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Ergänzungsfutter für Hunde

 

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Foto: Pixabay.com

Grundsätzlich können Hunde auf verschiedene Arten ernährt werden: Trocken- und Nassfutter etwa werden auch als „Alleinfutter“ bezeichnet und versorgen Ihren Hund mit allen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem gibt es sogenannte Ergänzungsfuttermittel. Damit können Sie das Futter zusätzlich zum Beispiel mit Kräutern oder Vitaminen anreichern. Erfahren Sie hier, worauf Sie dabei achten sollten und wozu welches Ergänzungsfuttermittel geeignet ist.

Erwachsene Hunde, die vollkommen gesund sind, nicht im Sport oder zur Zucht eingesetzt werden, benötigen eine relativ simple Ernährung. Ergänzungsfuttermittel kommen dann zum Einsatz, wenn ein Hund bei einer Erkrankung, beispielsweise Arthrose, über die Ernährung unterstützt werden kann.

Aber auch vorbeugend, etwa um besondere sportliche Leistungen oder eine Trächtigkeit auszugleichen, kann ein Ergänzungsfutter eingesetzt werden. Andere Faktoren wie Mangelerscheinungen, erhöhter Stress oder Rohfütterung können ebenfalls ausschlaggebend für die Gabe von Ergänzungsfuttermitteln sein.

Beachten Sie also, dass Ihr Hund in der Regel keine Futtermittelzusätze benötigt, wenn er gesund ist und ein hochwertiges Alleinfuttermittel erhält. Wenn Sie sich doch für die Gabe eines Zusatzes interessieren, besprechen Sie dies am besten mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin. Dort können unter anderem Fragen zur Dosierung geklärt werden.

Wozu werden Ergänzungsfuttermittel angewandt?

Ergänzungsfuttermittel umfassen Öle, Kräuter, Samen, Kerne und Nüsse sowie weitere Zusätze. Sie decken den Nährstoffbedarf von Hunden nur in Kombination mit anderen Futtermitteln. Hier sehen Sie auf einen Blick einige Zusätze und ihr Wirkungsgebiet:

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  • Augen, Haut und Fell: Biotin (auch: Vitamin B7, allgemein für den Stoffwechsel), hochwertige Fettsäuren (wie DHA in Algenpulver), Öle (z. B. Fischöl), Zink (Mineral für Haut und Fell)
  • Bewegungsapparat: Grünlippmuschel-Extrakt, Chlorella (Mikroalge zur Regeneration und zum Aufbau von Muskeln), Glucosamin (Grundbaustein des Gelenkknorpels), Hyaluronsäure (unterstützt Gelenke und Sehnenscheiden), Teufelskralle (Vitalkraut zur Unterstützung von Gelenk-, Sehnen- und Muskelfunktion), Vitamin D3, Weihrauch-Extrakt
  • Stressreduktion, Unruhe, nervöse Anspannungen: Vitamin-B-Komplex, Baldrianwurzel, Tryptophan (essenzielle Aminosäure), Casein (Milchprotein)
  • Verdauungstrakt: Ballaststoffe, Bentonit (Mineral bei Durchfall), Brombeerblätter (bei Infektionen), Fenchel, Mariendistel-Extrakt (unterstützt die Leberfunktion), Kümmel (bei Blähungen und Krämpfen)
  • Immunsystem: Kalzium, hochwertige Proteine, Zink (Mineral)
  • Blutbildung: Eisen (Spurenelement), Vitamin B12
  • Resorption und Bioverfügbarkeit von Eisen: Acerola als Vitamin-C
  • Trächtigkeit: Magnesium (unterstützt u. a. die Muskelfunktion), Folsäure (auch: Vitamin B9)

Die genannten Futtermittel zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der großen Bandbreite. Zur Bestimmung eines geeigneten Ergänzungsfuttermittels holen Sie sich am besten einen tierärztlichen Rat ein. So kann Ihr Hund gezielt unterstützt werden und Sie können Anwendungsfehler vermeiden.

Bei welchen Krankheiten können Ergänzungsfuttermittel hilfreich sein?

Wenn von Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin eine Erkrankung bei Ihrem Hund diagnostiziert wird, erhält Ihr Hund eine entsprechende Therapie. Bei manchen Krankheiten können Sie durch Ergänzungsfuttermittel positive Effekte in Hinblick auf die Genesung erzielen.

Insbesondere bei einer medikamentösen Therapie sollten Sie jedoch Rücksprache mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin halten. So können Sie sichergehen, dass das Medikament und Ergänzungsfuttermittel zusammen gegeben werden können.

Zum Beispiel lassen sich bei folgenden Erkrankungen Ergänzungsfuttermittel gezielt einsetzen (eine tierärztliche Behandlung ersetzen sie allerdings nicht!):

  • Allergischer Husten: Heilkräuter wie Thymian, Efeu oder Isländisches Moos
  • Analbeutelprobleme: Omega-3-Fettsäuren
  • Arthrose: Glucosamin (schützt die Knorpelsubstanz), Mangan (wichtiger Nährstoff), Weidenrinde (wirkt entzündungshemmend)
  • Blasenentzündung: Cranberry-Extrakt (unterstützt die Ausspülung von Bakterien)
  • Pilzinfektion der Haut: Biotin und Zink (können die Hautbarriere verbessern und unterstützen eine schnellere Eindämmung der Infektion)
  • Futtermittelallergien: Fischöl-Konzentrate (kaum Allergene)
  • Krallenbettentzündung: EPA (Omega-3-Fettsäure), Vitamin B3
  • Kreuzbandriss: MSM (organische Schwefelverbindung zur Stärkung von Gelenkkapsel und Bindegewebe), Glucosamin und Hyaluronsäure (Förderung der Gelenkgesundheit)
  • Ohrenentzündungen: EPA (Verbesserung des Immunstatus im Ohr)
  • Kniescheibeninstabilität (Patella-Luxation): MSM, Vitamin E und Selen (zur Stabilisierung des Bindegewebes und der Sehnen), hochmolekulare Hyaluronsäure, Glucosamin und Grünlippmuschel-Extrakt (Förderung der Widerstandskraft der Gelenke), Vitamin B (Regeneration von Nerven)
  • Zahnfleischentzündung: Zinkoxid und Pilzextrakte (Verbesserung der Gesundheit von Maulschleimhäuten), EPA (besonders bei wiederkehrender Problematik)

Diese Erkrankungen stellen nur einen Bruchteil der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Futterergänzungsmitteln dar. Es ist zu betonen, dass sie immer nur als Unterstützung anzusehen sind und eine konservative und/oder operative Therapie bei Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin nicht ersetzen können.

Jedoch sind durch das Angebot hochwertiger Allein- und Ergänzungsfuttermittel ernährungsbedingte klinische Erkrankungen erwachsener Hunde seltener geworden – mit Ausnahme von Übergewicht (Adipositas). Achten Sie daher unbedingt darauf, das Gewicht Ihres Hundes regelmäßig zu kontrollieren.

So verabreichen Sie Ergänzungsfuttermittel

Je nachdem, was Ihr Hund am liebsten frisst, können Sie ihm die Futtermittel in Form von Tabletten, Tropfen, Pasten, Pulver, Flocken oder als Gel verabreichen. Am besten ist es, wenn Sie Ihrem Hund das entsprechende Präparat unter sein normales Futter mischen – so ist die Akzeptanz wahrscheinlich am höchsten.

Sie geben das Ergänzungsmittel, so lange die belastende Situation akut ist. Das heißt, Sie ergänzen das Futter Ihres Hundes immer nur kur- oder tageweise. Die Häufigkeit der Verabreichung hängt außerdem von der Art des Ergänzungsfuttermittels ab. Ausnahmen bilden eine Rohfütterung und chronische Erkrankungen: Hierbei kann es sinnvoll sein, ein Ergänzungsfuttermittel dauerhaft zu verabreichen.

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Auch im Winter kann die Gabe eines Ergänzungsfuttermittels ratsam sein. Wenn Ihr Hund zu Zeiten kalter Temperaturen unter rauen und rissigen Pfotenballen leidet oder Gelenkprobleme entwickelt, können Sie Ihr Tier gezielt unterstützen. Ebenso können Sie während des Fellwechsels ergänzende Futtermittel verabreichen.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihrem Vierbeiner immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Insbesondere, wenn Sie Trockenfutter als Alleinfuttermittel verwenden, ist der Trinkwasserbedarf erhöht.

Überdosierung vermeiden!

Eine Überdosierung kann Ihrem Hund eher schaden als nützen. Bekommt Ihr Vierbeiner zum Beispiel Selen, um einen Selenmangel auszugleichen – beispielsweise verursacht durch viel Sport, Stress oder Trächtigkeit –, achten Sie genau auf die Dosierung. Eine Überversorgung mit diesem Spurenelement geschieht relativ einfach und kann schwere Schäden an Leber und Muskeln verursachen.

Besonders beim Mischen von Phosphor und Kalzium kann es schnell zu einem Verhältnis kommen, das eher nachteilige Effekte für Ihren Hund hat. Calciumcarbonat zeichnet sich durch seine hohe Reaktivität mit Phosphor aus und wird daher auch als Phosphatbinder bezeichnet. Halten Sie sich deshalb streng an die Dosierung für Ihren Hund.

Weitere Informationen

Autorin: Julia Korbach, Tiermedizinische Fachangestellte, B.Sc. Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft, Redaktion vetproduction
Datum der letzten Aktualisierung: November 2021
Quellen:
Für Dein Tier: Inhaltsstoffe. https://fuerdeintier.de/inhaltsstoffe/?p=2 (Abruf: November 2021)
Für Dein Tier: Krankheitslexikon. https://fuerdeintier.de/krankheitslexikon/?p=18 (Abruf: November 2021)
Tiermedizinportal: Trockenfutter oder Nassfutter – was ist für Hunde besser? https://www.tiermedizinportal.de/ernaehrung/futtervergleich/hundefutter/trockenfutter-oder-nassfutter-was-ist-fur-hunde-besser/433943 (Abruf: November 2021)
Reinerth, S.: Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde. Books on Demand, Norderstedt 2011
Grünbaum, E.-G., Schimke, E.: Klinik der Hundekrankheiten. Enke, Stuttgart 2007

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