Husten beim Hund

Hund beim Tierarzt
Um die Ursache des Hustens herauszufinden, wird der Hund gründlich untersucht. Foto: vetproduction

Was versteht man unter Husten beim Hund?

Husten ist nicht immer ein Anzeichen für eine Erkrankung, denn Husten ist zunächst einmal nur ein Schutzreflex. Bei gesunden Hunden dient er dazu, die Atemwege zu reinigen und zum Beispiel von eingeatmeten Schmutzteilchen, reizenden Stoffen oder Schleim zu befreien. Allerdings kann Husten beim Hund auch auf eine Erkrankung der Atemwege hinweisen.

Manche Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer verwechseln Husten beim Hund mit Würgen oder starkem Hecheln. Wenn ein Hund stark hustet, kann es vorkommen, dass er sich anschließend erbricht. Weitere Beschwerden, die bei Husten beim Hund auftreten, sind zum Beispiel starkes Speicheln, Müdigkeit, Unruhe (vor allem nachts) und Schwierigkeiten beim Atmen.

Manchmal ist der Hund außerdem heiser und seine Lymphknoten in den Kieferwinkeln sind angeschwollen. Schwerer Husten beim Hund, der mit Atemnot verbunden ist, kann zu einer Zyanose führen. Dabei sind Haut und Schleimhäute durch einen zu geringen Sauerstoffgehalt im Blut bläulich verfärbt.

Man unterscheidet produktiven Husten von unproduktivem (trockenem) Husten beim Hund. Trockener Husten wird auch als Reizhusten bezeichnet. Bei produktivem Husten hustet der Hund ein schleimiges Sekret aus. Dieses kann klar, grün-gelb oder rot-braun verfärbt sein.

Der Husten kann außerdem akut (vorübergehend) oder chronisch (langanhaltend) auftreten. Chronischer Husten beim Hund liegt vor, wenn der Hund länger als drei Wochen hustet.

Welche Ursachen hat Husten beim Hund?

Husten kann vielfältige Ursachen haben – nicht immer muss eine Erkrankung dahinterstecken, wenn ein Hund nur gelegentlich hustet. Der natürliche Hustenreflex tritt zum Beispiel auf, wenn der Hund Schmutzteilchen oder andere Fremdkörper einatmet.

Erkrankungen, die zu Husten beim Hund führen können, sind zum Beispiel:

  • Allergien
  • Allergisches Asthma
  • Bronchitis
  • Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten, z.B.
  • Wassereinlagerung in der Lunge (Lungenödem), z.B. bei Herzerkrankungen
  • Fremdkörper in den oberen Atemwegen (z.B. Grashalme)
  • Schluckstörungen (Dysphagie)
  • (Angeborene) Fehlbildungen der Luftröhre
  • Knorpelerweichung (Chrondromalazie) der Luftröhre
  • Tumoren in den Atemwegen

Wie wird Husten beim Hund behandelt?

Husten beim Hund, der nur gelegentlich auftritt, muss nicht immer behandelt werden. Häufig ist eine zu trockene Atemluft Auslöser von Hustenreiz. Hier hilft es bereits, die Raumluft ein wenig zu befeuchten.

Wenn der Hund hustet, um seine Atemwege zu reinigen, ist das normal. Bei größeren Fremdkörpern kann es allerdings vorkommen, dass der Hustenreflex nicht ausreicht, um ihn aus den Atemwegen zu entfernen. Dann ist es dringend ratsam, eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen, um den Fremdkörper und damit den Hustenreiz zu beseitigen.

Hinter dem Husten können sich aber auch andere Erkrankungen des Hundes, etwa eine Herzerkrankung, verbergen. Durch eine verminderte Herzleistung ist der Blutfluss zwischen Lunge und Herzen gestört und Flüssigkeit staut sich in die Lunge zurück. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann durch eine gründliche Untersuchung die Art der Herzerkrankung genau eingrenzen und diese mit entsprechenden Medikamenten behandeln.

Ist eine Allergie oder allergisches Asthma die Ursache von Husten beim Hund, ist es wichtig, das auslösende Allergen zu meiden. Gegebenenfalls können zusätzlich Medikamente, wie Antiallergika (Antihistaminika), entzündungshemmende und bronchienerweiternde Wirkstoffe, sinnvoll sein.

Je nachdem, ob trockener oder produktiver Husten beim Hund vorliegt, stehen Hustenlöser (Expektoranzien, Mukolytika) oder Hustenstiller (Antitussiva) zur Verfügung. Diese Medikamente bekämpfen allerdings nicht die Ursachen, sondern die Symptome von Husten und sind daher nur begrenzt empfehlenswert. Wenden Sie diese auch immer nur nach tierärztlicher Anweisung bei Ihrem Hund an. Verwenden Sie nur Präparate, die für Hunde zugelassen sind.

Bei Fehlbildungen oder Tumoren ist manchmal eine Operation notwendig, um den Husten beim Hund dauerhaft zu behandeln. Sind Infektionen die Ursache dafür, dass ein Hund hustet, verordnet die Tierärztin bzw. der Tierarzt entsprechende Medikamente. Bei bakteriellen Infektionen der Atemwege helfen zum Beispiel Antibiotika.

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Weiterführende Informationen

Weitere, ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auch in unserem Text Zwingerhusten beim Hund.

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Pascale Huber, Tierärztin
Datum der letzten Aktualisierung: Februar 2022
Quellen:
Pschyrembel Online. Walter de Gruyter (Abruf: Februar 2022)
Baumgärtner, W. Gruber, A.D.: Spezielle Pathologie für die Tiermedizin. Thieme 2020
Kohn, B. Schwarz, G.: Praktikum der Hundeklinik. Enke Verlag 2018
Nolte, I. et al.: Praxisleitfaden Hund und Katze. Schlütersche, Hannover 2013