Vaginalausfluss beim Kaninchen – was steckt dahinter?

Diagnose:

Was wird untersucht, wenn mein Kaninchen Vaginalausfluss hat?

Vaginalausfluss beim Kaninchen erfordert eine tierärztliche Diagnose. So kann der Ausfluss Anzeichen verschiedener Erkrankungen sein. Die Tierärztin oder der Tierarzt stellt zunächst ein paar Fragen, beispielsweise seit wann der Ausfluss beim Kaninchen besteht, ob er regelmäßig vorkommt und ob weitere Symptome aufgetreten sind.

Anschließend untersucht die Tierärztin oder der Tierarzt das Kaninchen gründlich. Sie oder er prüft unter anderem, ob der Bauchumfang vergrößert ist. Anschließend begutachtet sie oder er die Genitalregion.

Zur Diagnose von Vaginalausfluss ist es wichtig, welche Farbe und Beschaffenheit der Ausfluss hat. Eine Probe des Sekrets wird entnommen, um sie im Labor untersuchen zu lassen.

Je nach Verdachtsdiagnose sind zudem Blutuntersuchungen, Urinuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren, wie eine Ultraschall-Untersuchung und eine Röntgen-Untersuchung, sinnvoll.

Wichtig für die Diagnose von Scheidenausfluss ist außerdem, eine mögliche Blasenentzündung beim Kaninchen auszuschließen – sie verursacht ähnliche Symptome.

Behandlung:

Was tun, wenn mein Kaninchen Vaginalausfluss hat?

Vaginalausfluss beim Kaninchen erfordert meist eine tierärztliche Behandlung. Lediglich bei einer Trächtigkeit ist klarer und dünnflüssiger Vaginalausfluss normal, ebenso bei der „Hitze“ des Weibchens. Ansonsten richtet sich beim Kaninchen die Therapie von Vaginalausfluss nach der jeweiligen Ursache.

Bakterielle Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. In einigen Fällen (etwa Verletzungen oder Krebs) ist eine Operation notwendig. Dabei werden zum Beispiel die Gebärmutter und die Eierstöcke des Kaninchens entfernt, was einer Kastration entspricht (Ovariohysterektomie).

Prognose:

Ist Vaginalausfluss beim Kaninchen gefährlich?

Die Prognose von Vaginalausfluss richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Hat der Scheidenausfluss eine „natürliche“ Ursache, wie etwa die Hitze des Weibchens, besteht meist kein Grund zur Sorge – sofern das Kaninchen gesund wirkt, keine Krankheitszeichen zeigt (zum Beispiel Fressunlust beim Kaninchen) und der Ausfluss nicht lange anhält. Es ist jedoch empfehlenswert, mit dem Kaninchen eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen.

Hat der Vaginalausfluss beim Kaninchen eine andere Ursache, richtet sich die Prognose nach der jeweiligen Erkrankung. Eitriger Ausfluss durch Entzündungen oder eine Gebärmutter-Vereiterung beim Kaninchen erfordert immer eine umgehende Behandlung. Andernfalls kann die Entzündung auf andere Organe übergreifen und für das Kaninchen lebensgefährlich sein.

Ein blutiger Vaginalausfluss hat für das Kaninchen eine ungewisse Prognose. Er stellt für das Tier meist einen Notfall dar – deshalb ist es wichtig, sofort eine Tierarzt-Praxis oder Tierklinik aufzusuchen, um die genaue Ursache abklären zu lassen.

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