Wie Sie Hamsterkrankheiten erkennen und vorbeugen

Informieren Sie sich hier über die häufigsten Hamsterkrankheiten und erfahren Sie, wie Sie ihnen vorbeugen.
Gesunder Hamster
Kontrollieren Sie den Hamster regelmäßig auf Krankheitsanzeichen, so erkennen Sie Hamsterkrankheiten rechtzeitig. Foto: vetproduction

Sind Hamster anfällig für Krankheiten?

Bei der richtigen Pflege sind Hamster wenig krankheitsanfällig. Die kleinen Nagetiere verfügen über ein gutes Immunsystem und erkranken relativ selten, es gibt daher keine typischen Hamsterkrankheiten.

Wie erkenne ich, dass mein Hamster krank ist?

Behalten Sie das Aussehen und das Verhalten Ihres Hmasters immer im Auge! Allgemeine Krankheitsanzeichen sind zum Beispiel apathisches oder aggressives Verhalten, oder auch ein struppiges Fell und Abmagerung.

Informieren Sie sich hier über die häufigsten Hamsterkrankheiten und erfahren Sie, wie Sie ihnen vorbeugen.

Die häufigsten Hamsterkrankheiten

Durchfall beim Hamster

Gesunde Hamster sind sehr reinliche Tiere. Wenn die Afterregion Ihres Hamsters durch Kot verschmutzt oder feucht ist, deutet dies in der Regel auf eine Durchfall-Erkrankung hin. Der Kot des Hamsters ist dann nicht wie sonst fest und trocken, sondern weich und wässrig. Mögliche Gründe für den Durchfall sind falsches Futter, eine bakterielle Infektion oder die sogenannte Wet tail disease.

Sobald Sie den Durchfall bemerken, geben Sie Ihrem Hamster kein Frischfutter mehr und suchen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt auf. Säubern Sie die Afterregion des Hamsters vorsichtig mit einem feuchten Wattepad. Durchfall beim Hamster wird meist mit Medikamenten zum Wiederaufbau der Darmflora behandelt.

Haarlinge und Pilzbefall

Ein Befall durch Haarlinge, Milben oder Pilze beim Hamster äußert sich durch starken Juckreiz, Kratzen und Haarausfall. Die Haut ist gerötet und das Fell stumpf und schuppig. Mögliche Ursachen für den Parasitenbefall sind geschwächte Abwehrkräfte oder Haltungsfehler (z.B. durch mangelnde Hygiene).

Für die Behandlung von Haarlingen gibt es auch für Hamster spezielle Lösungen (sogenannte Spot-Ons) zum Auftragen auf die Haut – jedoch in deutlich niedrigeren Mengen und Konzentrationen als bei Hunden und Katzen.

Augenkrankheiten beim Hamster

Krankheiten an den Augen sind häufig durch Bakterien verursacht. Was vielen allerdings nicht bekannt ist: Hat der Hamster eine schlechte Mundhygiene mit Karies und Entzündungen der Zahnwurzel, ist es möglich, dass die krankheitserregenden Bakterien verschleppt werden. So gelangen sie zu den Augen und führen zu Infektionen.

Auch kleinste Staub- und Schmutzpartikel aus der Einstreu können Augenentzündungen bei Hamstern hervorrufen.

Erkältung

Ähnlich wie beim Menschen, zeigt sich eine Erkältung beim Hamster durch Niesen, Atemgeräusche oder Nasenausfluss. Wenn der Käfig des Hamsters falsch platziert ist, entsteht die Erkältung durch Zugluft oder starke Temperaturschwankungen.

Die tierärztliche Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Zu Hause kann eventuell die Bestrahlung mit einer Wärmelampe helfen, um die Heilung zu beschleunigen. Stellen Sie die Lampe aber so auf, dass der Hamster sich der Wärme auch entziehen kann und kontrollieren Sie regelmäßig den Käfig, um eine Überhitzung des Hamsters zu vermeiden.

Verstopfte Backentaschen

Wenn Ihr Hamster nicht mehr frisst und die Backentaschen nicht richtig entleeren kann, sind die Taschen unter Umständen verstopft. Dies passiert zum Beispiel durch klebriges Futter oder zu große Futterstücke. Verstopfte Backentaschen können zu starken Entzündungen und Abszessen führen, die nur schwer heilen.

Beobachten Sie Ihren Hamster eine kurze Weile. Manchmal hatte der Hamster noch keine Gelegenheit, um die Backentaschen zu entleeren. Falls Sie aber über längere Zeit gefüllt bleiben, sollten Sie auch hier Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt aufsuchen, um die Essensreste vorsichtig mit einer Pinzette entfernen zu lassen.

Zahnfehlstellungen beim Hamster

Wie bei Meerschweinchen und Kaninchen, tritt eine Zahlfehlstellung auch bei Hamstern verhältnismäßig häufig auf. Die Zähne des Hamsters wachsen das ganze Leben lang nach und müssen regelmäßig abgerieben werden. Geschieht dies durch eine Zahnfehlstellung oder mangelndes Nagen nicht, kann es zu Verletzungen im Mundbereich kommen.

Stellen Sie Ihrem Hamster deshalb immer genug Material zum Knabbern, zum Beispiel saubere Zweige oder Holz, zur Verfügung. Zur Not können Sie die Zähne durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt kürzen lassen.

Mit dem Hamster in der Tierarzt-Praxis

Bei kleinen Tieren wie Hamstern verlaufen Krankheiten häufig schnell. Zögern Sie deshalb nicht, bei Auffälligkeiten eine Tierarzt-Praxis aufzusuchen. Versuchen Sie keine selbstständige Behandlung des Tieres, dadurch verstreicht häufig nur wertvolle Zeit und Sie verschlimmern die Beschwerden. Informieren Sie sich stattdessen schon vorzeitig über eine spezialisierte Praxis in Ihrer Nähe, die sich mit der Behandlung von Nagetieren auskennt.

Verwenden Sie für den Weg in die Praxis eine geeignete Transportbox, die Sie im besten Fall schon beim Kauf des Hamsters besorgt haben. Überlegen Sie auf der Fahrt, ob Sie in letzter Zeit etwas bei der Haltung des Hamsters verändert haben, zum Beispiel beim Futter, bei der Einstreu oder bei der Käfigeinrichtung – dies sind wertvolle Informationen für die Tierärztin bzw. den Tierarzt.

So beugen Sie Hamsterkrankheiten vor

Das A und O bei der Hamsterhaltung sind ein artgerechtes Zuhause und abwechslungsreiches Futter. Eine ausgewogene Ernährung aus Körnerfutter und Frischfutter, wie Äpfel, Salat oder Möhren, hält den Hamster fit und stärkt sein Immunsystem.

Um Infektionen durch Bakterien zu vermeiden, reinigen Sie den Käfig in regelmäßigen Abständen sorgfältig. Zu einer guten Hygiene des Hamsterkäfigs gehört:

  • Entfernen Sie übriggebliebenes Frischfutter täglich aus dem Käfig.
  • Wechseln Sie in den Toilettenecken, die sich der Hamster eingerichtet hat, alle drei Tage die Einstreu aus.
  • Waschen Sie einmal wöchentlich die Futterschale und Trinkflasche unter heißem Wasser (ohne Spülmittel).
  • Reinigen Sie mindestens einmal im Monat den gesamten Käfig und wechseln Sie die gesamte Einstreu.

Kontrollieren Sie den kleinen Nager am besten täglich auf mögliche Krankheitsanzeichen hin: Wie sehen das Fell, die Augen und die Afterregion aus? Frisst der Hamster regelmäßig und verhält er sich normal? Auch das Gewicht können Sie regelmäßig mit einer kleinen Küchenwaage überprüfen. Achten Sie dabei vor allem auf eine eventuelle Gewichtsabnahme: Ein gesunder Goldhamster wiegt zwischen 85 bis 130 Gramm.

Hamster sind relativ schreckhaft, setzen Sie den kleinen Nager deshalb möglichst wenig Stress aus. Reißen Sie die nachtaktiven Tiere nicht aus dem Schlaf und richten Sie sich bei der Versorgung und auch bei der Säuberung des Käfigs nach dem Rhythmus des Hamsters.

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Weiterführende Informationen

Autor: Klaudia Fernowka, B.A.
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung:
Dezember 2022
Quellen:

Fossum, T.: Chirurgie der Kleintiere. Urban & Fischer, München 2020
Maddison, J. et al: Vom Symptom zur Diagnose in der Kleintierpraxis. Thieme 2016

Fritzsche, P.: Hamster. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2015
Fehr, M. et al.: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche, Hannover 2014