Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) beim Pferd

Diagnose:

Heu
Neben Medikamenten helfen Heu und Leinsamen einem Pferd mit Gastritis. Foto: vetproduction

Wie wird eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) beim Pferd diagnostiziert?

Tierärztinnen und Tierärzte diagnostizieren eine Magenschleimhaut-Entzündung beim Pferd durch verschiedene Untersuchungen. Zunächst stellen sie einige Fragen zu den Beschwerden und zur Haltung des Pferdes. Besonders interessieren hierbei die Fütterung und bestimmte Situationen, die für das Pferd möglicherweise stressig oder zu anstrengend waren.

Dann wird das Pferd körperlich untersucht. Mit einer Nasen-Schlund-Sonde lässt sich der Inhalt des Magens beurteilen. Pferde, die unter einer Gastritis leiden, haben häufig sehr schleimigen Mageninhalt, der auch blutig sein kann. Um zu beurteilen, ob der Mageninhalt sauer ist, wird der pH-Wert aus einer Probe gemessen.

Um die Gastritis-Diagnose zu sichern, ist eine Magenspiegelung (Gastroskopie) sinnvoll. Hierbei schiebt die Tierärztin oder der Tierarzt eine Kamera in den Magen des Pferdes ein und kann so die Schleimhaut des Magens und den Anfangsbereich des Dünndarms beurteilen.

Behandlung:

Wie wird eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) beim Pferd behandelt?

Eine Magenschleimhaut-Entzündung wird mit einer speziellen Diät und magenschützenden Medikamenten behandelt. Zudem hilft es oft, dem Pferd Heu und Leinsamen anzubieten. Auch viel Weidegang und möglichst stressfreier Umgang sind für die Behandlung förderlich.

Bei einer Gastritis erhält das Pferd Medikamente, die den Magen und die Schleimhaut schützen. So bewirken sogenannte Protonenpumpen-Hemmer (z.B. der Wirkstoff Omeprazol) und H2-Blocker (z.B. Cimetidin oder Ranitidin), dass der Magen weniger Säure bildet. Dadurch wird die Schleimhaut weniger angegriffen und kann besser abheilen. Manchmal erhält das Pferd zusätzlich Medikamente, die sich schützend auf die Magenschleimhaut legen.

Prognose:

Wie ist die Prognose einer Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) beim Pferd?

Die Prognose einer Magenschleimhaut-Entzündung hängt davon ab, wie lange die Erkrankung besteht und wie stark die Magenschleimhaut bereits geschädigt ist.

Eine akute Gastritis hat oft eine günstige Prognose, wenn sie frühzeitig behandelt wird. Eine Magenschleimhaut-Entzündung, die länger besteht (chronische Gastritis), wird häufig durch andere Grunderkrankungen, wie beispielsweise Darmerkrankungen oder Druse, ausgelöst. Die Prognose hängt dann davon ab, wie gut diese Erkrankungen zu behandeln sind.

Stress ist ein häufiger Auslöser einer Magenschleimhaut-Entzündung beim Pferd – somit hängt die Prognose auch davon ab, ob die Lebenssituation des Pferdes sich langfristig bessert. Bildet sich ein Magengeschwür (Ulkus), so besteht die Gefahr, dass es durch die Magenwand bricht. Dies ist für das Pferd lebensbedrohlich.

Lesen Sie jetzt weiter in diesem Artikel: