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Tierarzt oder Tierklinik? Das sind die Unterschiede

 

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Foto: pixabay.com

Wenn der Hund oder die Katze kastriert oder entwurmt werden soll, das Tier verletzt ist oder etwas Giftiges gefressen hat, stellt sich oft die Frage: Zum Tierarzt ein paar Straßen weiter oder in eine Tierklinik in der nächsten Stadt? Worin liegen die Unterschiede?

Grundsätzlich entspricht ein Tierarzt in etwa einem niedergelassenen Arzt, wenn er keine zusätzliche Spezialisierung hat, dem Hausarzt. Eine Tierklinik entspricht einem Krankenhaus. Ob der Tierarzt oder eine Tierklinik aufgesucht werden sollte, ist wie bei Menschen auch abhängig von der aktuellen Erkrankung und den erforderlichen medizinischen Maßnahmen.

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Tierärzte in Einzelpraxen decken die Grundversorgung ihrer tierischen Patienten ab: Für Routineuntersuchungen, Laboruntersuchungen, Kastrationen oder regelmäßige Wurmkuren sind Tier und Tierhalter also in der Tierarztpraxis ihres Vertrauens oder in der ihrem Zuhause nächstgelegenen gut aufgehoben.

Darüber hinaus sind die meisten Tierarztpraxen heutzutage gut mit verschiedenen Diagnosegeräten wie Ultraschall- oder Röntgengeräten ausgestattet, so dass viele Untersuchungen und kleinere Operationen auch dort stattfinden können.

Wohin bei Notfällen am Wochenende?

Hat das Haustier allerdings ausgerechnet am Wochenende einen Unfall, wird der Tierhalter bei seiner Praxis möglicherweise vor verschlossener Tür stehen. In solchen Fällen oder auch bei schweren Krankheiten sowie aufwändigen chirurgischen Eingriffen ist eine Tierklinik die richtige Adresse.

Im Gegensatz zu einer Tierarztpraxis muss eine Tierklinik rund um die Uhr eine Dienstbereitschaft gewährleisten, so dass bei Notfällen ein Tier auch nachts oder am Wochenende versorgt werden kann. Darüber hinaus steht in Tierkliniken ein größeres Team aus Ärzten und tiermedizinischem Fachpersonal zur Versorgung des Patienten zur Verfügung. Oftmals sind Fachtierärzte tätig, etwa für Orthopädie oder Zahnheilkunde. Meist haben sich die Kliniken spezialisiert, zum Beispiel auf die Versorgung von ausschließlich Kleintieren, Pferden oder Nutztieren.

Die diagnostische Ausstattung ist meist umfangreicher als in einer Praxis, so dass auch Magnetresonanz- oder Computertomographiegeräte vorhanden sind. Oftmals gibt es auch ein eigenes Labor, so sind Ergebnisse schneller verfügbar.

Klinik-Kriterien unterscheiden sich je nach Bundesland

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Um sich „Tierklinik“ nennen zu dürfen, muss die veterinärmedizinische Einrichtung bestimmte Kriterien zu beispielsweise Personal, räumlicher und apparativer Ausstattung einhalten. Die Bundestierärztekammer hat dazu Empfehlungen in der sogenannten Muster-Klinikrichtlinie festgehalten: Danach sollten in einer Tierklinik mindestens drei Tierärzte beschäftigt sein, davon mindestens ein Fachtierarzt, dazu vier Hilfskräfte, davon zwei tiermedizinische Fachangestellte. Im Gegensatz zu einer Tierarztpraxis sollte beispielsweise eine Kleintierklinik über mindestens zwei Operationsräume sowie Untersuchungsgeräte wie Röntgen, Sonographie, Endoskopie und EKG verfügen. Darüber hinaus sind Inhalationsnarkose einschließlich Narkoseüberwachung sowie Instrumente für Osteosynthesen, Augenuntersuchungen und Zahnbehandlungen sowie ein Labor einschließlich Blutgasanalysegerät gefordert. Bei einer Pferdeklinik kommen beispielsweise noch ein Operationssaal mit Hebeeinrichtung, mindestens acht Pferdeboxen und ein Auslauf dazu.

Die jeweils zuständige Landestierärztekammer kann jedoch letztlich eigene Kriterien festlegen, sodass sich die Ausstattung einer Tierklinik je nach Bundesland unterscheiden kann.

Gut zu wissen: In Hannover, Berlin, Gießen, München und Leipzig – den fünf deutschen Städten, in denen man Tiermedizin studieren kann – gibt es auch Universitätskliniken für Tiere. Hier arbeiten ebenso Spezialisten, die nicht nur Studierende und Tierärzte ausbilden, sondern auch in ihrem Spezialgebiet Studien durchführen und auch kostenlose Teilnahmen anbieten. Die Universitätskliniken sind dadurch immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.

Unterschiede bei den Preisen

Tierbesitzer können frei wählen, an welche Tierarztpraxis oder Tierklinik sie sich wenden möchten. Dass ein Tierarzt deutlich günstiger oder teurer ist als ein anderer, ist sehr unwahrscheinlich, da die Kosten für Untersuchungen und Behandlungen in Deutschland sowohl für Kliniken als auch für Praxen in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) festgelegt sind. Der Preis richtet sich stets nach der Art der Versorgung, dem Zeitpunkt, der Spezialkompetenz, dem Personalaufkommen und dem Zugang zu spezieller medizintechnischer Ausrüstung. Eine Praxis, die auf Grundversorgung spezialisiert ist, erhebt allerdings teilweise einen niedrigeren Gebührensatz als eine Tierklinik.

Austausch der Patientendaten zwischen Praxis und Klinik

Es kann vorkommen, dass ein Tierarzt seinen Patienten beispielswiese für eine Operation an eine Klink überweist und später die Nachsorge wieder selber übernimmt. In solchen Fällen ist es sinnvoll, dass Patientendaten zwischen beiden Einrichtungen ausgetauscht werden. Ähnlich der elektronischen Gesundheitskarte beim Menschen funktioniert dies über eine spezielle Praxissoftware. So sind beide Parteien auf dem aktuellen Stand etwa bei Laborergebnissen oder Medikation, Doppeluntersuchungen lassen sich so vermeiden.

 

Weitere Informationen

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Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2019
Quellen:
Tierarzt Rückert: Tierkliniken: Von Missverständnissen, veralteten Konzepten und überzogenen Erwartungen https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19820 (Abruf Januar 2018)
AniCura: Wie teuer ist die tierärztliche Versorgung eigentlich? https://www.anicura.de/fur-tierbesitzer/preise/ (Abruf Januar 2018)
Erste Hilfe beim Hund: Tierarzt oder Tierklinik http://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/tierarzt-oder-tierklinik (Abruf Januar 2018)
Pets Premium: Was passiert beim Tierarzt?
https://www.petspremium.de/wissenswertes-info-medizin-tierarzt/ (Abruf Januar 2018)
Bundestierärztekammer: Richtlinie über die an eine „Tierärztliche Klinik“ zu stellenden Anforderungen (Klinikrichtlinie), beschlossen in der BTK-Delegiertenversammlung am 14.3.2015

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