Baycox®

Baycox® ist ein verschreibungspflichtiges Tiermedikament gegen Kokzidien bei Schafen, Hühnern und Kälbern.
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Baycox®?

Baycox® ist ein verschreibungspflichtiges Tiermedikament gegen Kokzidien bei Schafen, Hühnern und Kälbern. Es ist als Lösung erhältlich, die ins Trinkwasser der Tiere gegeben wird oder als Suspension, die direkt ins Maul verabreicht wird.

Häufig erachten Tierärztinnen und Tierärzte es als sinnvoll, Baycox® auch für andere Tierarten, zum Beispiel für Kaninchen oder Hunde, einzusetzen. Baycox® ist erhältlich als Baycox® Schaf 50 mg/ml Suspension, Baycox® 50 mg/ml Suspension für Schweine, Baycox® Bovis 50 mg/ml Suspension sowie als Lösung zum Eingeben ins Wasser für Hühner und Puten (Baycox® 25 mg/ml Lösung).

Welche Wirkstoffe enthält Baycox®?

Baycox® enthält den Wirkstoff Toltrazuril. Das Antiparasitikum Toltrazuril ist ein Mittel gegen Kokzidien für Schafe, Ferkel, Hühner, Puten und Kälber.

Wann wird Baycox® angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte setzen Baycox® gegen einen Befall mit Kokzidien (Kokzidiose) ein. Es beugt somit den Symptomen vor, die durch eine Kokzidiose auftreten, und senkt die Ausscheidung der Erreger (Oozysten-Ausscheidung).

Baycox® wirkt gegen folgende Kokzidien-Arten bei Schafen:

  • Eimeria crandallis
  • Eimeria ovinoidalis

Baycox® wirkt gegen folgende Kokzidien-Arten bei Kälbern:

  • Eimeria bovis
  • Eimeria zuernii

Es wirkt gegen folgende Kokzidien-Arten bei Hühnern:

  • Eimeria acervulina
  • Eimeria brunetti
  • Eimeria maxima
  • Eimeria necatrix
  • Eimeria tenella
  • Eimeria mitis

Baycox® wirkt gegen folgende Kokzidien-Arten bei Puten:

  • Eimeria adenoides
  • Eimeria meleagrimitis

Baycox® wirkt gegen folgende Kokzidien-Arten bei Saugferkeln:

  • Isospora suis

Wie soll Baycox® verabreicht werden?

Falls die Tierärztin oder der Tierarzt es nicht anders verordnet hat, wird Baycox® den Tierarten entsprechend angewandt:

  • Bei Schafen empfiehlt der Hersteller, dem Schaf einmalig eine Dosis von 20 mg Toltrazuril pro kg Körpergewicht ins Maul zu verabreichen. Dies entspricht 0,4 ml der Suspension Baycox® Schaf 50 mg/ml pro kg Körpergewicht.
  • Bei Kälbern ist eine Einzelgabe von 15 mg/kg Körpergewicht vorgesehen, dies entspricht 3 ml Baycox® Bovis 50 mg/ml pro 10 kg Körpergewicht des Kalbs.
  • Bei Schweinen empfiehlt der Hersteller eine Einzelgabe zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt mit einer Dosis von 20 mg Toltrazuril pro kg Körpergewicht. Dies entspricht 0,4 ml Suspension der Baycox® 50 mg/ml Suspension.
  •  Bei Hühnern und Puten wird Baycox® an zwei aufeinander folgenden Tagen mit einer Dosis von 7 mg Toltrazuril pro kg Körpergewicht und Tag über das Trinkwasser verabreicht. Die Dosierung muss sich nach der Menge Wasser richten, welche die Tiere tatsächlich zu sich nehmen. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt berechnet hierfür anhand verschiedener Formeln den Bedarf an Baycox® und die Trinkwassermenge.

Verschiedene Kokzidien-Arten können auch andere Tierarten befallen, beispielsweise Kaninchen, Hunde und Katzen. Die Tierärztin oder der Tierarzt widmet Baycox® im Bedarfsfall dann auf die jeweilige Tierart um und gibt eine entsprechende Dosis für das individuelle Tier an. Gängige Anwendungen sind beispielsweise:

  • Beim Kaninchen setzen Tierärztinnen und Tierärzte 10 mg Toltrazuril pro kg Körpergewicht und Tag ein. Die Anwendung erfolgt häufig über drei Tage, es folgen drei Tage Behandlungspause und eine erneute Gabe von Baycox® über drei Tage.
  • Bei Papageien und Sittichen werden 7 mg Toltrazuril/kg Körpergewicht über zwei bis drei Tage angeraten. Hierbei verdünnt die Tierärztin bzw. der Tierarzt die Suspension entsprechend.
  • Bei Hund und Katze empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte unter anderem eine tägliche Gabe von 10 mg Toltrazuril/kg Körpergewicht über einen Zeitraum von vier Tagen.

Welche Nebenwirkungen hat Baycox®?

Baycox® ist generell ein gut verträgliches Medikament. Der Hersteller gibt keine bekannten Nebenwirkungen für Schafe, Schweine, Kälber und Puten und Hühnern an. Auch Kaninchen, Papageien und Sittiche sowie Hunde und Katzen vertragen Toltrazuril in der Regel gut.

Weiterführende Informationen

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autorin: Dr. med. vet. Iris Kiesewetter-Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Mai 2022
Quellen:
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
https://www.vetpharm.uzh.ch/tak/05000000/00056127.01 (Abruf: Mai 2022)

European Medicines Agency (EMA): https://www.ema.europa.eu/en/documents/overview/baycox-iron-epar-medicine-overview_de.pdf (Abruf: Mai 2022)
Bayer Animal Health: Produktinformation Baycox®
http://vetportal.bayer.de/omr/online/2957.pdf (Stand: September 2013)
http://vetportal.bayer.de/omr/online/2785.pdf (Stand: September 2013)
http://vetportal.bayer.de/omr/online/2784.pdf (Stand: September 2013)
http://vetportal.bayer.de/omr/online/2783.pdf (Stand: September 2013)
Ewringmann, A.: Leitsymptome beim Kaninchen. Enke Verlag, 2016
Kraft, W.: Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Hund und Katze, Schattauer Verlag, Stuttgart, 2005
Pees, M.: Leitsymptome bei Papageien und Sittichen, Enke Verlag, Stuttgart, 2004