Epilepsie bei Hunden

Die Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft.

Diagnose:

Magnet-Resonanz-Tomografie
Eine Magnet-Resonanz-Tomografie des Gehirns kann durchgeführt werden, um die Ursache der Krämpfe beim Hund zu ermitteln. Foto: vetproduction

Wie wird eine Epilepsie bei Hunden diagnostiziert?

Tierärztinnen und Tierärzte diagnostizieren eine Epilepsie bei Hunden, indem sie andere mögliche Ursachen für Krämpfe ausschließen.

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Zunächst ist eine gründliche neurologische Untersuchung beim Hund wichtig, um festzustellen, ob der Hund auch zwischen seinen Anfällen neurologische Störungen aufweist.

Es folgen Blutuntersuchungen und Röntgen-Untersuchungen, um organische Erkrankungen auszuschließen, beispielsweise eine Nieren- oder eine Leberstörung oder eine Vergiftung. Oftmals sind weitere Diagnose-Methoden wie Ultraschall, EKG oder Urinuntersuchungen notwendig, um die Ursache der Epilepsie bei Hunden festzustellen.

Ist durch diese Untersuchungen keine Ursache für die Epilepsie beim Hund auffindbar, muss eine Erkrankung des Gehirns, wie eine Missbildung, eine Entzündung oder ein Gehirntumor, ausgeschlossen werden. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann hierzu Gehirnflüssigkeit (Liquoruntersuchung) entnehmen und eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Gehirns durchführen. In manchen Kliniken ist eine Messung der Gehirnströme (EEG) beim Hund möglich. Für diese Untersuchungen ist eine Narkose des Hundes nötig.

Sind alle Untersuchungen unauffällig, geht man davon aus, dass der Hund an einer primären Epilepsie (idiopathische Epilepsie) leidet.

Behandlung:

Wie kann eine Epilepsie bei Hunden behandelt werden?

Tierärztinnen und Tierärzte behandeln eine Epilepsie bei Hunden entsprechend ihrer Ursache. Ist die Ursache für den Krampfanfall eine andere Grunderkrankung, beispielsweise eine Leber- oder Nierenstörung, eine Vergiftung oder eine Infektion, so wird diese Grunderkrankung behandelt. In der Regel treten die Krampfanfälle dann nicht mehr auf.

Handelt es sich um eine primäre Epilepsie bei Hunden (idiopathische Epilepsie), das heißt, die Ursache für das Krampfen liegt in den Nervenzellen des Gehirns selber, erhält der Hund sogenannte Antiepileptika – also Arzneimittel gegen Epilepsie.

Das Medikament der Wahl ist Phenobarbital. Bis Phenobarbital im Blut des Hundes einen wirksamen Spiegel erreicht, vergehen zwei bis drei Wochen. Gerade in den ersten Tagen der Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen: Der Hund ist müde und träge, er frisst mehr und trinkt mehr. Meist lassen diese Effekte nach ein paar Tagen nach.

Es ist wichtig, dass die Tierärztin oder der Tierarzt die notwendige Dosis der Antiepileptika bei jedem Hund mit Epilepsie individuell einstellt. Daher sind häufige Kontrolluntersuchungen ratsam, bei denen unter anderem der Phenobarbital-Wert im Blut des Hundes gemessen wird. Kommt es unter dieser Therapie zu keiner deutlichen Besserung (wie seltenere und kürzere Anfälle), kann Phenobarbital mit weiteren Antiepileptika kombiniert werden.

Das zweite Antiepileptikum der Wahl ist Kaliumbromid. Auch bei diesem Wirkstoff vergehen einige Wochen, bis es in ausreichender Konzentration im Blut vorhanden ist. Auch hier ist es wichtig, regelmäßige Blutuntersuchungen beim Hund durchzuführen.

Um einem Hund mit Epilepsie während eines Krampfanfalls schnell helfen zu können, bekommt der Hund Medikamente (zum Beispiel Diazepam), die Sie Ihrem Hund während des Krampfs als Zäpfchen oder rektale Tube verabreichen, um den Krampfanfall zu mindern.

Sollte der Hund jedoch nicht aufhören zu krampfen, ist eine schnellstmögliche Vorstellung in der Tierarzt-Praxis oder Tierklinik anzuraten. Während des Krampfanfalls ist es empfehlenswert, nichts weiter zu unternehmen, denn der Hund kann im Krampf unwillentlich schnappen und jemanden beißen. Falls nötig, räumen Sie alle Gegenstände, an denen der Hund sich verletzen kann, aus dem Weg.

Zur Kontrolle, ob die Behandlung der Epilepsie beim Hund anschlägt, empfiehlt es sich, einen Krampfkalender zu führen. Hier vermerken Sie, wie oft und wie lange der Hund krampft. Dies ermöglicht Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt einzuschätzen, ob die Therapie anschlägt oder nicht. Auch den Hund beim Krampfen zu filmen, kann hilfreich sein.

Prognose:

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Wie ist die Prognose einer Epilepsie bei Hunden?

Die Prognose einer Epilepsie bei Hunden hängt von der Ursache des Krampfanfalls ab. Bei einer primären Epilepsie bei Hunden, bei der die Nervenzellen im Gehirn erblich bedingt leichter erregbar sind und sich dies in Krämpfen äußert, ist die Prognose umso besser, je früher die Erkrankung behandelt wird. Je häufiger der Hund krampft, desto mehr Nervenzellen sind beim nächsten epileptischen Krampf betroffen, was sich durch häufigeres und stärkeres Krampfen äußert.

Bei einer primären Epilepsie bei Hunden ist eine lebenslange Therapie notwendig. Das Ziel der Therapie ist, dass der Hund weniger und schwächere Krampfanfälle zeigt und dass die Folgen des Krampfs weniger stark ausgeprägt sind. Der Hund gewinnt dadurch deutlich an Lebensqualität.

Fachleute haben herausgefunden, dass unter einer Behandlung mit Phenobarbital etwa ein Drittel der Hunde anfallsfrei werden können. Bei einem weiteren Drittel kommt es zu einer deutlichen Besserung und bei dem letzten Drittel gelingt zum Teil die komplette oder teilweise Unterdrückung der Krampfanfälle nicht. In diesen Fällen erhält der Hund weitere Medikamente.

Etwa ein Viertel der Tiere, die unter einer Phenobarbital-Therapie keine Besserung zeigten, werden laut wissenschaftlichen Studien mit einer Kombination aus Kaliumbromid und Phenobarbital anfallsfrei. Alle momentan auf dem Markt vorhandenen Medikamente gegen Epilepsie (Antiepileptika) haben allerdings auch Nebenwirkungen und machen den Hund zum Beispiel müde.

Ist die Ursache für eine Epilepsie bei Hunden eine andere Krankheit, so hängt die Prognose von dieser Grunderkrankung ab. Je besser sich die Ursache, beispielsweise eine Nieren- oder Leberstörung, eine Infektionserkrankung oder eine Vergiftung, behandeln lässt, umso günstiger ist die Prognose der Epilepsie bei Hunden.

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