http://www.foodwatch.org/de/informieren/kaefigeier/2-minuten-info/, letzter Abruf 03/2013)
Statistisches Bundesamt: Legehennen: besonders starker Zuwachs in ökologischer Erzeugung (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaft/TierischeErzeugung/Aktuell.html, letzter Abruf 03/2013)
Verbraucherzentrale Hamburg: Wo sind die Käfigeier versteckt? (http://www.vzhh.de/ernaehrung/300102/wo-sind-die-kaefigeier-versteckt.aspx, letzter Abruf 03/2013)

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