Aspergillose beim Vogel

Papageien
Von einer Aspergillose sind vor allem Papageienvögel betroffen. Foto: vetproduction

Definition:

Was ist eine Aspergillose beim Vogel?

Eine Aspergillose ist eine Infektion mit Schimmelpilzen. Die Erkrankung betrifft zunächst die oberen Atemwege des Vogels, kann aber im fortgeschrittenen Stadium auch andere Organe befallen. In den meisten Fällen verläuft die Aspergillose beim Vogel chronisch, also über mehrere Jahre. Besonders häufig sind Papageienvögel von einer Aspergillose betroffen.

In der Regel ist die Aspergillose nicht infektiös. Das bedeutet, dass sich gesunde Vögel, die zusammen mit dem erkrankten Tier in einem Käfig oder in einer Voliere leben, normalerweise nicht anstecken. Auch eine Übertragung von Vogel zu Mensch ist äußerst selten.

Da die Aspergillose beim Vogel unbehandelt meist zum Tod führt, ist es wichtig, rechtzeitig eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen. Eine vollständige Heilung ist bei der Aspergillose jedoch selten möglich. Die Behandlung zielt eher darauf ab, die Symptome zu lindern.

Ursachen:

Was sind die Ursachen einer Aspergillose beim Vogel?

Die Aspergillose beim Vogel geht auf eine Infektion mit Schimmelpilzen zurück. Die häufigsten Ursachen der Aspergillose sind Schimmelpilze der Gattung Aspergillus. Diese kommen vor allem in Papageienfutter vor, etwa auf Nüssen. Beim Fressen atmet der Vogel die Pilzsporen ein.

Ein intaktes Immunsystem des Vogels wehrt die Krankheitserreger ab. Ist das Immunsystem des Vogels jedoch geschwächt, können sich die Pilzsporen in den Atemwegen ansiedeln und zu einer Aspergillose führen. Vor allem trockene Raumluft ist ein bedeutender Risikofaktor für die Aspergillose. In der freien Wildbahn leben Papageienvögel bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent. In der Heimtierhaltung liegt diese oftmals nur zwischen 30 Prozent und 50 Prozent, sodass die Schleimhäute der Vögel austrocknen und somit anfällig für Krankheitserreger sind.

Neben trockener Raumluft gibt es weitere Faktoren, die eine Aspergillose beim Vogel begünstigen. Zu diesen Ursachen zählen ein Vitaminmangel aufgrund von Fütterungsfehlern oder vitaminarmem Vogelfutter, aber auch Stress, etwa durch Revierkämpfe oder wenn zu viele Vögel auf zu kleinem Raum leben. Eine vorangegangene Therapie mit Antibiotika oder Arzneimitteln, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), fördern ebenfalls die Entstehung einer Aspergillose beim Vogel.

Symptome:

Wie äußert sich eine Aspergillose beim Vogel?

Tritt eine Aspergillose beim Vogel auf, so betreffen die Symptome zunächst die Atemwege. Häufig äußert sich die Erkrankung durch:

  • deutlich wahrnehmbare Atemgeräusche nach Anstrengung, aber auch in Ruhephasen
  • Veränderungen der Stimme bis hin zu völligem Stimmverlust
  • Kurzatmigkeit und Atemnot („Backenblasen“: Hierbei bläht sich der Bereich zwischen Schnabel und Augen beim Atmen auf).

Da die Pilzsporen zudem Gifte (Toxine) absondern, die sich auf den Verdauungstrakt sowie das Gehirn auswirken, äußert sich eine fortgeschrittene Aspergillose beim Vogel zudem durch folgende Symptome:

  • Müdigkeit, allgemeine Schwäche
  • Mangelnder Appetit, Gewichtsverlust
  • Keine Lust mehr zu fliegen, Apathie
  • Durchfall, Erbrechen
  • Krämpfe
  • Orientierungslosigkeit

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Weiterführende Informationen
Autor: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung: März 2022
Quellen:
Pschyrembel Online. Walter de Gruyter (Abruf: März 2022)
Gabrisch, K. et al.: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche, 2014

Pees, M.: Leitsymptome bei Papageien und Sittichen. Enke, 2010
Gylstorff, I. et al.: Vogelkrankheiten. UTB, 1998