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Neurologische Untersuchung bei Tieren

 

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Hund beim Tierarzt
Bei der neurologischen Untersuchung prüft der Tierarzt auch die Reflexe des Tieres. Foto: vetproduction

Definition:

Was ist eine neurologische Untersuchung bei Tieren?

Eine neurologische Untersuchung bei Tieren ist eine eingehende Untersuchung des Nervensystems. Zum Nervensystem gehören Gehirn, Rückenmark und die Nerven. Die Tierärztin und der Tierarzt stellen mit einer neurologischen Untersuchung fest, ob die Symptome des Tieres auf ein neurologisches Problem zurückzuführen sind.

Mithilfe der neurologischen Untersuchung können Tierärztinnen und Tierärzte eingrenzen, welcher Bereich des Nervensystems des Tieres betroffen ist und so weitere Untersuchungen einleiten, um die Krankheit zu diagnostizieren. Ein Tier kann viele verschiedene Symptome zeigen, wenn das Nervensystem gestört ist; zum Beispiel Lahmheit, Lähmungen, Verhaltensänderungen oder Krämpfe.

Durchführung:

Wie wird eine neurologische Untersuchung bei Tieren durchgeführt?

Eine neurologische Untersuchung bei Tieren gliedert sich in mehrere Schritte.

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Zunächst stellt die Tierärztin bzw. der Tierarzt dem Tierhalter einige Fragen (Vorgeschichte, Anamnese). Informationen über die Entwicklung der Erkrankung, das Alter, die Rasse und den Impfstatus geben viele Hinweise, was dem Tier fehlen könnte. Der Tierarzt führt vor der eigentlichen neurologischen Untersuchung eine klinische Allgemeinuntersuchung durch. Andere Grunderkrankungen können neurologische Probleme, wie epileptische Anfälle, zur Folge haben. Oftmals erhält der Tierarzt Hinweise auf eine andere Erkrankung bereits durch die klinische Untersuchung.

Bei der neurologischen Untersuchung beurteilt der Tierarzt zunächst das Bewusstsein und Verhalten des Tieres. Er beobachtet die Reaktion des Tieres auf seine Umwelt. Nimmt das Tier keinen Anteil an der Umwelt und ist sein Bewusstsein eingeschränkt, ist dies ein Hinweis auf eine neurologische Störung. Bei der Überprüfung der Haltung achtet der Tierarzt darauf, ob das Tier alle vier Beine normal belastet. Er schaut, ob sich das Tier normal und koordiniert bewegt. Störungen können sich beispielsweise in Lahmheit, Lähmung, unkoordinierter Bewegung (Ataxie) oder auch Zwangsbewegungen zeigen.

Bei einer neurologischen Untersuchung beurteilen Tierärztinnen und Tierärzte außerdem die Kopfnerven (auch Hirnnerven) des Tieres. Die zwölf Kopfnerven ermöglichen dem Tier beispielsweise, den Kopf zu bewegen, die Augen zu schließen, zu schlucken und Berührungen zu spüren. Durch unterschiedliche Tests prüft der Tierarzt alle Kopfnerven. Beim Pupillen-Reflex zum Beispiel leuchtet er dem Tier in die Augen und schaut, ob die Pupillen sich entsprechend des Lichteinfalls verkleinern und vergrößern.

Durch den Test der Haltungs- und Stellreaktionen prüft der Tierarzt, ob das Tier sich selbst im Raum richtig wahrnimmt und mit entsprechenden Bewegungen reagiert. Beispielsweise lässt er das Tier auf einem Bein hüpfen oder dreht er die Pfote auf die Vorderfläche und wartet, ob das Tier diese Fehlstellung korrigiert. Des Weiteren testet er die Reflexe an den Hinter- und Vorderbeinen. Beim Kniescheiben-Band-Reflex beispielsweise schlägt er mit einem Gummihammer vorsichtig auf das Kniescheiben-Band des Tieres; bei einem normalen Reflex streckt das Tier das Bein von sich.

Tierärztinnen und Tierärzte stellen durch die neurologische Untersuchung fest, welche Strukturen beim Tier gut funktionieren und welche eingeschränkt sind. Dadurch lässt sich näher eingrenzen, welche Bereiche von der Erkrankung betroffen sind und welche weiteren Diagnose-Methoden (z.B. Blutuntersuchungen, Röntgen-Untersuchung, Magnet-Resonanz-Tomografie) notwendig sind, um die Krankheit zu diagnostizieren.

Anwendungsgebiete:

Wann wird eine neurologische Untersuchung bei Tieren angewandt?

Eine neurologische Untersuchung beim Tier ist sinnvoll, um herauszufinden, ob es sich bei bestimmten Beschwerden um eine Störung des Nervensystems handelt und welche Bereiche betroffen sind. Zum Nervensystem des Tieres gehören das Gehirn, das Rückenmark und die abführenden Nerven. Diese Strukturen sind an fast allen körperlichen Aktivitäten beteiligt, dementsprechend gibt es viele verschiedene Symptome, die auftreten können.

Anzeichen für eine neurologische Erkrankung bei Tieren können unter anderem sein:

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  • Lahmheit, Lähmung
  • Schwäche, Abbau von Muskulatur
  • Krämpfe (Epilepsie)
  • Wesensveränderungen, Verhaltensänderungen
  • Beschwerden beim Harn- und Kotabsatz
  • Drangwandern, im Kreis Laufen, Umkippen
  • Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule

Risiken und Komplikationen:

Welche Risiken birgt eine neurologische Untersuchung?

Eine neurologische Untersuchung bei Tieren ist normalerweise harmlos. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt dringt bei der Untersuchung nicht in den Körper des Tieres ein (nicht-invasives Verfahren). Bleibende Schäden beim Tier, die durch die neurologische Untersuchung selbst entstehen, sind nicht zu erwarten.

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Weiterführende Informationen

Autor: Dr. med. vet. Iris Kiesewetter
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2021
Quellen:
Tipold, A.: Vorlesungsunterlagen klinische Propädeutik beim Kleintier, Neurologische Untersuchung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (Abruf: Oktober 2021)
Maddison, J. et al: Vom Symptom zur Diagnose in der Kleintierpraxis. Thieme 2016
Jaggy, A.: Atlas und Lehrbuch der Kleintierneurologie, Schlütersche, Hannover, 2007

Platt, S., Olby, N.: BSAVA Manual of Canine and Feline Neurology, BSAVA, Gloucester, 2004

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