So schützen Sie Ihren Hund vor Zecken und Co.

Hunde im Wald
Zecken- und Flohmittel helfen dabei, Ihren Hund vor einem Parasiten-Befall zu schützen. Foto: Pixabay.com

Wenn es so langsam warm wird und die Frühlingssonne nach draußen lädt, freuen wir uns auf einen entspannenden Waldspaziergang mit unserem Hund. Wir bewegen uns an der frischen Luft, genießen die Stille der Natur und erholen uns gemeinsam mit unserem Vierbeiner vom hektischen Alltag.

Doch so schön der Waldspaziergang auch ist, hin und wieder wird die Freude getrübt. Kommt der Hund mit Parasiten wie Flöhen und Zecken im Fell nach Hause, ist der Erholungseffekt schnell dahin. Vor allem, weil diese auch für den Menschen nicht ungefährlich sind, da sie Krankheiten wie die Borreliose übertragen können.

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Damit Sie die positiven Effekte des Waldspaziergangs voll ausschöpfen, haben wir einige Informationen zusammengestellt, wie Sie sich und Ihren Hund schützen.

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Warm und feucht – das lieben Zecken und Flöhe

Zecken und Flöhe sind die häufigsten Parasiten bei Hunden. Sie leben draußen im Freien und sind insbesondere auf Wiesen und in Wäldern zu finden. Besonders im Frühling sind die Blutsauger aktiv, und das Risiko, Zecken und Flöhe vom Waldspaziergang mit nach Hause zu bringen, ist groß. Sie sitzen in Büschen, im Unterholz oder in hohem Gras, und befallen vorwiegend Tiere, die sich in der Nähe bewegen.

Wenn Hunde durch Wiesen laufen, klettern Zecken von Grashalmen, die übers Fell streifen, auf den Hund. Von dort wandern sie zu gut durchbluteten, warmen Hautstellen des Tieres. Da Zecken und Flöhe Wärme und Feuchtigkeit lieben, sind sie besonders an warmen Regentagen aktiv.

Die Zecke – ein potenzieller Krankheitserreger

Zecken gehören zur Klasse der Milben und sind Spinnentiere. Sie zählen zu den Parasiten und brauchen einen Wirt, also ein anderes Lebewesen, um selbst zu überleben. In Deutschland ist die Schildzecke von über 800 verschiedenen Arten die am weitesten verbreitete Zeckenart. Im Frühling und Sommer legt ein einziges Zeckenweibchen bis zu 18.000 Eier, was der Grund für die große Ausbreitung zu dieser Jahreszeit ist.

Wenn Zecken zu einer geeigneten Körperstelle wandern, ernähren sich die anfangs nur Millimeter kleinen Tiere vom Blut ihrer Wirte und können so massiv an Größe gewinnen. Die kleinen Vampire saugen sich so lange voll, bis sie satt sind, um dann abzufallen.

Als Krankheitserreger sind Zecken nicht zu unterschätzen:

  • Die Borreliose, eine Infektionskrankheit, die am häufigsten auf Hunde übertragen wird, führt unter anderem zu bleibenden Lähmungen. Wird diese Erkrankung nicht früh genug erkannt, verursacht sie immer wieder Beschwerden wie Fieber und Schmerzen.
  • Die Babesiose, auch als Hunde-Malaria bekannt, ist eine weitere Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Zecken, die eine Babesiose übertragen, kommen vor allem in Südeuropa und Teilen West- und Osteuropas sowie gelegentlich in Süddeutschland vor. Diese Infektionskrankheit tritt oft plötzlich auf, zeichnet sich durch Beschwerden wie Fieber und Blutarmut aus und endet für den Hund im schlimmsten Fall tödlich.
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Zecken gekonnt vorbeugen

  • Suchen Sie täglich das Fell Ihres Hundes auf Zecken ab, insbesondere nach Wald- oder Wiesenspaziergängen. Achten Sie dabei vor allem auf den Halsbereich, da sich Zecken hier besonders gerne festbeißen.
  • Wenn Sie eine Zecke finden, entfernen Sie den Parasiten vorsichtig. Achten Sie darauf, die Zecke unversehrt herauszuziehen und verwenden Sie am besten eine spezielle Zecken-Zange dafür.
  • Verwenden Sie keine Flüssigkeiten zum Entfernen der Zecke! Denn das Einreiben der Hautstelle mit Hausmitteln (wie Öl oder Nagellack-Entferner) kann dazu führen, dass die Zecke erbricht und so Krankheitserreger überhaupt erst in das Blut Ihres Hundes abgibt.
  • Falls Teile des Zeckenkopfs in der Haut steckenbleiben, suchen Sie am besten Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt auf. Auch wenn die Zecke von selbst abfallen sollte, können Teile der Zecke noch in der Haut sitzen. Wenn Ihr Hund also eine gerötete Hautstelle hat, kontrollieren Sie, ob sie nicht von einem Zeckenbiss stammt.
  • Am sichersten ist es, dafür zu sorgen, dass Ihr Hund erst gar nicht Opfer dieser Blutsauger wird. Spezielle Zecken-Mittel helfen, einen Zecken-Befall zu verhindern oder Zecken abzutöten.

Antiparasitika schwächen die Zecke: Sie kann sich nicht lange im Fell halten und stirbt schließlich ab. Antiparasitika gibt es in verschiedenen Anwendungsformen:

  • Das Zecken-Halsband ist mit dem Zecken abtötenden Wirkstoff versetzt und bietet meist einen mehrmonatigen Zecken-Schutz.
  • Spot-On-Präparate sind flüssig und werden auf den Nacken des Hundes getropft. Sie verteilen sich über die Talgdrüsen und sorgen somit einige Wochen für Schutz vor Zecken.
  • Zecken-Sprays sind ebenso mit einem Zecken abtötenden Wirkstoff versetzt und wirken nach dem Auftragen für einige Stunden.
  • Tabletten, die einen Wirkstoff gegen Zecken und Flöhe enthalten, können zum Beispiel mit dem Futter verabreicht werden.

Unliebsam und lästig: Flöhe beim Hund

Neben Zecken kommen auch Flöhe bei Hunden sehr häufig vor. Die etwa zwei Millimeter kleinen Insekten besitzen die Fähigkeit, verhältnismäßig hoch und weit zu springen und ernähren sich – genauso wie Zecken – vom Blut ihrer Wirte. Unangenehmen Mückenstichen sehr ähnlich, sind die typischen Beschwerden Juckreiz und Hautrötungen.

Flöhe können aber auch ernsthafte Erkrankungen verursachen und beispielsweise den Bandwurm übertragen. Nur wenige Flohbisse reichen zudem aus, um bei Hunden eine Flohspeichel-Allergie auszulösen. Da Flöhe oft ein bis zwei Monate auf ihrem Wirt sitzen bleiben, kann das ständige Blutsaugen auch zu einer Blutarmut führen.

Ebenso wie bei Zecken, ist auch hier eine intensive Fellpflege nach Waldspaziergängen besonders wichtig. Beißt sich der Hund immer wieder plötzlich ins Fell, könnte dies ein Hinweis auf einen Flohbefall sein.

So wird Ihr Hund die Flöhe wieder los

Es ist mit einigem Aufwand verbunden, Flöhe erfolgreich wieder loszuwerden. So gehen Sie dabei am besten vor:

  • Zuerst müssen die Flöhe auf dem Hund mit einem speziellen Flohmittel abgetötet werden. Es ist wichtig, nur Präparate zu verwenden, die für Hunde zugelassen sind!
  • Der gesamte Lebensraum des Hundes muss komplett gesäubert werden. Das bedeutet eine Grundreinigung aller Bereiche, zu denen Ihr Hund Zugang hat, also auch das Waschen von Schlafplatz, Decken und Teppichen.
  • Falls Sie weitere Tiere besitzen, behandeln Sie auch diese mit Flohmitteln. Für jede Tierart gibt es ein spezielles Flohmittel, denn nicht jedes Mittel ist für alle Tiere gleichermaßen geeignet.

Kombi-Präparate wirken gleichzeitig gegen Zecken und Flöhe

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Um den Hund wirksam vor Flöhen zu schützen, ist es bei entsprechendem Risiko empfehlenswert, Flohmittel bzw. Antiparasitika anzuwenden. Ebenso wie beim Zecken-Schutz, gibt es verschiedene Darreichungsformen, wie das Floh-Halsband, Spot-On-Präparate, Flohsprays oder Tabletten.

Antiparasitika sind häufig Kombi-Präparate und schützen sowohl vor Zecken als auch vor Flöhen. Damit Sie Ihren nächsten Waldspaziergang ohne Bedenken genießen können, machen Sie es den kleinen Blutsaugern schwer, Ihren Hund zu befallen!

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Weiterführende Informationen

Autor: Sabina Filipovic
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung
: Januar 2022

Quellen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.: Zecken – Gefahr aus dem Wald: http://www.kleintiergesundheit.info/presse/kleintiergesundheit/zecken-gefahr-aus-dem-wald/kurzmeldung-zecken-gefahr-aus-dem-wald/ (Abruf: Februar 2022)
Dr. med. vet. Kristine Hucke: http://www.tierarzt-hucke.de/Hund/herbstzecken.html (Abruf: Februar 2022)
ESCCAP e.V.: Zecken beim Hund. https://www.esccap.de/parasiten/zecken/zecken-beim-hund/ (Abruf: Februar 2022)
Linek, M.: Hautkrankheit. In: Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik. Thieme 2018
Bauer, J., Boretti, F. et al: Infektionskrankheiten. In: Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik. Thieme 2018

Jaggy André (Hrsg.): Atlas und Lehrbuch der Kleintierneurologie. Schlütersche 2007.

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