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Arthrose bei Hund und Katze: Multimodale Therapieoptionen nutzen und individuell anpassen

 

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Anzeige Insbesondere bei nass-kaltem Wetter lassen sich auch unsere Hunde und Katzen manchmal nur schwer für längere Unternehmungen draußen motivieren. Doch neben der unfreundlichen Witterung kann es auch andere Ursachen geben, warum unsere Vierbeiner nicht an die frische Luft wollen. Vor allem auch bei älteren Tieren kann Bewegung schmerzhaft sein, wenn das Tier an Arthrose leidet. Deshalb sollten Sie als Tierhalter Ihren Liebling gut beobachten und mögliche Veränderungen im Verhalten mit Ihrem Tierarzt besprechen.

Arthrose ist eine fortschreitende Gelenkerkrankung, die bei unseren Vierbeinern mit zunehmendem Alter immer häufiger auftritt: Fast jeder fünfte Hund leidet im Laufe seines Lebens unter einer Arthrose, bei Katzen im mittleren Alter von sechs bis acht Jahren zeigt sogar fast jedes vierte Tier Anzeichen einer degenerativen Gelenkerkrankung – Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigend![1] Ursache kann eine vorangegangene, nicht vollständig ausgeheilte Verletzung am Bewegungsapparat sein. Aber auch altersbedingte Abnutzungserscheinungen, Gelenkfehlstellungen oder -erkrankungen, Übergewicht oder Über- und Fehlbelastungen der Gelenke spielen eine Rolle.

Arthrose – das geschieht im Gelenk

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Ein Gelenk ist die – in der Regel bewegliche – Verbindung von zwei Knochenenden. Beide Enden sind dabei von Knorpel überzogen, der die Knochen schützt. Dieser Knorpel wird durch die Gelenkflüssigkeit versorgt vergleichbar einem Schwamm, der Flüssigkeit aufnimmt und bei Druck wieder abgibt. Diese Gelenkversorgung mit Nährstoffen funktioniert passiv und wird bei jeder Bewegung des Gelenks ausgelöst. Das ganze Gelenk wirkt so wie eine Art Stoßdämpfer und verhindert, dass die Knochen selbst aufeinander reiben.

Bei einer Arthrose wird der Gelenkknorpel im Laufe der Zeit angegriffen. Dies kann mit teils heftigen Schmerzen einhergehen, besonders wenn der Knorpel stark in Mitleidenschaft gezogen ist und so weit zerstört ist, dass die Knochen an einigen Stellen direkt aufeinander reiben. Um Schmerzen zu vermeiden, nehmen unsere Tiere häufig eine Schonhaltung ein. Ein Teufelskreis beginnt, denn Bewegung ist wichtig, damit sich die Gelenkflüssigkeit verteilt und so den Knorpel optimal versorgen kann. Bewegt sich unser Vierbeiner immer weniger, wirkt sich das negativ aus und führt im schlimmsten Fall zu einem weiteren Verlust von Gelenkknorpel und zu einer Fehlbelastung des gesamten Bewegungsapparates. Weniger Bewegung kann in dem Fall also auch zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen. Achten Sie also gerade auch in der kalten Jahreszeit auf ausreichend regelmäßige Bewegung!

Auf erste Anzeichen achten Hund und Katze unterscheiden sich hier

Zwar ist Arthrose nicht heilbar, es gibt heute aber verschiedene Behandlungsoptionen, die individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten werden können. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto eher besteht die Möglichkeit, ihr Fortschreiten hinauszuzögern und so die Lebensqualität des Tieres zu verbessern. Das Problem: Arthrose entwickelt sich schleichend und bleibt oftmals lange unbemerkt. Bei Hunden typisch ist der Anlaufschmerz, der erst nach einer gewissen Bewegungsdauer nachlässt („Einlaufen“) oder auch eine immer mal wieder auftretende Lahmheit nach Spaziergängen. Ist die Arthrose stärker ausgeprägt treten die Schmerzen dauerhaft auf und es kann zu einer anhaltenden Lahmheit sowie Gelenkverdickung kommen.

Da Katzen Meister darin sind, Schmerzen zu verbergen, ist eine Arthrose bei ihnen wesentlich schwieriger zu erkennen. Als Katzenhalter sollten Sie daher auf subtile Symptome in Form von Verhaltensänderungen achten: Meidet die Katze Sprünge oder Treppensteigen? Putzt sie sich nicht mehr richtig oder setzen sie Urin neben der Katzentoilette ab? Spielt sie weniger und schläft dafür mehr? In diesen Fällen sollten Sie den Tierarzt zu Rate ziehen, um die Ursache abzuklären.

Lebensqualität erhalten dank multimodaler Therapie

Um die Diagnose Arthrose zu stellen, untersucht der Tierarzt den Hund oder die Katze gründlich. Eventuell sind auch bildgebende Verfahren, wie Röntgen, dafür notwendig. Sollte sich die Verdachtsdiagnose bestätigen, geht es im Laufe der Therapie darum, 

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– Schmerzen zu lindern
– den Krankheitsverlauf zu verlangsamen
– die Beweglichkeit zu verbessern, sowie
– die Lebensqualität zu steigern.

Dr. Alexandra Keller, Fachtierärztin für Chiropraktik, empfiehlt eine multimodal aufgebaute Arthrosetherapie: Chiropraktik etwa kann die Beweglichkeit verbessern, professionelle Physiotherapie zur Schmerz- und Entzündungslinderung beitragen und Bewegungstherapie den Muskelaufbau fördern. Der Einsatz von Schmerzmitteln kann nötig sein, sollte aber gut überwacht werden, um mögliche Neben- und Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen. „Für eine langfristige oder dauerhafte Behandlung bietet es sich an, biologische Tierarzneimittel mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und regenerativen Wirkprofilen einzusetzen“, so Dr. Keller. Je nach Krankheitsverlauf können diese alternativ oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln verabreicht werden – abgestimmt auf den Krankheitszustand des Patienten. Das gute Nebenwirkungsprofil dieser Arzneimittel ist hier von Vorteil.

Zudem sollten auch ein konsequentes Fütterungsmanagement (Nahrungsergänzungsmittel, angepasstes Futter, Gewichtskontrollen) durchgeführt werden. Außerdem kann es sinnvoll sein, Anpassungen im Alltag vorzunehmen, z.B. einen niedrigeren Einstieg in die Katzentoilette zu ermöglichen oder eine Rampe in den Kofferraum anzubieten, um seinem Vierbeiner das Einsteigen zu erleichtern. Wichtig in jedem Fall ist es, regelmäßig den Tierarzt aufzusuchen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und ggf. die Therapie anzupassen.


Weitere Informationen rund um die Tiergesundheit finden Sie unter
www.vetepedia.de.

Text und Bildmaterial: Heel GmbH

[1] Kerwin SC. Osteoarthitis in cats. Top Companion Anim Med. 2010 Nov; 25(4):218-23

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