Silvester mit dem Hund – was tun gegen die Angst vor dem Lärm?

Feuerwerk an Silvester (Foto: Pixabay.com)
Feuerwerk an Silvester (Foto: Pixabay.com)

Das Jahr geht seinem Ende zu – nur noch wenige Tage, und Silvester steht vor der Tür. Zwar gilt für den kommenden Jahreswechsel bundesweit ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper. Das Abbrennen und Zünden von Raketen, Böllern und Knallern ist jedoch Ländersache und nicht überall untersagt.

Es ist also mit weniger Silvesterlärm zu rechnen – eine gute Nachricht für ängstliche und lärmempfindliche Haustiere sowie deren Halterinnen und Halter.

Während die meisten Zweibeiner das Zischen, Krachen und Knallen der Silvesterböller nämlich als pures Vergnügen empfinden, ist der Silvesterlärm für viele Hunde das bloße Grauen. Entsprechend leiden die Herrchen und Frauchen empfindsamer Vierbeiner mit und sind oft ratlos, wenn ihr Hund mit eingezogener Rute geduckt durch die Wohnung läuft und sich zitternd in den hintersten Winkel verzieht. Was also tun, wenn der Hund den Silvesterlärm fürchtet?

Warum fürchten sich Hunde vor Lärm?

Ängstliches Verhalten von Hunden auf laute Geräusche wie Silvesterknaller hat vermutlich mehrere Ursachen. Zum einen ist die Lärmempfindlichkeit von Hunden individuell sehr unterschiedlich. Auch gibt es bestimmte Hunderassen (z.B. Hüterassen wie der Australian Shepherd oder der Border Collie), bei denen eine gewisse Neigung zu Geräuschängsten erblich bedingt ist.

Zum anderen spielt das Verhalten der Hundebesitzerin bzw. des Hundebesitzers eine wichtige Rolle. Reagiert zum Beispiel ein Welpe ängstlich auf Lärm, und erhält er von seinem Besitzer daraufhin Mitleid oder gar ein Leckerli zum Trost, kann es passieren, dass der Hund die Geräuschangst regelrecht erlernt.

Was kann man gegen die Lärmangst von Hunden tun?

Eine Methode, die Lärmangst bei Hunden in den Griff zu bekommen, besteht in einer Verhaltenstherapie, genauer gesagt in einer Desensibilisierung. Dabei soll der Hund an das angstauslösende Signal schrittweise gewöhnt werden.

Viele Tierärztinnen und Tierärzte bieten zu diesem Zweck spezielle CDs an, auf denen laute Geräusche zu hören sind. Zunächst spielen Sie diese in einer mäßigen Lautstärke ab. Toleriert Ihr Hund diese ohne Anzeichen von Angst, erhält er eine Belohnung.

Auf diese Weise können Sie die Lautstärke allmählich steigern, bis Ihr Hund letztlich auch laute Geräusche gelassen hinnimmt. Dieses Training erfordert allerdings meist mehrere Wochen Geduld und sollte schon viele Monate vor Silvester begonnen werden.

Eine weitere, kurzfristige Möglichkeit, um bei Hunden die Angst vor Silvesterlärm zu lindern, besteht in einem Pheromon-Zerstäuber. Die enthaltenen Pheromone sind Geruchsbotenstoffe, die den Hormonen ähneln, die von säugenden Hündinnen im Bereich der Zitzen abgegeben werden. Sie sollen den aufgeregten Hund beruhigen und ihm ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln.

Der Pheromon-Zerstäuber lässt sich einfach an die Steckdose anschließen und verteilt dann seinen Inhaltsstoff gleichmäßig im Raum. Ratsam ist, den Pheromon-Zerstäuber bereits ein bis zwei Wochen vor Silvester einzusetzen.

Auch homöopathische Mittel, die beruhigend und angstlindernd wirken, helfen in manchen Fällen gegen die Lärmangst bei Hunden. Verabreichen Sie diese aber nur auf Anraten einer Tierärztin oder eines Tierarztes.

Beruhigungsmittel in schweren Fällen von Lärmangst

Lässt sich die Angst des Hundes an Silvester nicht lindern, kann die Tierärztin oder der Tierarzt bestimmte Beruhigungsmittel, sogenannte Sedativa, einsetzen. Allerdings verursachen sie in manchen Fällen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen.

In seltenen Fällen tritt eine sogenannte paradoxe Reaktion auf, was bedeutet, dass sich die Aufregung des Hundes noch weiter steigert. In jedem Fall sollten Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt lassen, um eingreifen zu können, wenn Nebenwirkungen auftreten. Lassen Sie Ihren Hund daher nicht alleine zu Hause an Silvester, wenn Sie ihm ein Beruhigungsmittel gegeben haben!

Damit sich Ihr Hund entspannen kann, ist auch Ihr Verhalten wichtig. Denn Gefühle und Stimmungen übertragen sich leicht von Mensch zu Tier. Bleiben Sie ruhig und gelassen, reden Sie mit gedämpfter Stimme und strahlen Sie Sicherheit aus. Dies hilft auch Ihrem Hund, gut durch die Silvesternacht zu kommen.

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Weiterführende Informationen

Autor: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung: Dezember 2021
Quellen:
Tierschutzliga: https://tierschutzliga.de/ratgeber/ (Abruf: Dezember 2021)
Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik, Enke, Stuttgart 2018