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Durchfall bei Hund und Katze – was können Tierhalter tun?

 

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(Anzeige) Durchfall bei Hund oder Katze kommt relativ häufig vor und er ist für Tier und Halter meist gleichermaßen unangenehm. Viele Tierbesitzer fragen sich dann, was sie selbst tun können, um ihrem Liebling zu helfen, und wann ein Besuch beim Tierarzt notwendig ist.

Durchfall: Ein Symptom, viele Ursachen

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum Hunde oder Katzen an Durchfall leiden können. In vielen Fällen erfahren Tierhalter die Ursache gar nicht, weil der Durchfall nur mäßig ist und schon nach zwei bis drei Tagen wieder von alleine abklingt. Tierärzte sprechen dann von einem idiopathischen Durchfall. Manchmal stecken jedoch auch ernsthafte Krankheiten dahinter, die unbedingt schnell behandelt werden sollten.

Zu den häufigen Ursachen von Durchfall bei Hund und Katze zählen:

  • Futterumstellungen
  • Futterunverträglichkeiten oder Futterallergien
  • Fressen von Verdorbenem (z. B. alte Speisereste, Aas etc.)
  • Infektionen, z. B. mit Viren oder Bakterien
  • Parasiten (z. B. Würmer oder Giardien)
  • Stress
  • Erkrankungen anderer Organe, z. B. der Bauchspeicheldrüse oder der Leber, oder auch Stoffwechselerkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. Antibiotika
  • Vergiftungen

Durchfall beim Tier bemerken Halter meist, weil ihr Hund oder ihre Katze plötzlich häufiger als normal Kot absetzt, der von breiiger, manchmal wässriger oder schleimiger Konsistenz ist. Auch Blutbeimengungen können in ernsteren Fällen vorkommen. Aber wann ist der Durchfall eher harmlos und wann ist der Tierarzt gefragt? Grundsätzlich ist es gut, wenn Tierbesitzer ihr Tier genauer beobachten, wenn es an Durchfall leidet. Freigänger-Katzen sollten daher zunächst in der Wohnung bleiben. Wirkt das Tier munter und tritt der ungeformte Kot nicht mehr als drei-, maximal viermal am Tag auf, kann man bei ansonsten gesunden, ausgewachsenen Tieren erst einmal abwarten. Anders ist dies hingegen, wenn Hunde oder Katzen mehr als sechsmal am Tag wässrigen oder sogar blutigen Durchfall haben, einen schlappen oder kranken Eindruck machen oder auffallend viel schlafen. Dies sind Anzeichen auf eine schwerwiegende Erkrankung, die Tierbesitzer unbedingt ernstnehmen und ihr Tier daher möglichst bald einem Tierarzt vorstellen sollten. Eine besondere Situation betrifft Jungtiere: Hunde- und Katzenwelpen, die an Durchfall leiden, trocknen sehr rasch aus (binnen weniger Stunden) – wartet man hier zu lange ab, kann es unter Umständen auch lebensbedrohlich werden. Daher sollte ein Hunde- oder Katzen-Baby mit Durchfall sicherheitshalber lieber gleich zum Tierarzt gebracht werden. Auch Tiere, deren Durchfall zwar von alleine abklingt, nach einiger Zeit aber erneut auftritt, sollten vom Experten untersucht werden. Nur so lässt sich die Ursache für den Durchfall finden und behandeln.

Unterstützung bei Durchfall: Was können Sie tun?

Hat Ihr Hund oder Ihre Katze mäßigen Durchfall, wirkt jedoch ansonsten gesund, können Sie dem Tier zunächst eine Diät verordnen: Füttern Sie ihm in den kommenden 24 Stunden nichts, auch wenn es Ihnen schwerfällt! Die Null-Diät entlastet Magen und Darm und gibt dem Verdauungstrakt die Möglichkeit sich zu erholen. Frisches, sauberes Trinkwasser sollte hingegen jederzeit zur Verfügung stehen. Wenn Sie mit Ihrem Hund nach draußen gehen, lassen Sie ihn nicht aus Pfützen oder anderen Gewässern trinken, da sie verunreinigt sein können!

Durchfall entzieht dem Körper nicht nur Wasser, sondern auch viele wichtige Mineralstoffe – sogenannte Elektrolyte – daher kann es sinnvoll sein, diese durch Elektrolytlösungen oder -Pulver (beim Tierarzt oder in der Apotheke erhältlich) zu ersetzen.

Ob Futterumstellung, Stress oder eine Antibiotika-Therapie: Oft ist bei Durchfall die Darmflora aus dem Gleichgewicht. Dabei kann die gestörte Zusammensetzung der Darmbakterien sowohl Durchfallursache als auch Folge der Durchfallerkrankung sein. Aber warum sind die Darmbakterien für die Gesundheit eigentlich so wichtig?

 

Gesundes Mikrobiom – gesundes Tier

Die vielen unterschiedlichen Bakterien und ihre mengenmäßige Zusammensetzung bezeichnen Wissenschaftler in ihrer Gesamtheit auch als Mikrobiom. Manche sehen in den Darmbakterien ein regelrechtes Organ, dass weitaus mehr zur Gesundheit beiträgt als bisher angenommen. Die Darmbewohner beteiligen sich an der Verdauung, indem sie Nahrungsbestandteile aufspalten und weiterverwerten und deren Aufnahme befördern. Sie produzieren aber auch selbst wichtige Stoffe, darunter etwa Vitamine, Aminosäuren und Enzyme. Im Darm befindet sich außerdem ein wichtiger Bestandteil des Abwehrsystems. Die Darmbakterien unterstützen die Arbeit der Immunzellen, da sie selbst zum Teil Krankheitserregern und ihrer Vermehrung entgegenwirken. Außerdem sorgen sie für eine intakte Darmschleimhaut – diese hindert krankmachende Keime daran, über den Darm in den Körper zu gelangen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen immer klarer, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit hat.

Verschiedene Bakterienstämme, die die physiologische Darmflora unterstützen, werden auch als Probiotika bezeichnet. Zu probiotischen Bakterien, die in Untersuchungen positive Effekte gezeigt haben, zählen zum Beispiel Lactobacillus spp. und Entercoccus faecium. Zu den Vorteilen speziell dieser Bakterienstämme gehören ihre synergistischen Effekte aufeinander: Die Bakterien unterstützen sich gegenseitig und fördern sich im Wachstum.

Inzwischen weiß man außerdem, dass auch weitere Bestandteile der Nahrung einen positiven Beitrag zu einer gesunden Darmflora leisten, da sie das Wachstum jener „guten“ Darmbewohner anregen. Zu diesen sogenannten Präbiotika zählen bestimmte unverdauliche Stoffe wie Inulin. Bei diesem Mehrfachzucker handelt es sich um einen Ballaststoff. Probiotische Bakterien nutzen ihn als Energiequelle und können sich dadurch besonders gut vermehren.

Sogenannte Synbiotika kombinieren die günstigen Eigenschaften von Pro- und Präbiotika. Speziell für Hunde und Katzen sind synbiotische Diätergänzungsfuttermittel verfügbar, die genau die drei genannten Komponenten (Lactobacillus acidophilus, Enterococcus faecium und Inulin) enthalten (z. B. Enterocomp Forte®). Sie eignen sich um die Darmbakterien vor allem in Situationen mit akuten Verdauungsstörungen, wieder schnell ins Gleichgewicht zu bringen. Gerade bei Durchfall zeichnen sich Synbiotika außerdem durch weitere Effekte aus, da sie die Feuchtigkeit und Härte des Kots positiv beeinflussen können.

Für Tierhalter ist die Handhabung unkompliziert, da sich Synbiotika wie Enterocomp Forte® einfach mit dem Trinkwasser oder – im Anschluss an die Nahrungskarenz – auch mit dem Futter verabreichen lassen. Aber nicht nur in Akutsituationen, sondern auch zur Unterstützung der Darmgesundheit als Langzeittherapie– etwa bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie IBD (inflammatory bowel disease) – lassen sich Synbiotika einsetzen.

Weitere Maßnahmen bei Durchfall

Nach der Nahrungskarenz ist es wichtig, den Magen-Darm-Trakt nicht mit den ersten Fütterungen zu überfordern. Geeignet ist daher eine Schonkost, die in mehreren kleinen Rationen über den Tag verteilt angeboten wird. Als Diätkost kommen zum Beispiel Reis oder Kartoffeln, gekochte Möhren und fettarmes Fleisch (z. B. Huhn ohne Haut und Knochen) infrage. Bei Hunden sollten zwei Teile des kohlenhydratreichen Futters auf einen Teil Proteine (Fleisch oder andere Eiweißquelle) kommen, bei Katzen gilt das umgekehrte Verhältnis. Ist der Durchfall überstanden, darf das Tier allmählich wieder seine gewohnte Nahrung bekommen. Dabei gilt stets: Um gesund zu bleiben, brauchen auch Tiere eine gute, artgerechte Ernährung. Das bedeutet auch, dass vieles, das wir Menschen gerne essen, für Hund und Katze Tabu ist. Dazu zählen Leckereien wie Schokolade, aber auch sehr fette, frittierte oder scharf gewürzte Speisen. Wie auch für uns Menschen, stellen rohe tierische Lebensmittel (rohes Fleisch, rohe Eier) für Tiere eine Infektionsquelle dar.

Auch wenn es schwer ist, den Bettelblicken von Hunden und Katzen zu wiederstehen – bleiben Sie standhaft und füttern Sie Ihrem Tier nur geeignete Nahrung!

 

 

Weitere Informationen: 

Autorin: Pascale Huber, Tierärztin

Datum: Juni 2019

Quellen:

Dahlem, D. Burgener, I.: Chronische Diarrhoe beim Hund. Enke, kleintier konkret 2015; 18(03): 28-39

Kohn, B. Schwarz, G.: Praktikum der Hundeklinik. Enke, Stuttgart 2018

Kühn, M.M., Hartmann, K.: Retrospektive Analyse chronischer Enteropathien beim Hund. Dissertation LMU München, 2012

Sauter, S. N., Benyacoub, J. et al.: Effects of probiotic bacteria in dogs with food responsive diarrhoea treated with an elimination diet*. 2006. J of Animal Physiology and Animal Nutrition 90 (7-8), 269-277.

 

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