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Wie wirkt CBD beim Hund?

 

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Foto: Pixabay.com

Cannabidiol (kurz CBD) ist ein Bestandteil der Hanfpflanze. CBD-Produkte, wie CBD-Öl, gibt es nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere, zum Beispiel für Hunde. Doch wie wirkt CBD beim Hund, wirkt es überhaupt, und kann Ihr Hund „high“ von dem Cannabis-Extrakt werden? Sind auch Nebenwirkungen möglich? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Artikel.

Bei CBD handelt es sich um ein sogenanntes nicht-psychoaktives Cannabinoid. Das bedeutet, dass dieser Inhaltsstoff der Hanfpflanze keine berauschende Wirkung hat. Diese ist nämlich auf einen anderen Bestandteil, das THC (Tetrahydrocannabinol), zurückzuführen. CBD-Öle dürfen in Deutschland einen THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten, weil sie sonst unter das Betäubungsmittelgesetz fallen würden. CBD-Produkte für den Hund machen das Tier somit nicht „high“ – vorausgesetzt, das Produkt enthält nicht mehr THC als erlaubt.

Welche Wirkung hat CBD beim Hund?

Ähnlich wie beim Menschen, sollen CBD-Produkte auch beim Hund gegen verschiedene Beschwerden helfen. So werden ihnen folgende Wirkungen nachgesagt:

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  • eine krampflösende Wirkung (spasmolytisch, antikonvulsiv)
  • eine antientzündliche Wirkung (antiphlogistisch, antiinflammatorisch)
  • eine schmerzlindernde Wirkung (analgetisch)
  • eine angstlösende Wirkung (anxiolytisch)
  • hemmend auf das Immunsystem (immunsuppressiv)
  • schützend auf das Nervengewebe (neuroprotektiv)
  • gegen Übelkeit (antiemetisch)

Doch Vorsicht: Falls Ihr Hund krank wirkt, suchen Sie bitte zunächst eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf, bevor Sie Ihrem Hund freiverkäufliches CBD verabreichen! Ihr Hund könnte an einer Erkrankung leiden, die tierärztlich behandelt werden muss. Sprechen Sie generell bitte mit der Tierärztin oder dem Tierarzt, bevor Sie dem Hund CBD-Produkte geben! Tierärzte dürfen CBD-Produkte zwar nicht selbst verordnen, sie können Sie aber hinsichtlich möglicher Vorsichtsmaßnahmen und Nebenwirkungen beraten und Ihren Hund gründlich untersuchen.

Wie wirksam sind CBD-Produkte beim Hund?

Eine nachweisliche Wirksamkeit der frei verkäuflichen CBD-Produkte, wie CBD-Öle, ist bislang noch nicht gut wissenschaftlich belegt. Es gibt aber immer mehr Studien zur Wirkung von Cannabis-Extrakten, und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass CBD eine positive Wirkung auf den Körper von Menschen und Tieren haben kann.

Wie genau wirkt CBD beim Hund?

Die Hauptwirkung von Cannabis erfolgt über das sogenannte endogene Cannabinoid-System (Endocannabinoid-System), welches alle Säugetiere – demnach auch Hunde – aufweisen. Das Endocannabinoid-System ist ein Teil des Nervensystems. Es besteht aus zwei Rezeptor-Typen, an die Cannabinoide andocken können. Diese Rezeptoren befinden sich in verschiedenen Organsystemen, zum Beispiel im Nervensystem oder im Verdauungstrakt.

Es handelt sich um den:

  • Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1), der sich vorwiegend im Gehirn und im peripheren Nervensystem befindet, und den
  • Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2), der vor allem in bestimmten Zellen des Immunsystems (Mastzellen, B-Lymphozyten und T-Lymphozyten), sowie in den Knochen-aufbauenden und Knochen-abbauenden Zellen (Osteoblasten und Osteoklasten) vorkommt.

Während der CB2-Rezeptor eine Rolle bei der Körperabwehr zu spielen scheint, wird dem CB1 eine Aufgabe im Nervensystem zugeschrieben. So haben Untersuchungen bei Hunden darauf hingewiesen, dass CB1-Rezeptoren unter anderem in Regionen des Nervensystems vorkommen, die für Wahrnehmung, Gedächtnis, Schmerzempfindung und Bewegungsfunktionen zuständig sind.

Welche Nebenwirkungen von CBD sind beim Hund möglich?

Insgesamt sollen CBD-Produkte bei Hunden eine gute Verträglichkeit haben, dennoch können sie beim Hund Nebenwirkungen hervorrufen. Zwar zählen CBD-Produkte für Tiere nicht zu den Arzneimitteln, weshalb sie sich keiner offiziellen Prüfung auf Wirksamkeit, Sicherheit oder Nebenwirkungen unterziehen müssen. Doch die Hersteller der CBD-Produkte geben oft geringe Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schläfrigkeit oder Verdauungsprobleme an.

Vorsicht: Falls Sie nach der Gabe von CBD bei Ihrem Hund eine mögliche Nebenwirkung oder Unverträglichkeit beobachten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt! Zum Beispiel, wenn der Hund erbricht oder Durchfall bekommt oder wenn er besonders schläfrig und apathisch wirkt. Manche Hunde reagieren empfindlich auf bestimmte Produkte oder die eingesetzte Dosierung oder der THC-Gehalt des CBD-Produkts ist zu hoch. Wichtig ist, dass Sie vor dem Kauf darauf achten, dass das CBD-Produkt kaum bis gar kein THC enthält. Denn THC hat eine berauschende Wirkung, die beim Hund gänzlich unerwünscht ist.

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Wichtig beim Kauf von CBD für den Hund

Falls Sie beabsichtigen, ein CBD-Produkt für Ihren Hund zu kaufen (in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder über das Internet), sollten Sie einige Dinge beachten:

  • Kaufen Sie – vor allem wenn Sie das CBD-Produkt in einem Online-Shop erwerben – nur bei einem seriösen Anbieter. Da dies auf den ersten Blick oft schwer zu erkennen ist, schauen Sie ins Impressum, auf mögliche Gütesiegel und auf Kundenreferenzen.
  • Der in Deutschland erlaubte maximale THC-Grenzwert muss unterhalb der Grenze von 0,2 Prozent liegen. Falls er höher ist, kann das CBD-Produkt eine berauschende Wirkung haben.
  • Falls Ihr Hund unter Vorerkrankungen leidet (z. B. Diabetes mellitus, Herz-, Leber- oder Nierenkrankheiten), sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, bevor Sie das Mittel anwenden.
  • Fragen Sie sich: Wofür möchten Sie das CBD-Produkt bei Ihrem Hund anwenden? Beschwerden und Auffälligkeiten beim Hund – auch psychische – können eine behandlungsbedürftige körperliche Erkrankung als Ursache haben, die tierärztlich abgeklärt und ggf. behandelt werden muss. Halten Sie deshalb vorher Rücksprache mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt!

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. Martin Waitz
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: September 2021
Quellen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Cannabis als Medizin. https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis-als-Medizin/Hinweise-fuer-Aerzte/_node.html (Abruf: September 2021)
Bundesinstitut für Risikobewertung: THC. www.bfr.bund.de (Abruf: September 2021)
Vaay.com: CBD-WIRKUNG: WIE SCHNELL UND WIE LANGE WIRKT CBD? https://vaay.com/blogs/hanf-wissen/cbd-wirkung (Abruf: September 2021)

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