Finadyne®

Finadyne® ist ein verschreibungspflichtiges, entzündungshemmendes Schmerzmittel für Pferde bei Erkrankungen des Bewegungsapparats.
Tiermedikamente (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Tiermedikamente (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Finadyne®?

Finadyne® ist ein verschreibungspflichtiges, entzündungshemmendes Schmerzmittel für Pferde. Tierärztinnen und Tierärzte setzen es bei akuten entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats des Pferdes ein. Finadyne® ist als Paste zum Eingeben erhältlich.

Welche Wirkstoffe enthält Finadyne®?

Finadyne® enthält den Wirkstoff Flunixin-Meglumin. Flunixin ein sogenannter nicht-steroidaler Entzündungshemmer (NSAID). Es wird bei Schmerzen als Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt und wirkt zudem fiebersenkend (Antipyretikum).

1 Gramm Finadyne® Paste enthält 83,0 mg Flunixin-Meglumin (dies entspricht 50 mg Flunixin).

Wann wird Finadyne® angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte wenden Finadyne® bei akuten entzündlichen Erkrankungen und Schmerzen des Bewegungsapparats sowie bei Koliken beim Pferd an. Der Wirkstoff Flunixin hemmt die Bildung bestimmter Hormone (sog. Prostaglandine), die Entzündungen verursachen oder verstärken.

Finadyne® sollte nicht angewendet werden bei:

  • Chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Schweren Leber- und Nierenschäden
  • Trächtigen Stuten
  • Tieren mit Schäden der Magen-Darm-Schleimhaut (z.B. Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen nach Endoparasiten-Befall)
  • Tieren mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Flunixin
  • Stuten, deren Milch als Nahrungsmittel für den Mensch vorgesehen ist

Wie soll Finadyne® verabreicht werden?

Finadyne® ist eine Paste zum Eingeben, das heißt die Tierärztin oder der Tierarzt verabreicht sie dem Pferd direkt mithilfe eines Injektors ins Maul. Der Hersteller empfiehlt eine Dosis von 1,1 mg Flunixin pro Kilogramm Körpergewicht täglich.

Die Behandlungsdauer mit Finadyne® sollte maximal fünf Tage betragen. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere während der Behandlung mit Finadyne® ausreichend mit Trinkwasser versorgt sind.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Tiere während der Behandlung mit Finadyne® nicht unter Stress stehen. Vermeiden Sie direkten Hautkontakt mit der Paste.

Welche Nebenwirkungen hat Finadyne®?

Als mögliche Nebenwirkung reizt und schädigt Finadyne® die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts. Finadyne® kann, wie alle nicht-steroidalen Entzündungshemmer, bei Zuständen mit niedriger Blutkonzentration und niedrigem Blutdruck (zum Beispiel bei einer Operation) zu Nierenschäden führen.

Sehr selten treten allergische Reaktionen, wie allergische Hautreaktionen oder eine überschießende Reaktion des Immunsystems (Anaphylaxie), auf.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zu Erkrankungen beim Pferd finden Sie in unseren Texten:

Arthritis (Gelenkentzündung) beim Pferd

Arthrose (Gelenkverschleiß) beim Pferd

Koliken beim Pferd

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autor: Simon Korn, M. Sc. Biologie
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung:
Mai 2022

Quellen:
MSD Tiergesundheit: Produktinformationen Finadyne® Paste 50 mg/g – Paste zum Eingeben für Pferde. https://www.msd-tiergesundheit.de/produkte/finadyne-paste-50-mg-g/ (Abruf: Mai 2022)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology: www.vetpharm.uzh.ch (Abruf: Mai 2022)