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Corona-Pandemie: Impfungen beim Hund nicht vernachlässigen!

 

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Foto: pixabay.com

Auch während der andauernden Corona-Pandemie gilt es, Krankheiten beim Hund vorzubeugen – Impfungen sind für Hunde der beste Schutz vor bestimmten Infektionen. Um einen guten Impfschutz beim Hund zu erreichen, ist eine lückenlose Impfprophylaxe, einschließlich regelmäßiger Nachimpfungen, erforderlich. Wer den Impfschutz jetzt vernachlässigt, riskiert ernste Erkrankungen beim Hund. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Hund auch zu Corona-Zeiten gut vor Infektionen schützen können.

Die Corona-Krise beeinflusst alle Bereiche des täglichen Lebens – dazu zählen auch Besuche beim Tierarzt. In den ersten Wochen der Krise haben sich Tierärzte zunächst auf die Behandlung von Notfällen fokussiert und Termine, etwa zu Vorsorgeuntersuchungen, verschoben, um Patientenbesitzer und Praxisteam vor einem Infektionsrisiko in vollen Wartezimmern zu schützen. Doch inzwischen sind Tierarztpraxen und -kliniken mit hervorragenden Hygienekonzepten ausgestattet, sodass Tierhalter Vorsorgetermine, wie etwa die Impfung ihres Hundes, nicht länger aufschieben sollten.

Warum ist die Impfung beim Hund auch zu Corona-Zeiten so wichtig?

Impfungen sind die wichtigsten Maßnahmen, um Infektionskrankheiten zu verhindern – das gilt sowohl für Menschen als auch für Tiere. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben viele unserer Gewohnheiten verändert. Die Besuche beim Tierarzt gestalten sich nun aufwendiger, und so mancher Tierhalter schiebt aus Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus den Gang zum Tierarzt lieber auf. Dabei gilt es zu bedenken, dass ein vernachlässigter Impfschutz den eigenen Hund sowie auch andere Artgenossen einem erhöhten Krankheitsrisiko aussetzt.

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In diesem Video erfahren Sie noch einmal leicht verständlich zusammengefasst, worauf es für einen korrekten Impfschutz bei Ihrem Tier ankommt, und warum dieser so wichtig ist:

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Schutzlos gegenüber bestimmten Krankheiten sind junge Hunde oder Tiere, die noch nie zuvor geimpft wurden. Bei ihnen muss sich zunächst ein Impfschutz aufbauen: Dafür sind zu Beginn mehrere Impfungen in festen, kurzen Abständen von meist wenigen Wochen erforderlich. Tierärzte sprechen auch von einer Grundimmunisierung. Ist diese einmal abgeschlossen, ist der Hund für einen längeren Zeitraum gegen die geimpften Krankheiten geschützt. Ist dieses Zeitintervall wiederum – das je nach Impfung zum Beispiel ein oder drei Jahre andauern kann – verstrichen, sinken die Abwehrstoffe (Antikörper) im Organismus allmählich wieder, und der Impfschutz für Ihren Hund lässt nach. Dies geschieht zwar nicht über Nacht, jedoch kann niemand für den einzelnen Hund sicher sagen, nach welcher Zeit er ohne Auffrischungsimpfung noch genügend Antikörper aufweist, um nicht zu erkranken. Daher sind die Auffrischungsimpfungen für Hunde, die schon eine Grundimmunisierung abgeschlossen haben, ebenso wichtig, um einem Infektionsrisiko aus dem Weg zu gehen.

Ein besonderes Risiko für eine Erkrankung besteht daher bei Hunden, die

  • noch keine Grundimmunisierung erhalten haben,
  • die Grundimmunisierung teilweise erhalten, aber nicht abgeschlossen haben,
  • keine Auffrischungsimpfung zum erforderlichen Zeitpunkt bekommen haben.

Gegen welche Krankheiten sollten Hunde geimpft werden?

Experten der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) geben regelmäßig aktualisierte Impfempfehlungen für Kleintiere heraus.

Sie unterscheiden bei den empfohlenen Impfungen für Hunde zwischen sogenannten “Core-Vakzinen” (“Kern-Impfungen”) und “Non-Core-Vakzinen” (“Nicht-Kern-Impfungen”). Unter die Core-Vakzine fallen jene Impfungen gegen Krankheiten, gegen die ein Hund jederzeit geimpft sein sollte.

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Non-Core-Impfungen richten sich gegen Infektionskrankheiten, gegen die Hunde unter bestimmten Umständen geimpft werden sollten, zum Beispiel, weil das Ansteckungsrisiko für eine Krankheit in einer bestimmten Region oder durch die Haltungsbedingungen (z. B. in einer Zucht) größer ist. Dabei handelt es sich etwa um Infektionskrankheiten wie Zwingerhusten (Bordetella bronchiseptica, Canines Parainfluenza-Virus), Canines Herpesvirus (CHV-1, “Welpensterben”) und Leishmaniose sowie bestimmte Hautpilzerkrankungen (Dermatophytosen).

Core-Impfungen, die ein Hund in jedem Fall erhalten sollte, richten sich gegen die Erkrankungen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Tollwut und die ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis, HCC).

Eine Grundimmunisierung für Hunde erfolgt im Alter von:

  • 8 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC
  • 12 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, Tollwut
  • 16 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, HCC
  • 15 Lebensmonaten: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, Tollwut

Die Grundimmunisierung gilt erst mit der Wiederholungsimpfung gegen die genannten Krankheiten nach einem Jahr als abgeschlossen.

Wann sind Wiederholungsimpfungen beim Hund erforderlich?

Das Zeitintervall, nach dem eine Wiederholungsimpfung (oder auch Auffrischungsimpfung) erfolgen sollte, um einen zuverlässigen Impfschutz zu gewährleisten, variiert für die einzelnen Hundekrankheiten.

Die StIKo Vet empfiehlt folgende Intervalle für die Wiederholungsimpfung beim Hund:

  • Leptospirose (auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit): Gegen diese bakterielle Infektionskrankheit, an der auch Wild- und Nutztiere sowie der Mensch erkranken können, sollten Hunde im Jahresrhythmus geimpft werden. Liegt die letzte Auffrischungsimpfung für Leptospirose mehr als 18 Monate zurück, ist eine erneute Grundimmunisierung ratsam.
  • Parvovirose, Staupe, HCC: Wissenschaftler gehen davon aus, dass für diese Hundekrankheiten ein Impfintervall von drei Jahren ausreichend ist.
  • Tollwut: Gegen Tollwut sollten Hunde eine Auffrischungsimpfung – je nach verwendetem Impfstoff – alle zwei bis drei Jahre erhalten.

Was, wenn aufgrund der aktuellen Situation der Corona-Pandemie ein Tierarztbesuch nicht möglich ist?

Inzwischen haben Tierarztpraxen und -kliniken Hygienekonzepte in ihren Arbeitsablauf integriert, sodass grundsätzlich ein Praxisbesuch zum Impfen Ihres Hundes möglich sein sollte. Allerdings handelt es sich bei der Ausbreitung des Coronavirus um ein dynamisches Geschehen, sodass das Ansteckungsrisiko immer wieder neu bewertet wird und sich die Situation stets ändern kann. Hinzu kommt, dass manche Tierhalter, etwa weil sie einer Risikogruppe angehören, aktuell lieber auf einen Tierarztbesuch verzichten wollen.

Dann ist der beste Rat: Verringern Sie das Infektionsrisiko für Ihren Hund solange, bis eine Impfung wieder möglich ist!

Konkret bedeutet das zum Beispiel “Social Distancing” für ungeimpfte Haustiere oder Tiere mit überfälliger Impfung:

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu anderen Hunden und anderen Haustieren.
  • Halten Sie Ihren Hund bei Spaziergängen stets angeleint.
  • Vermeiden Sie Spaziergänge mit Hund in Gebieten mit hoher Haustierdichte.
  • Besuche in Tierpensionen, Tierheimen und Hundesalons sind tabu.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht aus Pfützen oder für andere Hunde zugänglichen Tränken trinken.
  • Ihr Hund sollte nicht mit Spielzeug anderer Hunde spielen (z. B. Bällchen, Stöckchen etc.).

Für einige Hundekrankheiten besteht ein besonderes Risiko, sich in der Umwelt anzustecken. Dies gilt besonders, wenn Hunde, zum Beispiel noch ungeimpfte Welpen, einen unzureichenden Schutz gegen Leptospirose oder Parvovirose aufweisen.

Leptospirose wird durch Bakterien verursacht. Wildtiere wie Kleinnager, Nutztiere sowie auch der Mensch können mit Leptospiren infiziert sein. Die Bakterien können zum einen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen werden (z. B. durch Bisse), zum anderen scheiden infizierte Tiere die Krankheitserreger mit dem Urin aus, sodass diese in die Umwelt gelangen. Dort können Leptospiren, insbesondere in warmen stehenden oder langsam fließenden Gewässern, lange überleben. Bei Kontakt mit Schleimhäuten (z. B. von Augen, Mund und Nase) oder über kleine Hautverletzungen dringen sie schließlich in den Organismus ein. Eine Leptospirose ist eine sehr ernste Erkrankung und geht beim Hund vor allem mit Funktionsstörungen von Leber und Nieren, Atemwegssymptomen und einer gestörten Blutgerinnung einher.

Parvovirose ist eine Virusinfektion, ausgelöst durch das canine Parvovirus (CPV). Forscher vermuten, dass es ein relativ neu entstandenes Virus ist. Während frühere Virustypen ausschließlich den Hund befielen, können an den neueren und inzwischen am stärksten verbreiteten Virustypen jedoch sowohl Hunde als auch Katzen erkranken. Eine Übertragung zwischen beiden Tierarten ist möglich. Das Virus wird von infizierten Tieren in großen Mengen über den Kot ausgeschieden. Gegenüber Umwelteinflüssen ist es sehr widerstandsfähig und kann über Monate infektiös bleiben. Erkrankte Hunde leiden vor allem unter blutigen Brech-Durchfällen, zudem weisen sie meist eine viel zu geringe Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) auf, wodurch ihre Abwehrkräfte stark geschwächt werden. Gerade für Welpen, die noch keinen Impfschutz aufweisen, kann eine Parvovirose lebensbedrohlich sein.

Da für diese Krankheiten ein “Umwelt-Risiko” besteht, sollten Hunde ohne ausreichenden Impfschutz

  • nicht in Gewässern wie Seen oder Tümpeln baden,
  • nicht aus Pfützen trinken,
  • keinen Kontakt zu Wildtieren oder deren Ausscheidungen haben (z. B. Ställe)
  • keinen Kontakt zu ungeimpften Hunden haben.

Fazit für Impfungen von Haustieren während der Corona-Pandemie

Eine regelmäßige Impfung von Hunden und anderen Haustieren ist essenziell – auch während der Corona-Pandemie. Besonders die Core-Impfungen sind unerlässlich, und jedes Tier sollte gegen die entsprechenden Krankheiten geimpft sein. Welpen sind durch Infektionskrankheiten besonders gefährdet, ihre Grundimmunisierung sollte daher stets rechtzeitig stattfinden und vollständig erfolgen.

Tierärzte fordern auch unter eingeschränktem Praxisbetrieb zu Corona-Zeiten folgende Fälle als Notfallmaßnahme zu behandeln:

  • Grundimmunisierung von Hunden und Katzen,
  • Leptospirose-Impfung von Hunden, wenn das Impfintervall überzogen wurde,
  • Core-Impfungen, wenn das Impfintervall überzogen wurde.

Weiterführende Informationen  


Autorin: Pascale Huber, Tierärztin, Chefredaktion vetproduction GmbH
Datum: Mai 2020
Quellen:
Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI): Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. Stand: 01.02.2019
Mager, F.: Auswirkungen von COVID-19 auf die Impfung von Kleintieren. MSD Animal Health. Stand: 27.05.2020

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