Die 10 wichtigsten Informationen zum Haustier-Chip

Operation - Abszess bei der Katze
Oftmals ist es notwendig, dass der Abszess bei der Katze in einem kurzen chirurgischen Eingriff eröffnet und der eitrige Inhalt entleert wird. Foto: vetproduction

Definition:

Seit dem 03. Juli 2011 müssen alle Haustiere, die über die Landesgrenzen mitgenommen werden, zusätzlich zum blauen EU-Heimtierpass einen Mikrochip tragen (auch Transponder genannt).

Wir haben die wichtigsten Fragen zu diesem Haustier-Chip für Sie zusammengefasst:

1. Wofür ist der Mikrochip gedacht?

Der Mikrochip dient dazu, die Tiere ihren Besitzerinnen und Besitzern zuzuordnen und sie zu identifizieren. Das ermöglicht eine gespeicherte 15-stellige Identifikationsnummer, die mit der Kennnummer in dem blauen Heimtierpass übereinstimmt. Viele Fragen sich: Ist es Pflicht, einen Hund chippen zu lassen? Unter bestimmten Voraussetzungen ist das Chippen Pflicht. Dies gilt etwa für Reisen ins Ausland.

2. Welche Haustiere benötigen den Chip?

Der Chip gilt nur für Hunde, Katzen und Frettchen.

3. Wie viel kostet ein Mikrochip (z. B. beim Hund)?

Die Kosten für das Einsetzen des Haustier-Chips und den dazugehörigen EU-Heimtierausweis variieren je nach behandelnder Tierärztin oder behandelndem Tierarzt. Sie belaufen sich auf etwa 30 Euro und mehr (Impfung nicht inbegriffen). Eine nationale Registrierung des Tieres ist in der Regel kostenfrei.

4. Wie wird der Haustier-Chip implantiert und wie groß ist er?

Der etwa reiskorngroße Mikrochip wird von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mithilfe einer Einwegspritze unter die Haut gesetzt, standardmäßig an der linken Nackenseite des Tieres. Dies ist die international festgesetzte Stelle.

5. Ist die Implantation eines Mikrochips gefährlich?

Die Implantation eines Mikrochips bereitet dem Tier normalerweise keine Schmerzen und ist mit einer Spitze bei der Impfung vergleichbar. Der Mikrochip ist inaktiv und sendet keinerlei Strahlen aus. In seltenen Fällen verrutscht der Chip und wandert im Gewebe durch den Körper, aber er gelangt nicht in die Blutbahn des Tieres.

6. Was passiert, wenn der Haustier-Chip implementiert ist?

Wenn der Chip unter die Haut des Tieres gesetzt wurde, sollte die Identifikationsnummer zusammen mit Ihrer Adresse und Ihrem Namen in einer internationalen Datenbank registriert werden. Eine Registrierung ist nicht zwingend, aber durchaus empfehlenswert. Sie erhöht die Chance, Ihr Tier im Fall eines Verlusts schnell wieder zu finden. Die Datenbanken sind zum Teil kostenpflichtig. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt berät Sie zu den verschiedenen Möglichkeiten.

7. Wie funktioniert das Auslesen der Daten auf dem Haustier-Chip?

Nur ein spezielles Lesegerät kann die Daten aus dem Haustier-Chip herauslesen. Durch elektromagnetische Wellen, die von dem Lesegerät ausgehen, wird der Chip aktiviert und die Daten werden übertragen.

8. Muss der Haustier-Chip erneuert werden?

Der Haustier-Chip ist von einem Glasmantel umgeben. Das Gewebe des Tieres verträgt ihn gut und stößt ihn nicht ab. Daher bleibt der Chip ein Leben lang erhalten und muss nicht erneuert werden.

9. Ist ein Haustier-Chip besser als eine Tätowierung?

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Eine Tätowierung ist, im Gegenteil zum Chip, ohne Lesegerät sofort zu erkennen. Jedoch verblassen Tätowierungen mit der Zeit oder sind schlecht lesbar. Zudem gibt es keine einheitliche Regelung über Art und Länge des Tätowier-Codes, sodass es zu Verwechselungen oder Dopplungen der Nummern kommen kann. Da eine Tätowierung deutlich schmerzhafter ist als die Implementierung eines Mikrochips, wird dem Tier für die Behandlung ein leichtes Betäubungsmittel verabreicht. Für den Chip ist dagegen keinerlei Betäubung notwendig. Die Tätowierung ist ab 2012 nicht mehr für Reisen innerhalb der EU zulässig, sie wird deshalb zunehmend durch den Mikrochip ersetzt.

10. Was muss ich noch beachten, wenn ich mein Tier mit in ein EU-Land mitnehmen möchte?

In den meisten Ländern ist zumindest eine Tollwut-Impfung für Hunde, Katzen und Frettchen notwendig. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor Reisebeginn ausgeführt worden sein. In bestimmten Ländern sind weitere Impfungen oder zusätzliche Gesundheitsnachweise erforderlich. Erkundigen Sie sich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen Ihres Urlaubslandes.

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Weiterführende Informationen

Autor: Lisa Bachmann, Klaudia Fernowka, B.A.
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Januar 2023
Quellen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: www.bmelv.de (Abruf: Februar 2022)
Gebührenordnung für Tierärzte (GOT): https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/GOT.pdf (Abruf: Januar 2023)
TASSO e.V.: www.tasso.net (Abruf: Februar 2022)