Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren

Rasur Kater
Vor einer Gewebeprobe-Entnahme bei Tier wird die relevante Hautpartie geschoren. Foto: vetproduction

Definition:

Was ist eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren?

Bei einer Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren wird untersucht, ob in einem Gewebe des Tieres Zellen verändert sind. Dazu entnimmt die Tierärztin oder der Tierarzt ein kleines Stück Gewebe mit einer Biopsienadel, einem Stanzinstrument oder einem Skalpell.

Eine Biopsie bei Tieren kann an unterschiedlichen Geweben durchgeführt werden und gibt Aufschluss über eine Vielfalt von Erkrankungen, die mit Zellveränderungen einhergehen. Es ist möglich, Gewebeproben der Haut, Knochen, Muskeln, Lymphknoten und inneren Organe zu entnehmen.

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Durchführung:

Wie wird eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren durchgeführt?

Für die Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren schließt die Tierärztin oder der Tierarzt zunächst durch eine Blutuntersuchung aus, dass die Blutgerinnung beim Tier gestört ist. Danach wird die relevante Hautpartie geschoren. Der Tierarzt spritzt ein örtliches Betäubungsmittel und führt die Biopsie durch. Es ist sinnvoll, zwei bis drei Gewebeproben zu entnehmen, um eine genauere Diagnose zu erhalten. Es gibt verschiedene Biopsie-Methoden.

Oberflächliche Gewebeproben bei Tieren lassen sich am einfachsten mit sogenannten Hautstanzen gewinnen. Diese stanzen die Probe durch ihren scharfen Rand aus der Haut, wenn der Tierarzt das Instrument leicht andrückt und dreht. Die Gewebeproben sind etwa drei bis sieben Millimeter groß. Sind nur einige Hautzellen für die Untersuchung notwendig, macht der Tierarzt ein sogenanntes Hautgeschabsel. Dabei kratzt er an der zu untersuchenden Stelle Hautzellen ab, bis es leicht blutet und streicht die Probe auf einem Objektträger aus.

Tiefere Gewebeproben oder Proben von inneren Organen werden mit speziellen Biopsie-Hohlnadeln entnommen. Das Probenmaterial hat einen Durchmesser von etwa ein bis zwei Millimeter. Führt die Tierärztin oder der Tierarzt eine Gewebeproben-Entnahme an den Bauchorganen des Tieres durch, ist es sinnvoll, mit einem Ultraschall-Gerät die Position der Biopsie-Hohlnadel zu kontrollieren.

Für eine Biopsie von Knochengewebe verwendet der Tierarzt einen sogenannten Trepan, eine Art Miniatur-Bohrer. Die Entnahme wird mit einer Röntgen-Untersuchung oder einer Computertomografie (CT) kontrolliert.

Manchmal ist es notwendig, eine Gewebeprobe beim Tier chirurgisch zu entnehmen. Dabei schneidet der Tierarzt ein kleines Stück Gewebe mit einem Skalpell ab. Dazu ist eine Vollnarkose des Tieres notwendig. Diese Technik wird daher in der Regel im Rahmen anderer Untersuchungsverfahren wie der Bauchspiegelung (Laparoskopie) angewendet.

Anwendungsgebiete:

Gewebeprobe
Wird die Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) beim Tier richtig durchgeführt, sind die Risiken sehr gering. Foto: vetproduction
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Wann wird eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren angewandt?

Gewebeproben-Entnahmen (Biopsien) bei Tieren werden durchgeführt, um alle Arten von Zellveränderungen nachzuweisen. Damit ist es möglich, zwischen gut- und bösartigen Gewebeveränderungen zu unterscheiden. Die Biopsie ist deshalb ein wichtiges Verfahren, um Krebserkrankungen beim Tier festzustellen.

Gewebeproben-Entnahmen bei Tieren liefern außerdem Hinweise auf Lymphknoten- und Lebererkrankungen. Bei Hautwunden, die längere Zeit nicht verheilen, lässt sich durch eine Biopsie feststellen, ob eine Infektion mit sogenannten Mykobakterien vorliegt.

Risiken und Komplikationen:

Welche Risiken birgt eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) bei Tieren?

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Wird die Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) beim Tier richtig durchgeführt, sind die Risiken sehr gering. Generell können Blutergüsse und Nachblutungen auftreten. Außerdem sind Verletzungen gesunden Gewebes möglich. Bei der Entnahme von Tumorgewebe ist es wichtig, dass die entarteten Zellen nicht mit gesundem Gewebe in Kontakt kommen, da sonst neue Tumoren entstehen können. Bei der chirurgischen Gewebe-Entnahme können die allgemeinen Risiken einer Vollnarkose auftreten, zum Beispiel Kreislaufbeschwerden.

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Weiterführende Informationen

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2021
Quellen:
Baumgärtner, W. Gruber, A.D.: Spezielle Pathologie für die Tiermedizin. Thieme 2020
Baumgärtner, W. (Hrsg.): Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere. Enke, Stuttgart 2017
Kohn, B. Schwarz, G.: Praktikum der Hundeklinik. Enke Verlag 2017
Maddison, J. et al: Vom Symptom zur Diagnose in der Kleintierpraxis. Thieme 2016

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