Optimmune®

Optimmune® ist eine verschreibungspflichtige Augensalbe für den Hund. Sie enthält den Wirkstoff Ciclosporin.
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Ergänzungsfuttermittel und Tiermedikamente (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Optimmune®?

Hunde können unter verschiedenen Augenkrankheiten leiden. Viele dieser Erkrankungen lassen sich mit speziellen Augensalben behandeln. Dann fragen sich viele Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer: „Welche Augensalben gibt es für Hunde?“ Ein Beispiel für entsprechende Augensalben ist Optimmune® – eine verschreibungspflichtige Augensalbe für den Hund. Tierärztinnen und Tierärzte setzen Optimmune® ein, wenn bestimmte Augenerkrankungen vorliegen, die auf eine Störung des Immunsystems zurückzuführen sind.  

Welche Wirkstoffe enthält Optimmune®?

Optimmune® enthält den Wirkstoff Ciclosporin. Ciclosporin ist ein sogenanntes Immunsuppressivum. Was bewirkt Optimmune®? Bei bestimmten Erkrankungen reagiert das Immunsystem des Tieres zu stark und führt zu den Symptomen der Krankheit. Diese Symptome lassen sich mit einem Immunsuppressivum behandeln, das die überschießende Immunreaktion vermindert.

Optimmune® enthält in 1 g Augensalbe 2,0 mg Ciclosporin. Weitere Bestandteile sind weiße Vaseline, Maiskeimöl, Sterine und Alkohole aus Wollwachs in Vaseline.

Wann wird Optimmune® angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte verordnen Optimmune®-Augensalbe bei folgenden immunbedingten Augenerkrankungen des Hundes:

  • Chronische idiopathische Keratokonjunktivitis sicca (KCS): Der Hund hat ein zu trockenes Auge – es wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, die für die Versorgung der Hornhaut notwendig ist. Die Hornhaut und die Bindehaut sind gereizt, schmerzen und entzünden sich. Es entstehen im weiteren Verlauf dauerhafte Schäden an der Hornhaut. Bei der idiopathischen Keratokonjunktivitis sicca ist die Ursache für die Augentrockenheit nicht bekannt.
  • Chronische oberflächliche Keratitis (Pannus, Schäferhund-Keratitis): Durch eine Störung des Immunsystems kommt es zu einer Erkrankung der Hornhaut und Bindehaut beider Augen. Es bilden sich Blutgefäße und Narben auf der Hornhaut. Außerdem nimmt sie Farbe an (pigmentiert) – die Hornhaut wird dadurch trübe und der Hund kann schlecht oder gar nicht mehr sehen.

Der Wirkstoff Ciclosporin unterdrückt die Immunantwort von bestimmten Entzündungszellen (T-Helferzellen) und dadurch die übersteigerte Abwehrreaktion. Bei der idiopathischen Keratokonjunktivitis sicca wirkt Optimmune® an der Tränendrüse und steigert die Produktion von Tränenflüssigkeit.

Wie soll Optimmune® verabreicht werden?

Optimmune®-Augensalbe wird in den Bindehautsack des Hundes eingegeben. Dafür ziehen Sie das Unterlid vorsichtig nach unten und drücken einen ca. 0,5 bis 1 cm langen Salbenstreifen auf die Bindehaut. Ist das Auge verklebt, empfiehlt es sich, dieses vor Eingabe der Salbe mit geeigneten Augenwasch-Lösungen zu reinigen.

Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt zeigt Ihnen das notwendige Handling. Es empfiehlt sich, das täglich notwendige Verabreichen der Augensalbe möglichst positiv zu gestalten, damit der Hund es nicht als lästiges Leid empfindet. Hierfür können Sie beispielsweise den Hund mit Leckerlis nach der Eingabe belohnen.

Optimmune® wird im Abstand von zwölf Stunden verabreicht. Wie lange die Behandlung notwendig ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Krankheit ist und wie der Hund auf die Behandlung anspricht. Oftmals verordnen Tierärztinnen und Tierärzte zusätzlich künstliche Tränenflüssigkeit.

Bei der chronischen idiopathischen Keratokonjunktivitis ist es häufig notwendig, lebenslang mit Optimmune® zu behandeln. Die Chancen auf Heilung bessern sich, wenn die Behandlung frühzeitig begonnen wurde. Auch bei der chronischen oberflächlichen Keratitis kann eine lebenslange Behandlung notwendig sein. Manchmal ist es möglich, in sonnenarmen Winter- und Herbstmonaten die Dosis von Optimmune® zu reduzieren.

Welche Nebenwirkungen hat Optimmune®?

Das Auge reagiert in einigen Fällen gereizt auf die Gabe von Optimmune® – oftmals klingt diese Nebenwirkung unter weiterer Gabe von Optimmune® innerhalb der nächsten sieben Tage ab.

Besteht der Verdacht, dass der Hund unter einer Pilz- oder Virusinfektion am Auge leidet, so ist es ratsam, die Behandlung mit Optimmune® kurzfristig zu unterbrechen und zunächst die Pilz- bzw. Virusinfektion zu behandeln.

 

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zu Augenerkrankungen finden Sie in unseren Texten:

Bindehaut-Entzündung beim Hund

Grauer Star beim Hund

Grüner Star beim Hund

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autorin: Dr. med. vet. Iris Kiesewetter-Koch
Datum: der letzten Aktualisierung: Januar 2023
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Produktinformation Optimmune® Augensalbe 2,0 mg/g- Salbe zum Einbringen in den Bindehautsack für Hunde. https://www.msd-tiergesundheit.de/produkte/optimmune-augensalbe-20-mg-g/ (Abruf: Dezember 2022)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology: www.vetpharm.uzh.ch (Abruf: Dezember 2022)