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Stress beim Hund erkennen und abbauen

 

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Ein entspannter Hund. Foto: Pixabay.com

Stress äußert sich beim Hund oft durch lautes Bellen, rastloses Umhertappen, vermehrtes Speicheln oder aggressives Verhalten. Welche Auslöser zu Stress führen und wie Sie Ihrem Hund helfen können, um Stress abzubauen, erfahren Sie hier.

Was ist Stress bei Hunden?

Zunächst einmal ist Stress eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine seelische oder körperliche Belastung. Der Körper schüttet Stresshormone und andere Botenstoffe aus, um noch besser zu funktionieren und die belastende Situation bewältigen zu können. Doch kann dauerhafter Stress beim Hund zu einer Überforderung führen. Der Stress wirkt sich dann negativ auf den Körper und das Wohlbefinden des Hundes aus.

Jeder Hund reagiert zudem anders auf bestimmte Stressfaktoren. So bereitet es manchen Hunden enormen Stress, wenn es an der Haustür klingelt, wenn sie beim Gassigehen einem anderen Hund begegnen oder wenn sie alleine zu Hause bleiben müssen. Wohingegen manch anderer Hund diese Situationen völlig entspannt hinnimmt.

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Daher ist es ratsam, dass Sie Ihren Hund genau beobachten, welche Auslöser bei ihm Stress verursachen. Nur so können Sie anschließend gezielt daran arbeiten, den Stress beim Hund abzubauen.

Wodurch wird Stress beim Hund ausgelöst?

Die Auslöser für Stress beim Hund können ganz unterschiedlich sein. So individuell jeder einzelne Hund ist, so anders reagiert auch jeder Hund auf mögliche Stressauslöser. Dennoch gibt es bestimmte Situationen und Umstände, die bei vielen Hunden zu Stress führen. Dazu zählen zum Beispiel folgende potenzielle Stressfaktoren:

  • Lärm: Viele Hunde reagieren empfindlich auf Lärm und laute Geräusche. Vor allem schrille, hohe Töne versetzen manchen Vierbeiner in Alarmbereitschaft.
  • Einsamkeit: Welpen und sehr menschenbezogene Hunde müssen erst daran gewöhnt werden, für eine gewisse Zeit auch einmal alleine zu Hause zu bleiben. Sie sind anfangs oft ängstlich und haben Verlustängste. Sie vermissen ihr Herrchen oder Frauchen und wissen nicht, ob es wiederkommt. Einige Hunde werden regelrecht panisch, wenn sie alleine bleiben müssen.
  • Andere Hunde: Es gibt Hunde, die Begegnungen mit anderen Hunden in Stress versetzen. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass der Hund sein Herrchen oder Frauchen verteidigen möchte.
  • Besuch von fremden Menschen: Der Besuch von fremden Menschen im „Revier“ stresst manche Hunde. Dies kann sich sowohl in ablehnendem, aggressivem Verhalten äußern, als auch darin, dass sich der Hund übermäßig freut und sich nicht entspannen kann.
  • Autofahren: Vielen Hunden bereitet Autofahren Stress. Dies kann daran liegen, dass ihnen unwohl ist oder dass sie aufgeregt sind, wo es hingeht.
  • Bahn-, Bus- oder Flugreisen: Auch andere Verkehrsmittel sind nicht bei allen Hunden beliebt. Besonders das Reisen in Flugzeugen, wo mittelgroße und große Hunde im Gepäckraum des Flugzeugs untergebracht sind, kann großen Stress verursachen.
  • Urlaub: Während wir Menschen im Urlaub meist entspannen, führt die andere Umgebung bei Hunden häufig zu Stress. Sie brauchen oft länger, um sich einzugewöhnen.
  • Gewalterfahrungen: Werden Hunde Gewalt – psychischer oder körperlicher – ausgesetzt, führt dies zu Stress und Angst.
  • Veränderungen: Hunde sind „Gewohnheitstiere“! Veränderungen jeglicher Art können zunächst Stress verursachen.
  • Gesundheitliche Beschwerden: Schmerzen oder andere gesundheitliche Beschwerden führen bei Hunden zu Stress. Eine körperliche Ursache für ein neu aufgetretenes Stressverhalten beim Hund sollte daher immer durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt ausgeschlossen werden.

Wie äußert sich Stress beim Hund?

Hunde gehen unterschiedlich mit Stress um. Doch gibt es einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass der Hund gestresst ist. Dazu gehören unter anderem folgende Merkmale:

  • Der Hund bellt häufig oder durchgängig.
  • Er läuft unruhig auf und ab.
  • Er zeigt eine erhöhte Körperanspannung.
  • Er zittert.
  • Der Hund hat vermehrten Speichelfluss.
  • Er leckt sich häufig das Fell oder die Pfoten (teilweise bis hin zu offenen Wunden).
  • Er zerknabbert oder zerstört Gegenstände oder Möbel.
  • Der Hund zeigt ein aggressives Verhalten (Knurren, Beißen).
  • Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen können ebenfalls ein Symptom von Stress beim Hund sein.

Was tun gegen Stress beim Hund?

Zunächst einmal ist es wichtig, die mögliche Ursache für den Stress beim Hund zu ermitteln. Hierzu kann es notwendig sein, dass die Tierärztin oder der Tierarzt den Hund gründlich untersucht, um mögliche Erkrankungen (z.B. Schilddrüsen-Probleme) auszuschließen. Liegen keine körperlichen Ursachen vor, müssen die Auslöser für den Stress identifiziert werden.

Um Stress beim Hund abzubauen, können folgende Tipps helfen:

  • Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam und behutsam an den Stressauslöser.
  • Verlassen Sie zum Beispiel zunächst immer nur kurz das Haus und verlängern Sie dann schrittweise die Zeit, in der Sie Ihren Hund alleine lassen. So gewöhnt er sich ans Alleinebleiben und weiß, dass Sie immer wiederkommen.
  • Geben Sie klare und verständliche Anweisungen.
  • Belohnen Sie positives Verhalten beim Hund.
  • Vermeiden Sie objektive Stressauslöser (z.B. sehr laute Musik). Dies kann Ihrem Hund auch körperlich schaden (z.B. Hörstörungen). Leise Musik hingegen wirkt bei manchen Hunden durchaus entspannend. Probieren Sie es aus!
  • Überfordern Sie den Hund nicht. Machen Sie ausreichend Pausen bei Ihrem Training.
  • Holen Sie sich professionelle Unterstützung, wenn Sie alleine nicht klarkommen. Es gibt viele professionelle Hundetrainer sowie auf Verhaltensprobleme spezialisierte Tierärztinnen und Tierärzte.

Welche Mittel helfen gegen Stress beim Hund?

Medikamente alleine sollten Sie nicht zur Lösung des Stressproblems Ihres Hundes anwenden. Sie können vielmehr in bestimmten Situationen unterstützend helfen. Das Gleiche gilt für Hausmittel und pflanzliche Produkte.

Medikamente gegen Stress werden von der Tierärztin oder dem Tierarzt verordnet. Diese Mittel dürfen Sie nur nach tierärztlicher Anweisung verabreichen, da es ansonsten zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. Ziel dieser Therapie ist, das Angstgefühl beim Hund zu lindern (Anxiolyse). Zur Auswahl stehen angstlösende Beruhigungsmittel (Anxiolytika) und Psychopharmaka, sowie weitere Präparate wie Nahrungsergänzungsmittel, Futtermittel, pflanzliche Präparate und Pheromone. Pflanzliche Mittel gegen Stress enthalten zum Beispiel Baldrian, Melisse, Johanniskraut oder Hopfen.

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CBD gegen Stress bei Hunden

Zu den pflanzlichen Mitteln gegen Stress beim Hund gehören CBD-Produkte wie CBD-Öl. Cannabidiol (CBD) ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Hanfpflanze. Medizinisch wirkt es entkrampfend, schmerzstillend, angstlösend und beruhigend. Bei Hunden können CBD-Produkte deshalb als natürliches, alternatives Mittel zur Beruhigung eingesetzt werden.

Bestimmte Anlässe sind für Hunde besonders stressig, zum Beispiel Silvester. Das laute Silvester-Feuerwerk wirkt auf viele Hunde bedrohlich. Es ist schwierig, den Hund diesem Lärm völlig zu entziehen. In solchen Situationen können Cannabidiol-Produkte Ihren Hund bei der Entspannung unterstützen.

Wichtig ist, dass Sie vor dem Kauf darauf achten, dass das CBD-Produkt kaum bis gar kein THC enthält. THC (Tetrahydrocannabinol) ist der psychoaktiv wirksame Bestandteil der Hanfpflanze: Es hat eine berauschende Wirkung, die beim Hund gänzlich unerwünscht ist.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. Martin Waitz
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2021
Quellen:
CBD Vital: Stress und Unsicherheit bei Hunden abbauen. https://www.cbd-vital.de/magazin/tiere/stress-und-unsicherheit-bei-hunden-abbauen (Abruf: Oktober 2021)
Thieme: Arzneimittel bei Angstproblemen. https://www.thieme.de/de/tiermedizin/arzneimittel-angstprobleme-hund-katze-103079.htm (Abruf: Oktober 2021)
Ücüncü, Gülay: Der gelassene Hund: Selbstbeherrschung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz. Kosmos Verlag 2019

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