Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren

MRT beim Hund
Bei der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) werden Schichtaufnahmen des Körpers angefertigt. Foto: vetproduction

Definition:

Was ist eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren?

Die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren ist, ähnlich wie die Computertomografie, ein bildgebendes Verfahren, bei dem Schichtaufnahmen des Körpers aufgenommen werden. Auf den MRT-Bildern sind alle Gewebe erkennbar. Im Unterschied zu einer Röntgen-Untersuchung oder einer Computertomografie, fällt bei der Kernspintomografie keine ionisierende Strahlung an.

Das Prinzip der Magnet-Resonanz-Tomografie bei Tieren nutzt den hohen Wassergehalt des Körpers. Normalerweise liegen die Wasseratome im Körper des Tieres ungeordnet vor. Wird ein Magnetfeld eingeschaltet, ordnen sie sich in einer Richtung an. Wird es abgeschaltet, fallen die Wasseratome wieder in ihren ungeordneten Zustand zurück und senden dabei ein elektromagnetisches Signal aus. Dieses wird bei der MRT von Detektoren aufgefangen und in ein Bild umgerechnet. Aus mehreren Bildern können am Computer dreidimensionale Schichtansichten zusammengesetzt werden. Das MRT-Gerät ist röhrenförmig und ähnelt einem Computertomografen.

Durchführung:

Wie wird eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren durchgeführt?

Für eine Magnet-Resonanz-Tomografie ist es, wie bei der Computertomografie und einer Röntgen-Untersuchung, notwendig, das Tier in Vollnarkose zu legen. Deshalb prüft die Tierärztin oder der Tierarzt zunächst durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutuntersuchung, ob der allgemeine Gesundheitszustand des Tieres eine vollständige Betäubung zulässt. Ist dies der Fall, wird es narkotisiert und in die MRT-Röhre geschoben. Während der Magnet-Resonanz-Tomografie am Tier dürfen sich keine metallischen Gegenstände im Untersuchungsraum befinden.

Bei Hunden, Katzen und anderen Kleintieren kann eine Magnet-Resonanz-Tomografie am gesamten Körper vorgenommen werden. Bei erwachsenen Großtieren wie Pferden werden aufgrund der Größe der verfügbaren Geräte meist nur einzelne Gliedmaßen wie der Kopf, Hals oder Beine mittels MRT untersucht.

Wie kontrastreich ein MRT-Bild ist, hängt unter anderem von der Magnetfeldstärke sowie der Dauer und Stärke der Magnetimpulse ab. Werden diese Faktoren während der Untersuchung variiert, lassen sich die verschiedenen Gewebe sehr gut voneinander unterscheiden. Allerdings steigt dadurch auch die Untersuchungsdauer. Sie liegt bei der MRT zwischen 15 Minuten und drei Stunden. Manchmal verabreicht die Tierärztin oder der Tierarzt zusätzlich ein spezielles MRT-Kontrastmittel, um Gewebe des Tieres besser voneinander abgrenzen zu können.

Anwendungsgebiete:

Wann wird eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren angewandt?

Mit einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren können alle Weichteile, zum Beispiel Bänder, Sehnen und Muskeln, sowie Knochen und das Knochenmark abgebildet werden. Sie macht krankhafte Veränderungen an Knochen und Organen sichtbar.

Die Magnet-Resonanz-Tomografie wird bei Tieren unter anderem eingesetzt, um Wirbelsäulenverletzungen und Bandscheibenvorfälle sowie Schäden an Knorpeln oder Bändern festzustellen. Auch Tumoren, vor allem im Gehirn, und weitere Erkrankungen des Zentralen Nervensystems sind auf dem MRT-Bild gut erkennbar.

Risiken und Komplikationen:

Welche Risiken birgt eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren?

Eine Magnet-Resonanz-Tomografie beim Tier darf nicht durchgeführt werden, wenn das Tier metallische Implantate hat, zum Beispiel einen Gelenkersatz (künstliches Gelenk, Endoprothese) oder Mikrochips. Sie werden durch das Magnetfeld angezogen und können sich verlagern. Außerdem bergen die notwendige Vollnarkose und die Verabreichung von Kontrastmitteln Risiken für das Tier.

Ein Nachteil der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) bei Tieren ist außerdem der hohe Zeitaufwand für die Untersuchung und die anschließende Bildauswertung, da sehr viele Bilder aufgenommen werden. Die Kernspintomografie ist relativ teuer. Daher führen in der Regel nur spezialisierte Praxen und Kliniken eine Magnet-Resonanz-Tomografie durch.

Gegenüber anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen-Untersuchungen oder der Computertomografie hat die Magnet-Resonanz-Tomografie aber den Vorteil, dass das Tier nicht durch Strahlung belastet wird. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Magnet-Resonanz-Tomografie eine unschädliche Methode.

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Weiterführende Informationen

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2021
Quellen:
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch Online. De Gruyter (Abruf: Oktober 2021)
Baumgartner, W. (Hrsg.): Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere. Enke, Stuttgart 2017

Schmidt, M. et al.: MRT-Atlas ZNS-Befunde bei Hund und Katze. Enke, Stuttgart 2017
Hecht, S.: Röntgendiagnostik in der Kleintierpraxis. Schattauer, Stuttgart 2012