Milchdrüsen-Entzündung (Mastitis) beim Kaninchen

Diagnose:

Wie wird eine Milchdrüsen-Entzündung (Mastitis) bei Kaninchen diagnostiziert?

Eine Milchdrüsen-Entzündung ist häufig daran erkennbar, dass sich das Kaninchen von seinen Jungen zurückzieht und sie nicht säugen möchte. Richten Sie deshalb erhöhte Aufmerksamkeit auf die Jungtiere: Wirken sie unruhig und hungrig, könnte eine Mastitis der Mutter der Grund dafür sein. Suchen Sie dann so schnell wie möglich eine Tierarzt-Praxis auf.

Eine Tierärztin oder ein Tierarzt erkennt eine Mastitis anhand der typischen Symptome, wie einer geschwollenen, geröteten und warmen Milchdrüse. Da das Milchdrüsengewebe bei einer Mastitis sehr schmerzempfindlich ist, schreckt das Kaninchen bei Berührung meist zurück.

Die Farbe und Konsistenz der Milch ist häufig verändert, wobei manchmal sogar Eiterflocken zu erkennen sind. In manchen Fällen finden sich auch Abszesse am Gesäuge.

Eine starke Milchdrüsen-Entzündung äußert sich in manchen Fällen mit Fieber und einem schlechten Allgemeinzustand des Kaninchens. Das Tier ist dann apathisch und hört auf, zu fressen und zu trinken.

Behandlung:

Wie kann eine Milchdrüsen-Entzündung (Mastitis) bei Kaninchen behandelt werden?

Eine Milchdrüsen-Entzündung erfordert eine schnelle tierärztliche Behandlung. Die Tierärztin oder der Tierarzt verabreicht dem erkrankten Kaninchen dazu ein Antibiotikum. Es hemmt das Wachstum von Bakterien beziehungsweise tötet sie ab. Ein vorab durchgeführtes Antibiogramm hilft zu klären, welches Antibiotikum am besten auf die die Mastitis auslösenden Bakterien abgestimmt ist. Um sicher zu gehen, dass wirklich alle Bakterien restlos beseitigt sind, erhält das Kaninchen das Antibiotikum täglich sieben bis zehn Tage lang.

Bei einer ausgeprägten Milchdrüsen-Entzündung haben Kaninchen häufig Schmerzen. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt verabreicht dann Schmerzmittel. Ist das Kaninchen durch die Entzündung stark geschwächt, weil es seit längerem nicht frisst oder trinkt, ist die Zufuhr einer Elektrolytlösung über eine Infusion notwendig. Sie gleicht das Flüssigkeitsdefizit des Kaninchens aus.

Zusätzlich kann eine Zwangsfütterung dem Kaninchen wieder zu Kräften verhelfen. Dafür wird eine Breimischung aus zermahlenden Pellets, einem Obst oder Gemüsebrei und Traubenzucker hergestellt. Die Mischung kann dem Kaninchen in mehreren kleinen Portionen über eine Magensonde zugeführt werden.

Da das Antibiotikum in die Milch übergehen kann, sind Verdauungsstörungen bei den Jungtieren möglich, wenn sie davon trinken. Deshalb müssen die Tiere während der Krankheit von der Mutter getrennt und von Hand aufgezogen werden. Geschieht dies nicht, verzögert sich der Heilungsprozess bei der Mutter.

Prognose:

Wie ist die Prognose einer Milchdrüsen-Entzündung (Mastitis) bei Kaninchen?

Wird die Milchdrüsen-Entzündung beim Kaninchen frühzeitig diagnostiziert und behandelt, ist die Prognose für das Kaninchen und seine Jungen günstig. Mögliche Komplikationen sind Abszesse am Gesäuge des Kaninchens, die chirurgisch entfernt werden müssen.

Darüber hinaus kann es passieren, dass die Keime aus der Milchdrüse in die Blutbahn des Tieres gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

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