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Telemedizin: Die Online-Sprechstunde beim Tierarzt: Mit dem Smartphone zur Diagnose?

 

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Mädchen mit Hund

Bildquelle: Designed by Freepic.diller / Freepik

In Deutschland schien eine Videosprechstunde mit dem Tierarzt lange Zeit kaum vorstellbar. Zu sehr wehrte sich die Branche gegen Anbieter, die versuchten, digitale Geschäftsmodelle für Tierbesitzer einzuführen. Die Covid-19-Pandemie hat den Blick auf die Telemedizin und Online Tierärzte geändert. Der Ruf nach der Videosprechstunde war plötzlich von allen Seiten zu hören. Doch was ist derzeit schon möglich und wie sieht es mit den Rahmenbedingungen aus?

War die Digitalisierung der Humanmedizin bereits vor dem Ausbruch der Corona-Krise eines der Großprojekte von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, schien man in der Tiermedizin noch den entgegengesetzten Weg zu wählen. Innovative Telemedizinprojekte standen schnell in der Kritik und wurden regelmäßig mit Abmahnungen von Kollegen aus der Ärzteschaft torpediert. Zu groß wurde die Gefahr gesehen, dass durch profitgetriebene internationale Anbieter die Qualität der tierärztlichen Versorgung leiden würde. Hinzu kam, dass in Deutschland die Ausgestaltung der berufsrechtlichen Vorgaben für Tierärzte Ländersache ist, was Telemedizinanbieter vor weitere Hindernisse stellte.

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In Zeiten von Corona scheinen sich die Vorzeichen nun für den Online Tierarzt umgekehrt zu haben.

Aufgrund der tiefgreifenden Einschränkungen im Praxisbetrieb suchten plötzlich alle Tierärzte nach Möglichkeiten, den Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig das Infektionsrisiko für alle Beteiligten zu minimieren. Doch die berufsrechtlichen Vorgaben sorgten für Verunsicherung. Seit die Bundestierärztekammer neue Empfehlungen zur Anwendung der Telemedizin abgegeben hat, besteht etwas mehr Klarheit zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem scheint endlich der Startschuss für die Videosprechstunde mit Ihrem Tier gefallen zu sein. Wir fassen für Sie zusammen, was hierbei künftig zu beachten ist:

Fernbehandlungsverbot

Aufgrund der derzeitigen berufsrechtlichen Bestimmungen darf online keine „Behandlung“ im Sinne der jeweiligen Berufsordnung erfolgen. Nach bisherigem Verständnis bedeutet dies, dass weder konkrete Diagnosen noch Ausschlussdiagnosen erstellt werden dürfen. Konkrete Therapievorschläge rein auf Basis einer Videosprechstunde sind auch heute nicht zulässig. Dies soll auch weiterhin stets dem behandelnden Tierarzt vor Ort überlassen werden.

Eine Videosprechstunde kann allenfalls in einer vorläufigen Diagnose beziehungsweise Verdachtsdiagnose münden. Zulässige Leistungen waren bereits in der Vergangenheit problemlos das Halten von Seminaren, die Beantwortung abstrakter Fragen, beispielsweise im Rahmen von Nachbehandlungen, oder eine allgemeine abstrakte Beratung, die sich auf die Weitergabe von Gesundheitsinformationen beschränkte, um das Wissen von Tierbesitzern zu vergrößern.

Allerdings hat die Bundestierärztekammer die Vielzahl an Anfragen aus der Ärzteschaft zum Anlass genommen, um klarzustellen, dass „Bagatellfälle oder besondere Ausnahmesituationen, die eine Vorstellung des Patienten zum Zwecke einer Vor-Ort-Untersuchung unmöglich machen“ Ausnahmen darstellen können. Klar ist, dass auch in diesen Ausnahmesituationen die Untersuchung durch den Tierarzt möglichst umfassend medial unterstützt sein soll, um eine bestmögliche Visualisierung des vorliegenden Falles zu gewährleisten. Dies kann gerade bei Videosprechstunden besser gewährleistet werden, als mit einem reinen Telefonat.

Die Videosprechstunde bleibt im Übrigen die Ausübung einer tierärztlichen Tätigkeit. Sie ist damit weiterhin an eine Niederlassung gebunden. Das heißt, ohne Praxissitz können auch künftig keine telemedizinischen Leistungen durch Tierärzte erbracht werden. Das stellt bei den derzeitigen Anbietern in der Regel kein Hindernis dar, da diese nicht selbst die tierärztlichen Leistungen zur Verfügung stellen. Dies geschieht ausschließlich durch die Tierärzte, die gebuchte Termine für die Anbieter wahrnehmen.

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Dennoch gilt: Weiterhin sind Videosprechstunden nur als Ergänzung zum Praxisbesuch zu sehen.

Verordnung von Arzneimitteln

Klarheit herrscht auch, was verschreibungspflichtige Arzneimittel angeht: Allein auf Basis einer Videosprechstunde können keine Rezepte ausgestellt werden. Hierfür ist eine Befunderhebung durch den behandelnden Tierarzt vor Ort erforderlich. Ausnahmen gelten lediglich für Folgeverordnungen, denen eine eingehende klinische Untersuchung durch den selben Tierarzt vorausgegangen ist. Auch dies war bislang bereits nach telefonischer Abstimmung möglich.

Abrechnung

Der Tierarzt kann seine digitale Beratung nach den gebührenrechtlichen Vorgaben (GOT) abrechnen. Hier gelten keine Besonderheiten für die Tierbesitzer. Bei Anbietern sollte auf die transparente Darstellung der Kosten geachtet werden, denn viele Anbieter verlangen Anmelde- oder Abo-Gebühren, die unabhängig von der konkret in Anspruch genommenen Leistung anfallen.

Datenschutz

Um den Datenschutz einzuhalten, müssen die Internet- und Telefonverbindungen der Anbieter gesichert sein. Als Nutzer sollte darauf geachtet werden, dass diesbezügliche Aussagen zu den eingehaltenen Standards gemacht werden. Der Anbieter vetelya (Anzeige) hält sich beispielsweise gar an die strengeren Vorgaben aus der Humanmedizin.

Fazit

In der Humanmedizin hat der Deutsche Ärztetag bereits 2018 den Weg für Telemedizin geebnet, indem er das Fernbehandlungsverbot lockerte, die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden daraufhin zwischenzeitlich weitestgehend geklärt. Auch die Bundestierärztekammer (BTK) schreibt in Ihrer Empfehlung vom April 2020, dass der Einzug der Telemedizin in die tierärztliche Praxis „unvermeidbar“ sei. Euphorie klingt anders – dennoch scheint auch die Tiermedizin endlich bereit für eine Öffnung für telemedizinische Angebote. Es bleibt zu hoffen, dass auch die rechtlichen Rahmenbedingungen bald angepasst und vereinheitlicht werden.

Die Videosprechstunde kann bereits heute Kommunikationskanal für Beratungs- und in Einzelfällen auch einfache Behandlungsleistungen sein. Seit den Einschränkungen durch COVID-19 ist das Bewusstsein gestiegen, dass eine solche Beratung für alle Beteiligte Vorteile bringen kann.

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Schauen Sie sich das Angebot für den Telemedizin Tierarzt bzw. die praktische Telemedizin für Tierhalter von vetelya an:

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