Otomax®

Otomax® sind Ohrentropfen für den Hund bei Ohrentzündungen. Sie enthalten die Wirkstoffe Gentamycin, Clotrimazol und Betamethason.
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Otomax®?

Otomax® sind verschreibungspflichtige Ohrentropfen für den Hund. Tierärztinnen und Tierärzte wenden dieses Medikament bei Ohrentzündungen beim Hund an, die von Erregern hervorgerufen wurden, die auf Otomax® gut ansprechen.

Otomax® ist als Ohrentropfen für den Hund erhältlich (Otomax® Ohrentropfen, Suspension für Hunde – Suspension zum Einbringen in den äußeren Gehörgang).

Welche Wirkstoffe enthält Otomax®?

Otomax® ist ein Kombinationspräparat. Es enthält die Wirkstoffe Gentamycin, Clotrimazol und Betamethason.

  • Gentamycin ist ein Antibiotikum – es ist gegen viele verschiedene Bakterien wirksam. Um Resistenzen zu vermeiden, sollte es erst eingesetzt werden, wenn andere Antibiotika zu keiner Besserung geführt haben und Antibiogramm angefertigt wurde.
  • Clotrimazol ist ein Mittel gegen Hefen und Hautpilze (Antimykotikum).
  • Betamethason ist ein Kortison, es wirkt gegen Entzündungen und Juckreiz.

1 ml Otomax® Ohrtropfen enthält 2.640 I.E. Gentamycin, 0,88 mg Betamethason und 8,8 mg Clotrimazol. Weitere Bestandteile von Otomax® sind Mineralöl sowie dickflüssiges Paraffin und Polyethylen.

Wann wird Otomax® angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte verordnen Otomax®, wenn eine Ohrinfektion beim Hund vorliegt, die durch verschiedene Bakterien (z.B. Staphylokokkus intermedius) und Hefen (vor allem Malassezia pachydermatis) hervorgerufen werden, die empfindlich auf die Wirkstoffe von Otomax® reagieren.

Es ist empfehlenswert, Otomax® erst anzuwenden, wenn andere Antibiotika-Präparate nicht mehr wirken, um eine Resistenzbildung zu vermeiden. Die Tierärztin oder der Tierarzt nimmt hierfür einen Tupfer aus dem Ohr und lässt die Erreger im Labor bestimmen und auf ihre Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika testen (Antibiogramm).

Otomax® wird nur verordnet, wenn das Trommelfell des Hundes nicht beschädigt ist. Hierfür untersucht die Tierärztin bzw. der Tierarzt das äußere Ohr gründlich (Otoskopie). Häufig ist es notwendig, das Ohr zu spülen oder zu reinigen.

Ohrentzündungen beim Hund sind häufig nur das Symptom einer anderen Krankheit – das heißt, sie werden beispielsweise durch eine Allergie ausgelöst. Es empfiehlt sich, die Ursache der Ohrentzündung zu ermitteln und ebenfalls zu behandeln, um zu vermeiden, dass es zu einem Rückfall kommt.

Wie soll Otomax® verabreicht werden?

Otomax® wird in den äußeren Gehörgang des Hundes eingegeben. Häufig ist es ratsam, das Ohr vorher zu reinigen und zu trocknen. Schütteln Sie die Otomax®-Flasche vor Gebrauch kräftig und heben Sie die Ohrmuschel Ihres Hundes an. Führen Sie den Stullen von Otomax® vorsichtig in den Gehörgang ein und geben Sie – entsprechend dem Gewicht des Hundes – einige Tropfen der Lösung in das Ohr ein.

Bei einem Hund unter 15 kg empfiehlt der Hersteller zweimal täglich die Gabe von vier Tropfen Otomax®, bei einem Hund über 15 kg Körpergewicht zweimal täglich acht Tropfen pro Ohr. Sie können dann die Ohrbasis sanft massieren und das Medikament dadurch ausreichend in den Gehörgang einbringen – dies ist wichtig, um auch die Erreger in den tiefer liegenden Bereichen des Gehörgangs zu erreichen. Lassen Sie sich gerne von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt zeigen, wie Sie die Otomax®-Ohrtropfen verabreichen.

Der Hersteller empfiehlt eine Therapiedauer über sieben Tage. Bevor Sie die Otomax®-Tropfen absetzen, ist eine tierärztliche Kontrolle notwendig. Wird das Medikament zu früh abgesetzt, können die überlebenden Erreger gegen die in Otomax® enthaltenen Bestandteile resistent (unempfindlich) werden.

Welche Nebenwirkungen hat Otomax®?

Otomax® kann zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • Hörstörungen
  • Vorübergehender Hörverlust
  • Rötungen
  • Symptome eines gestörten Gleichgewichtssinns (vestibuläre Symptome), wie beispielsweise Kopfschiefhaltung oder Augenzittern (Nystagmus)
  • Örtliche oder allgemeine Nebenwirkungen, die durch den Wirkstoff Betamethason (ein Kortison) von Otomax® ausgelöst werden, wie beispielsweise eine verzögerte Wundheilung, eine dünnere Haut, ein herabgesetztes Immunsystem.

Otomax® sollte nicht angewendet werden bei:

  • Hunden mit geschädigtem Trommelfell (perforiertes Trommelfell)
  • Tragenden oder säugenden Hündinnen
  • Paralleler Gabe eines anderen ggf. ohrschädigenden Medikaments

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zu Ohrerkrankungen beim Hund finden Sie in unseren Texten:

Allergische Hautentzündung beim Hund

Ohrinfektionen beim Hund

Ohrmilben beim Hund

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autorin: Dr. med. vet. Iris Kiesewetter-Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Juni 2022
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Produktinformation Otomax® Ohrtropfen, Suspension für Hunde – Suspension zum Einbringen in den äußeren Gehörgang. https://www.msd-tiergesundheit.de/produkte/otomax-ohrentropfen/ (Abruf: Juni 2022)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology: Otomax® ad us. vet., Ohrentropfen. https://www.vetpharm.uzh.ch/tak/05000000/00055762.01 (Abruf: Juni 2022)