Dexadreson® forte

Dexadreson® forte ist ein Kortison-Präparat. Tierärztinnen und Tierärzte setzen es gegen entzündliche Krankheiten und Autoimmunerkrankungen ein.
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com
Tierarzneimittel (Symbolbild). Foto: Pixabay.com

Was ist Dexadreson® forte?

Dexadreson® forte ist ein Kortison-Präparat. Tierärztinnen und Tierärzte setzen es gegen verschiedene entzündliche Krankheiten und Autoimmunerkrankungen ein.

Dexadreson® forte ist als Injektionslösung erhältlich.

Welche Wirkstoffe enthält Dexadreson®?

Dexadreson® forte enthält den Wirkstoff Dexamethason. Dies ist ein kurz wirksames Glukokortikoid (Kortison-Präparat) mit schnellem Wirkeintritt.

Dexadreson® forte 1,32/2,67 mg/ml Injektionssuspension enthält 3 mg Dexamethason pro ml Injektionslösung.

Wann wird Dexadreson® forte angewendet?

Tierärztinnen und Tierärzte wenden Dexadreson® forte bei verschiedenen, vor allem entzündlichen Krankheiten an. Dexamethason ist ein Kortison, welches antiallergisch, entzündungshemmend und zuckerbildend (Glukose, Blutzucker) wirkt. Es kann auch gegen Symptome bei Schock helfen und beim Rind die Geburt einleiten.

Bei Hunden wird Dexadreson® forte bei folgenden Krankheiten angewendet:

Bei Pferden wird Dexadreson® forte bei folgenden Krankheiten angewendet:

Bei Rindern wird Dexadreson® forte bei folgenden Krankheiten angewendet:

  • Anstieg der Konzentration von Ketonkörpern im Blut (Primäre Ketose)
  • Allergisch bedingte Hauterkrankungen
  • Akute, nicht infektiöse Gelenkentzündung (Arthritis) und Periarthritis
  • Sehnenscheiden-Entzündung (Tendovaginitis)

Wie soll Dexadreson® forte verabreicht werden?

Die Tierärztin oder der Tierarzt spritzt Ihrem Tier Dexadreson® forte unter die Haut, in den Muskel, in die Vene oder direkt ins Gelenk. Die Dosierungen variieren je nach der Tierart und nach der vorliegenden Krankheit.

  • Bei Hunden wird eine Dosis von 0,1 bis 0,25 mg Dexamethason / kg Körpergewicht empfohlen. Das entspricht 0,03 bis 0,083 ml Dexadreson® forte Injektionslösung pro kg Körpergewicht.
  • Bei Rindern und Pferden wird eine Dosis von 0,03 bis 0,08 mg Dexamethason / kg Körpergewicht empfohlen. Das entspricht 1 bis 2,7 ml Dexadreson® forte Injektionslösung pro 100 kg Körpergewicht.

In bestimmten Fällen, zum Beispiel im Schock, kommen höhere Dosierungen Dexadreson® forte infrage. Ist eine zweite Injektion notwendig, so ist diese nach sieben Tagen möglich.

Der Wirkstoff Dexamethason sollte nicht angewendet werden bei:

Besonders vorsichtig ist Ihre Tierärztin bzw. Ihr Tierarzt und kontrolliert Ihr Tier ggf. häufiger, wenn es unter folgenden Erkrankungen leidet:

Bei Tieren, die noch wachsen, bei säugenden und trächtigen Tieren sowie bei Pferden, wenden Tierärztinnen und Tierärzte Dexadreson® forte bzw. den Wirkstoff Dexamethason nur an, wenn bei der vorliegenden Krankheit eine Kortison-Therapie kaum zu umgehen ist (strenge Indikation).

Dexadreson® forte wirkt auf das Immunsystem, daher beeinflusst es auch die Wirkung von Impfungen. Der Hersteller rät, einen zeitlich ausreichenden Abstand zu einer Impfung einzuhalten: Eine aktive Impfung sollte nicht während und bis zu zwei Wochen nach der Behandlung mit Dexadreson® forte durchgeführt werden. Dexadreson® forte kann zudem Impfungen, die bis zu acht Wochen vor dem Therapiebeginn gespritzt wurden, beeinträchtigen.

Welche Nebenwirkungen hat Dexadreson® forte?

Aufgrund seiner weitreichenden Wirkung im Körper sind bei der Anwendung von Dexadreson® forte unter anderem folgende Nebenwirkungen möglich:

  • Unterdrückung des Abwehrsystems (Immunsuppression) und dadurch höheres Infektionsrisiko und schlechterer Verlauf von bestehenden Infektionen
  • Verzögerte Wund- und Knochenheilung, Muskelschwund, Knochenschwund (Osteoporose), Gelenkerkrankungen
  • Bei Jungtieren kann das Wachstum verzögert und der Knochen geschädigt werden
  • Verschlechterung eines bestehenden Diabetes mellitus, Förderung eines Diabetes mellitus
  • Cushing-Syndrom
  • Krämpfe, latente Epilepsie
  • Erregungszustände, vereinzelt Depressionen oder Aggressionen
  • Hautverdünnung (Hautatrophie)
  • Allergische Reaktionen
  • Grüner Star (Glaukom), Grauer Star (Katarakt)
  • Vermehrtes Trinken, vermehrtes Urinabsetzten, vermehrtes Fressen
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Magen-Darm-Geschwüre (Ulzera)
  • Lebererkrankungen (reversible Hepatopathie)
  • Zu wenig Kalium und Kalzium und zu viel Natrium, ggf. Bildung von Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Hufrehe beim Pferd
  • Geburtsauslösung beim Rind, Nachgeburtsverhalten
  • Verminderte Milchleistung beim Rind

Weiterführende Informationen

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt!

Autorin: Dr. med. vet. Iris Kiesewetter-Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Juni 2022
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Dexadreson® forte 1,32/2,67 mg/ml. https://www.msd-tiergesundheit.de/produkte/dexadreson-forte/ (Abruf: Juni 2022)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology: https://www.vetpharm.uzh.ch/tak/03000000/00036531.03 (Abruf: Juni 2022)