Huflederhaut-Entzündung (Pododermatitis) beim Pferd – Was tun?

Diagnose:

Wie erkennt man eine Huflederhaut-Entzündung (Pododermatitis) beim Pferd?

Um eine Huflederhaut-Entzündung beim Pferd zu diagnostizieren, untersuchen Tierärztinnen und Tierärzte den Huf zunächst gründlich. Mit einer Hufzange prüfen sie, welche Stellen besonders empfindlich und schmerzhaft sind.

Oftmals ist es nicht direkt ersichtlich, ob die Pododermatitis eitrig oder auf eine Entzündung ohne Bakterien zurückzuführen ist. Verdächtige Stellen werden manchmal vorsichtig angeschnitten, um nach Eiterherden zu suchen. Oftmals ist es notwendig, auch die Hufeisen zu überprüfen.

Zur Diagnose einer Huflederhaut-Entzündung fühlt die Tierärztin oder der Tierarzt, ob die Mittelfuß-Arterie stärker pulsiert als normal. Eine sogenannte Steingalle – Verfärbungen unter dem Horn durch Blutergüsse – lässt sich durch vorsichtige Schnitte in den Huf erkennen. Bei hellem Huf sieht man sie oftmals auch ohne weitere Untersuchung.

Um Knochenbrüche beim Pferd auszuschließen, ist eine Röntgen-Untersuchung sinnvoll. Eine Saumlederhaut-Entzündung lässt sich meist direkt durch das typische Aussehen der veränderten Hornstellen am Hufsaum erkennen.

Behandlung:

Was kann ich gegen eine Huflederhaut-Entzündung (Pododermatitis) beim Pferd tun?

Besteht der Verdacht, dass das Pferd eine Huflederhaut-Entzündung hat, sollte man das Pferd tierärztlich untersuchen lassen.

Die Behandlung einer Pododermatitis beim Pferd richtet sich nach der Art und Schwere der Entzündung:

  • Ist die Huflederhaut-Entzündung ohne eine Infektion mit Bakterien entstanden, beispielsweise durch das Anschlagen an der Boxentür, ist es ratsam, den Huf am Tag der Verletzung zu kühlen. Anschließend wird mit feuchter Wärme behandelt und ein Anguss-Verband angelegt.
  • Hat das Pferd Blutergüsse in der Huflederhaut (Steingallen), passt die Tierärztin oder der Tierarzt die Belastung durch die Hufbeschneidung so an, dass die Stellen geschont werden. Manchmal sind auch orthopädische Beschläge notwendig.
  • Hat das Pferd eine eitrige Huflederhaut-Entzündung, eröffnen Tierärztinnen und Tierärzte vorsichtig die betroffene Stelle und lassen den Eiter ausfließen. Sie schneiden den gesamten Eiterherd heraus, häufig verschafft dies dem Pferd bereits Erleichterung. Manchmal legen sie dem Pferd einige Tage Anguss-Verbände an, um den Abszess reifen zu lassen. Das Pferd erhält zusätzlich Antibiotika, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente. Um die Huflederhaut zu schützen, bekommt es einen gut gepolsterten Verband.
  • Eine Saumlederhaut-Entzündung wird mit Vitamin A und Biotin behandelt. Die borkigen Stellen werden nach Seifenbädern entfernt. Das Pferd bekommt zudem Salben für den Hufsaum.

Prognose:

Wie ist die Prognose einer Huflederhaut-Entzündung (Pododermatitis) beim Pferd?

Die Heilung einer Huflederhaut-Entzündung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Prognose hängt von dem Ausmaß und der Art der Entzündung ab. Kleine entzündete Stellen, die nicht eitrig sind, heilen in der Regel gut ab. Auch klar abgegrenzte, kleine Hufabszesse lassen sich meist gut behandeln.

Die Prognose der Pododermatitis ist schlechter, wenn tiefere Strukturen des Hufs betroffen sind, beispielsweise das Hufbein oder die tiefe Beugesehne. Auch wenn ein Abszess schon länger besteht, ist die Prognose für eine schnelle und komplette Heilung schlechter.

Weitere Komplikationen, wie Fäulnisbakterien oder abgestorbenes Gewebe am Huf (Nekrosen), verschlechtern die Prognose. Eine frühzeitige und intensive tierärztliche Behandlung der Huflederhaut-Entzündung ist ratsam.

Wann wieder reiten nach einer Huflederhaut-Entzündung?

Wann man ein Pferd nach einer Huflederhaut-Entzündung wieder reiten darf, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei unkomplizierten Verläufen kann es nach zehn Tagen wieder möglich sein, das Pferd zu belasten. Bei schwerwiegenderen Entzündungen, benötigt das Pferd mitunter auch längere Zeit Schonung.

 

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