Alte Katzen: Was Sie über die Ernährung wissen sollten

Ältere Katzen haben teilweise andere Anforderungen an ihre Ernährung als jüngere. Foto: vetproduction

Im Laufe eines Katzenlebens verändern sich die Anforderungen an die Ernährung: Eine alte Katze hat bei ihrem Futter teilweise andere Bedürfnisse als eine erwachsene Katze oder ein Katzenbaby.

Wie äußert sich Altersschwäche bei Katzen? Alte Katzen sind anfälliger für einige Erkrankungen. Ein Grund dafür sind altersbedingte Veränderungen des Körpers und des Stoffwechsels. Auch sind Katzen im höheren Alter häufig weniger aktiv und beweglich. Letzteres führt auch dazu, dass sie sich schlechter putzen können, wodurch ihr Fell schneller stumpf und verfilzt wirkt.

Viele Katzenbesitzerinnen und Katzenbesitzer bemerken, dass ihr Vierbeiner im Alter mehr Pflege benötigt und fragen sich: „Was tut einer alten Katze gut?“ Wenn sich im Laufe des Lebens die Bedürfnisse Ihrer Katze ändern, ist es wichtig, diese zu erfüllen. Dazu kann etwa gehören, Schlafplätze an einem leicht zugänglichen Ort zu platzieren, da alte Katzen häufig nicht mehr so mobil sind wie früher und erhöhte Schlafplätze schwerer erreichen. Aber auch eine altersgerechte Ernährung spielt für die Gesundheit und das Wohlbefinden alter Katzen eine wichtige Rolle.

Die Ernährung älterer Katzen hat deshalb vor allem das Ziel, altersbedingten Krankheiten vorzubeugen und das Tier möglichst lange gesund und agil zu halten. Doch was bedeutet dies konkret für die tägliche Ernährung Ihrer Katze?

Wie viel muss eine alte Katze essen?

Katzen gelten ab einem Alter von sieben bis acht Jahren als älter, und ab dem zehnten bis zwölften Lebensjahr als alt. Welchen Bedarf an Nährstoffen und Energie alte Katzen genau haben, ist bislang nicht gut untersucht. Wahrscheinlich unterscheidet sich der Nährstoffbedarf älterer Katzen nicht grundlegend von dem jüngerer Katzen.

Allerdings sinkt der Energiebedarf, denn alte Katzen sind in der Regel weniger aktiv. Die Muskelmasse geht zurück und die Fettmasse steigt. Deshalb sollte das Futter für alte Katzen eine hohe Nährstoffdichte aufweisen, also viele Vitamine, Mineralstoffe etc. pro Futterportion enthalten. Ein geringerer Energiegehalt kann Übergewicht bei Katzen vermeiden und damit verbundenen Erkrankungen vorbeugen.

Hormonelle Veränderungen wirken sich ebenfalls auf die Ernährung alter Katzen aus. Die Bauchspeicheldrüse bildet weniger Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Dadurch tritt bei älteren Katzen häufiger Diabetes mellitus auf. Dann ist eine spezielle Diät notwendig, die weniger einfache Zucker und dafür mehr komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe sowie hochwertiges Eiweiß enthält. Das Risiko, dass alte Katzen einen Diabetes mellitus entwickeln, steigt, wenn sie übergewichtig sind. Deshalb ist ein gesundes Normalgewicht für betagte Samtpfoten besonders wichtig.

Warum werden alte Katzen so dünn?

Neben Übergewicht spielt bei älteren Katzen auch Untergewicht eine Rolle. Insbesondere Katzen ab elf Jahren sind häufig davon betroffen. Mit dem Alter lassen unter anderem Geruchs- und Tastsinn nach. Eine alte Katze frisst deshalb häufig nicht mehr so viel wie in jüngeren Jahren und nimmt dadurch ab. Auch vermehrter Zahnstein und Zahnausfall kann bei älteren Tieren dazu führen, dass sie weniger fressen und Gewicht verlieren.

Gleichzeitig bewirken Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, dass alte Katzen die Nährstoffe aus dem Fressen schlechter verwerten können. Mangelerscheinungen und Untergewicht können die Folge sein. Wenn Ihre Katze zu Untergewicht neigt, ist mitunter besonders energiereiches Futter sinnvoll. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann Sie beraten, ob darüber hinaus Futterzusätze notwendig sind. Vor allem sehr alte Katzen benötigen eher eine hohe Energiedichte, da sie besonders zu Untergewicht neigen.

Alte Katzen brauchen etwa genauso viel Wasser wie jüngere Tiere. Katzen empfinden im Vergleich zu anderen Tierarten relativ wenig Durst. Bei älteren Tieren geht das Durstgefühl noch weiter zurück. Die Katze kann dadurch schnell austrocknen. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Samtpfote jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser hat. Gesunde Katzen nehmen täglich rund 200 bis 250 ml Flüssigkeit auf. Auch Nassfutter versorgt alte Katzen gut mit Wasser und vermindert dadurch die Trinkmenge.

Welches Futter ist für alte Katzen sinnvoll?

Ballaststoffe spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung von alten Katzen. Verschiedene Faktoren führen dazu, dass ältere Katzen häufig Verstopfung haben, zum Beispiel eine zu geringe Trinkmenge und wenig körperliche Aktivität. Ballaststoffe fördern die Verdauung und vermeiden dadurch Verstopfung.

Zudem wirkt sich ein hoher Gehalt an Faserstoffen im Futter für alte Katzen positiv auf verschiedene Erkrankungen aus, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten, etwa Diabetes mellitus, Übergewicht und zu hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie).

Alte Katzen benötigen nicht unbedingt ein spezielles „Senior-Futter“. Wenn Ihre ältere Samtpfote ansonsten gesund ist und ihr Katzenfutter weiterhin mit Freude frisst, spricht nichts dagegen, dass sie dieses Futter weiterhin erhält. Treten Erkrankungen, Übergewicht oder Untergewicht auf, kann es allerdings sinnvoll sein, das Futter entsprechend anzupassen. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt wird Sie dementsprechend beraten.

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Weiterführende Informationen

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Datum der letzten Aktualisierung: Dezember 2022
Quellen:
Lutz, H. et al.: Krankheiten der Katze. Thieme Verlag 2019
Yin, S.A., Nolte, I.: Praxisleitfaden Hund und Katze. Schlütersche, Hannover 2013
Hand, M.S.: Klinische Diätetik für Kleintiere, Band 1. Schlütersche, Hannover 2003