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10 Erziehungstipps für Hunde

 

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Hund auf Wiese

Schlüsselbegriffe in der Hundeerziehung sind Aufmerksamkeit und Motivation. Foto: vetproduction

Hundeerziehung kann eine ganz schön knifflige Angelegenheit sein: Während der eine an der Leine zieht und fremde Tiere anbellt, belagert der andere das Sofa oder zerbeißt Tischbeine und Turnschuhe. Hier finden Sie eine Reihe genereller Tipps zur Hundeerziehung für alle Lebenslagen, damit sich die meisten Probleme bei Ihnen und Ihrem Hund erst gar nicht einschleichen:

 

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Tipp 1: Hundeerziehung beginnt am ersten Tag

Egal ob Welpe oder Senior aus dem Tierheim – sobald der neue tierische Mitbewohner bei Ihnen einzieht, sollten die grundlegenden Regeln im Haus feststehen und eingehalten werden. Es ist viel einfacher, wenn er von Anfang an lernt, dass das Sofa nicht sein Platz ist und dass er nirgendwo hingelangt, wenn er an der Leine zieht. Ungünstige Verknüpfungen im Kopf wieder abzutrainieren ist viel schwieriger, als sie erst gar nicht entstehen zu lassen. Die gute Nachricht: Verhalten lässt sich mit der richtigen Erziehung erlernen, nicht nur bei Welpen, sondern auch bei erwachsenen Hunden.

 

Erziehungstipp 2: Konsequent sein und an einem Strang ziehen

Dem Hund “nur ab und zu” etwas durchgehen zu lassen, was eigentlich nicht erlaubt ist, kann die gute Hundeerziehung und monatelanges Training wieder zunichtemachen. Wer seinem Vierbeiner nur alle paar Wochen ein Leckerli oder einen Happen vom Tisch zusteckt, erzieht einen besonders hartnäckigen Bettler: Fido lernt, dass er nur ausdauernd genug betteln muss, bis irgendwann mal etwas abfällt. Auch wenn nur die Kinder ihm etwas abgeben oder Frauchen und Herrchen sich in der Konsequenz nicht einig sind, lernt das Tier besonders schnell – nämlich die Lücken bei der Erziehung effektiv auszunutzen.

 

Hundeerziehung Rat Nummer 3: Den Hund zum richtigen Verhalten motivieren

Wünschen Sie sich einen aufmerksamen Hund oder Welpen, der mit Freude neue Dinge lernt? Der sich auf Spaziergängen auch in brisanten Situationen abrufen lässt? Dann sorgen Sie dafür, dass er vor allem eines verinnerlicht: Bei Ihnen ist es am Spannendsten und es lohnt sich, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Erziehen Sie ihn von Anfang an konsequent und liebevoll. Bereits Welpen lernen am besten mit positiver Bestärkung. Für viele Tiere eignen sich hierzu Leckerli – was völlig in Ordnung ist, solange diese von der üblichen Futterration abgezogen werden – während einige sich vor allem draußen kaum für Futter oder Leckerli interessieren. Nutzen Sie alles für die Hundeerziehung, was motiviert. Sparen Sie auch nicht daran, ihn begeistert zu loben, wenn er etwas richtig macht. Das wird ihn in seinem positiven Verhalten bestärken.

 

Erziehungstipp 4: Klar mit Ihrem Hund kommunizieren

„Jetzt mach mal schnell Sitz, das Frauchen kommt bald wieder“ oder „Du weißt doch genau, dass Du nicht an die Schuhe gehen sollst“ sind keine geeigneten Sätze, um Ihrem Hund etwas mitzuteilen oder gar ihn zu erziehen. Er ist schließlich kein Mensch, der Ihre Sprache versteht. Ein „Sitz!“ oder „Nein!“, verbunden mit der entsprechenden Geste, reichen in der Hundeerziehung vollkommen aus. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie mit Ihrem Hund reden – aber wer inflationär auf ihn einplaudert, muss sich nicht wundern, wenn er das irgendwann als Hintergrundgeräusch einordnet und letztlich einfach ausblendet. Wenn ein Hund auf „Ich hab dir doch schon tausendmal gesagt, dass du nicht auf die Couch sollst“ tatsächlich reagiert, liegt das daran, dass er die Körpersprache und Tonlage seines Herrchens oder Frauchens zu interpretieren gelernt hat.

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Hundeerziehung Tipp 5: Das richtige Timing entscheidet

Die Bedeutung von richtigem Timing in der erfolgreichen Hundeerziehung ist vielen Hundehaltern gar nicht bewusst. Mit Ihrem Hund zu schimpfen, der eine halbe Stunde zuvor eine Zeitung zerfetzt hat, ist absolut ineffektiv – selbst wenn man ihm die Zeitung um die Ohren haut (was Sie bei der Erziehung tunlichst unterlassen sollten, denn Gewalt dürfen Sie niemals bei Ihrem Hund oder Welpen anwenden!). Hunde leben, anders als Menschen, im Augenblick. Falls er überhaupt etwas versteht, dann höchstens, dass Sie eine Abneigung gegen Zeitungen haben. Gleiches gilt umgekehrt fürs Loben: Wenn Sie Ihren Hund in dem Moment ansprechen oder streicheln, wenn er Sie zur Begrüßung anspringt, bestärken Sie ihn in diesem schlechten Verhalten. Begrüßen Sie ihn lieber dann, wenn alle vier Pfoten den Boden berühren – das erspart Ihnen in Zukunft eine Menge dreckiger Hosen.

Erziehungstipp 6: Hier spielt die Musik!

Viele Hunde können auf Spaziergängen kaum ohne Leine laufen. Die einen brechen zur Jagd in den Wald auf, die anderen sind weg, sobald sie einen anderen Artgenossen sehen. Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen! Um Sie entspannt und ohne Stress auf einem Spaziergang zu begleiten, muss Ihr tierischer Freund lernen, sich an Ihnen zu orientieren. Das bedeutet, dass bei Ihnen “Action” ist! Spielen Sie Apportierspiele mit Ihrem Hund, fragen Sie Kommandos oder kleine Tricks ab, arbeiten Sie mit einem Futterbeutel oder einem Clicker, wechseln Sie zwischendurch spontan die Richtung, leiten Sie Kopf- und Suchspiele (gerne auch mit Leckerli zur Belohnung) ein, kurz: Vermitteln Sie Ihrem Hund, dass es sich lohnt, sich an Ihnen zu orientieren. Das stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch und macht beiden viel mehr Spaß.

 

Hundeerziehung Rat Nummer 7: Langsam die Schwierigkeit steigern

Ihr Vierbeiner soll lernen, alleine zu Hause zu bleiben? Vor allem bei der Erziehung von Welpen ist dies eine Herausforderung, an der so mancher Mensch verzweifelt und gescheitert ist! Beginnen Sie damit, für eine Minute den Raum zu verlassen. Sie wollen Ihrem Hund beibringen, neben dem Fahrrad herzulaufen, ohne dass er an der Leine zieht? Dann radeln Sie nicht sofort in vollem Tempo los. Zuerst sollte Ihr Fido lernen, artig neben Ihnen herzulaufen, während Sie das Rad schieben. Beginnen Sie immer mit dem kleinstmöglichen Schritt und steigern Sie langsam den Schwierigkeitsgrad. Es ist völlig normal, wenn nicht alles von Beginn an klappt: Erziehung braucht Zeit!

 

Richtig erziehen Ratschlag 8: Sich Komplizen für die Erziehung suchen

Wenn Sie mit Ihrem Hund ein gewünschtes Verhalten üben möchten, das andere Menschen oder Tiere involviert, ist es häufig sinnvoll, tierliebe Freunde oder Bekannte einzuweihen. Auch der Kontakt zu anderen Hundebesitzern in einer Hundeschule kann hier sehr wertvoll bei der Erziehung sein. Ihr Hund jagt Joggern hinterher? Dann ist es hilfreich, einen oder zwei Komplizen einzuspannen, die vollkommen gelassene Probe-Jogger abgeben. Ihr Vierbeiner bellt an der Leine andere Tiere oder Menschen an? Dann gibt es keinen besseren Ort, ruhiges Verhalten zu üben, als in einer Hundeschule oder auf einem Hundeplatz. Manche Probleme in der Hundeerziehung lassen sich mit etwas Unterstützung viel besser lösen.

 

Hundeerziehung Tipp 9: Denken wie ein Hund

Häufig hört man von Hundebesitzern Sätze wie “Der weiß genau, dass er etwas falsch gemacht hat” oder “Der will mich nur ärgern, er ist einfach ein Sturkopf”. In 99 Prozent der Fälle ist das aber einfach eine menschliche Fehlinterpretation. Hunde denken nicht wie Menschen in Kategorien wie Richtig und Falsch, sie kennen auch keine Häme und kein schlechtes Gewissen. Natürlich mögen Tiere es nicht, wenn sie merken, dass Herrchen oder Frauchen wütend ist – dann ziehen sie den Schwanz ein, blicken zur Seite oder verkrümeln sich in eine Ecke. Dies ist jedoch reines Beschwichtigungsverhalten und hat nichts mit Scham oder schlechtem Gewissen zu tun. Genauso ist es nicht als Zeichen von Boshaftigkeit und Sturheit zu werten, wenn ein Kommando der Hundehalter ignoriert wird. Das hat in den meisten Fällen ganz pragmatische Gründe: Die Ablenkung ist zu groß oder die Motivation zu gering. Wenn es für Ihren Hund gerade verlockendere Dinge gibt, als auf Sie zu hören, nehmen Sie das nicht persönlich, sondern nehmen Sie sich lieber vor, das Ganze noch einmal mit viel Geduld zu üben.

 

Hundeerziehung Rat Nummer 10: Entspannt und geduldig bleiben

Einer der größten Fehler, den Hundehalter oft machen ist, dass sie zu viel auf einmal erwarten oder frustriert sind, wenn etwas einfach nicht funktionieren mag. Es stimmt: Manchmal fallen Hunde immer und immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster zurück oder scheinen plötzlich alles Gelernte wieder vergessen zu haben. Das ist frustrierend – und vollkommen normal. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihr Vierbeiner wieder in der Leine hängt und zieht wie am ersten Tag als Welpe. Vielleicht sind Sie einen Schritt zu schnell vorgegangen oder das Erlernte ist einfach noch nicht genug gefestigt. Vielleicht haben Ihr Hund oder Sie auch einfach nur einen schlechten Tag. Verlieren Sie nicht den Mut und werden Sie vor allem nicht grob und ungeduldig. Das wird das Tier lediglich verunsichern und es zu weiteren Fehlern und schlechtem Verhalten verleiten. Nur wenn Sie einen kühlen Kopf behalten, schaffen Sie eine angenehme Lernatmosphäre.

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Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A., Dr. Martin Waitz
Datum der letzten Aktualisierung: November 2020
Quellen:
Franzke, Iris; Hoefs, Nicole; Führmann, Petra: Das Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde. Kosmos, Stuttgart 2016
Rütter, Martin: Der Hundeprofi. Kosmos, Stuttgart 2018
Rütter, Martin: Hundetraining mit Martin Rütter: individuell, partnerschaftlich, leise, einfach. Kosmos, Stuttgart 2006
Schlegl-Kofler, K.: Welpen-Erziehung: Der 8-Wochen-Trainingsplan für Welpen. 2010

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