Cookie-Einstellungen

Anzeige

Anzeige

Zum Portal für Tiermedizinische Fachangestellte TFA-Portal.de Zum Portal für Tierärzte und Tiermedizin-Studenten

Anzeige


Home » Magazin » Das Frettchen: Immer in Bewegung

Das Frettchen: Immer in Bewegung

 

Diesen Artikel teilen:

 

Foto: Pixabay.com

Ursprünglich über mehrere Jahrhunderte zur Jagd eingesetzt, haben sich die quirligen Frettchen in den letzten Jahren zu beliebten Haustieren gemausert. Dabei ist eine artgerechte Haltung der kleinen Raubtiere gar nicht so einfach. Vor einer Anschaffung sollten sich künftige Frettchenbesitzer und -besitzerinnen daher gut informieren und eine besonders wichtige Grundvoraussetzung schaffen: Jede Menge Platz.

Die heute als Frettchen (Mustela putorius furo) bekannten Tiere stammen höchstwahrscheinlich von dem europäischen Iltis ab und waren bis Mitte der 1980er Jahre fast ausschließlich als Begleiter bei der Kaninchenjagd zu finden. Der Name Frettchen leitet sich ab vom sogenannten Frettieren: Bei dieser Form der Jagd wurden kleine Raubtiere mit Maulkorb in Erdbauten geschickt, um die Beute, beispielsweise Kaninchen, dem Jäger entgegenzutreiben. Der Jagdtrieb der Frettchen ist nach wie vor ungebrochen. Heute werden die meisten Frettchen allerdings als reine Haustiere gehalten und erfreuen sich aufgrund ihres neugierigen Wesens wachsender Beliebtheit. Eine artgerechte Haltung sowie vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten sind das A&O für ein harmonisches Zusammenleben mit den aufgeweckten kleinen Räubern.

In einem Käfig werden Frettchen nicht glücklich

Auch wenn Frettchen mit einer Größe von 45–60 Zentimetern (Männchen) bzw. 25–40 Zentimetern (Weibchen) und einem Gewicht von 800–1900 Gramm (Männchen) bzw. 600–1000 Gramm (Weibchen) klein und zierlich aussehen, sollte ihr Bewegungsdrang auf keinen Fall unterschätzt werden. Im Heimtierbedarf angebotene Käfige bieten selten genug Platz und sind für eine artgerechte Haltung daher keineswegs zu empfehlen. Eine bessere Wahl sind eigens hergerichtete Frettchenzimmer mit ergänzendem täglichem Freilauf von mindestens vier Stunden in der ganzen Wohnung. Steht ein Garten zur Verfügung, so besteht auch die Möglichkeit einer reinen Außenhaltung. Hierbei ist jedoch unbedingt für ein ausbruchsicheres Gehege (zum Beispiel durch einen Zaun und zusätzlich einen mindestens 60 Zentimeter tiefen Grabschutz) sowie ausreichend Schutz vor Sonne, Nässe und sonstigen Witterungseinflüssen zu sorgen, zum Beispiel durch isolierte Schlafhäuschen gegen zu kalte Temperaturen oder die Möglichkeit zu baden bei sehr warmen Temperaturen. Werden die Frettchen draußen gehalten, sollten Besitzer und Besitzerinnen die Tiere nicht mit nach drinnen nehmen, um allzu große Temperaturschwankungen zu vermeiden. Die Frettchen könnten sich dadurch erkälten. Da Frettchen sehr soziale Haustiere sind, wird von einer Einzelhaltung nachdrücklich abgeraten. Mindestens zwei Frettchen sollten in dem Gehege also einziehen.

Anzeige

Immer auf Trab

Genau wie ihr Vorfahr, der wilde Iltis, zeigen Frettchen ein ausgeprägtes Jagdverhalten und lieben es, zu graben und mit Spielsachen zu spielen. Eine Buddelkiste und Hunde- oder Katzenspielzeug sind daher gern gesehene Beschäftigungsmöglichkeiten, die den Tieren neben mehreren Etagen und ausreichend Verstecken im Gehege unbedingt zur Verfügung stehen sollten. Gut ausgelastete Frettchen werden ihre „Zerstörungswut“ in der Regel weniger an der übrigen Wohnungseinrichtung auslassen. Trotzdem sind das Sichern gefährlicher Gegenstände wie verschluckbare Kleinteile und eine gute Beaufsichtigung während des Freilaufs unverzichtbar. Frettchen knabbern gerne – deshalb sollten vor allem Kabel und giftige Substanzen wie Medikamente oder Putzmittel außer Reichweite der gebracht werden.

Das richtige Futter

Frettchen sind, wie es bei Raubtieren üblich ist, Fleischfresser, daher sollte sich auch die Nahrung zu einem Großteil aus verschiedenen Frischfleischsorten sowie einem speziellen Trockenfutter für Frettchen zusammensetzen. Da die Tiere Abwechslung schätzen, darf hin und wieder auch Fisch oder Katzennassfutter auf dem Speiseplan stehen. Zudem nehmen viele Frettchen kleine Obst- oder Gemüsehappen dankend an. Zu große Grünfutterrationen können mitunter jedoch Durchfallerkrankungen auslösen, weshalb hier ein gesundes Maß entscheidend ist. Die Fütterung erfolgt mehrmals am Tag und ausschließlich unter Aufsicht des Besitzers. Schließlich verstecken Frettchen liebend gerne Futterreste im ganzen Gehege. Besitzer sollten deshalb auch regelmäßig auf die Suche nach Futterdepots gehen, damit die Tiere nicht verdorbenes Futter zu sich nehmen.

Selbstverständlich sollten die Tiere zusätzlich immer Zugang zu frischem Wasser haben.

Unterschiedliche Farben und Zuchtformen

Frettchen können die verschiedensten Farbschläge aufweisen, wobei die gängigsten Farben Iltis (wildfarben), Harlekin, Zimt und Albino sind. Iltisfarbene Tiere zeigen eine ausgeprägte dunkle Gesichtsmaske, ebenso wie Harlekinfrettchen. Diese haben im Gegensatz zu Iltis-Tieren jedoch einen weißen Brustlatz sowie weiße Pfoten. Bei Zimt- oder Siamfrettchen ist das Deckhaar hellbraun mit darunterliegender gelblicher Unterwolle. Wie bei anderen Tierarten auch sind Albinos durch ein weißes Fell und rote Augen gekennzeichnet. Sie sind sehr lichtempfindlich, was bei der Haltung bedacht werden muss.

Sogenannte Pandafrettchen, die ein sehr helles Fell mit nur wenigen dunklen Deckhaaren aufweisen, und Dark-eye-white (DEW) oder Black-eye-white-Tiere (BEW) können aufgrund eines Gendefekts zu Taubheit neigen. Von einer Zucht dieser Farbschläge wird daher abgeraten.

Auch Langhaar- oder Angorafrettchen sind häufig gesundheitlich beeinträchtigt. Einige weibliche Tieren dieser Zuchtlinien haben nur unvollständig ausgebildete Milchleisten. Zudem kommen angeborene Nasenspalten bei Langhaarfrettchen vermehrt vor, und eine Behaarung im Nasenbereich kann die Tiere in ihrem Spielverhalten sowie in der Atmung einschränken. Durch eine gezielte Zucht lässt sich das Auftreten dieser Probleme vermindern, aber nicht vollkommen ausschließen.

Übrigens: Frettchen verfügen über spezielle Duft- sowie Analdrüsen und haben daher einen ganz eigenen Geruch. Künftigen Haltern sollte bewusst sein, dass einige Menschen diesen Geruch als sehr unangenehm empfinden. Eine operative Entfernung der Duftdrüsen ohne triftigen Grund ist zudem tierschutzwidrig.

Anzeige

Weitere Informationen

Autorin: Hannah Marks, Cand. med. vet.
Datum der letzten Aktualisierung: Februar 2021
Quellen:
Fehr, M. et al.: Frettchen. Enke, Stuttgart 2014
Schneider, B. et al.: Verhaltensberatung bei kleinen Heimtieren. Schattauer, 2017

Mit dem kostenlosen Futtercheck das bestbewertete Futter finden

Jetzt NEU: Futtercheck inkl. passende Futterproben-Box ↓

Diesen Artikel teilen:

Weitere interessante Artikel zum Thema:

Newsletter abonnieren - Kostenlos per Mail, nützliche Infos, verständlich aufbereitet

Anzeige

Aktuelle Stellenangebote
Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin