Blutdruck-Messung bei Tieren

Blutdruck-Messung beim Hund
Blutdruck-Messung beim Hund. Foto: vetproduction

Definition:

Was ist eine Blutdruck-Messung bei Tieren?

Die Blutdruck-Messung bei Tieren ist ein Verfahren, bei dem der Druck bestimmt wird, der in den Blutgefäßen und im Herzen herrscht. Der Blutdruck gibt unter anderem Auskunft darüber, wie leistungsfähig das Herz und wie elastisch die Gefäßwände sind. Er setzt sich aus zwei Werten zusammen, dem diastolischen und dem systolischen Blutdruck.

Der systolische Blutdruck ist der höhere Wert. Er wird zu dem Zeitpunkt gemessen, an dem sich das Herz zusammenzieht und das Blut aus dem Herzen gepresst wird. Der diastolische Blutdruck stellt dagegen den Druck dar, während der Herzmuskel erschlafft und das Blut einströmt.

Es gibt verschiedene Methoden der Blutdruck-Messung bei Tieren. In der Praxis kommen vor allem indirekte Verfahren zur Anwendung, da sie einfacher durchzuführen sind und weniger Risiken bergen.

Durchführung:

Wie wird eine Blutdruck-Messung bei Tieren durchgeführt?

Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen die Blutdruck-Messung bei Tieren möglich ist. In der Regel werden indirekte Methoden angewendet. Dazu legt die Tierärztin oder der Tierarzt eine aufblasbare Manschette um ein Bein oder den Schwanz des Tieres. Die Manschette unterbricht dabei kurzzeitig den Blutstrom. Anschließend verringert der Tierarzt langsam den Druck der Manschette und kontrolliert dabei, wie das Blut zurückströmt. Ein angeschlossener Druckmesser (Manometer) zeigt den Blutdruck an. Das Tier kann während der Blutdruck-Messung ruhig sitzen oder liegen.

Bei der direkten Blutdruck-Messung bei Tieren wird der Blutdruck ermittelt, indem eine Nadel oder ein mit Flüssigkeit gefüllter Katheter in eine Arterie eingebracht wird. Dieses Verfahren ist für das Tier unangenehmer und mit einigen Risiken verbunden. Daher wird es in der tierärztlichen Praxis normalerweise nicht angewendet. Lediglich in Notfallsituationen kommt die direkte Blutdruck-Messung bei Tieren manchmal zum Einsatz.

Für eine zuverlässige Blutdruck-Messung bei Tieren ist es wichtig, dass das Tier nicht zu nervös ist, da sonst fälschlich hohe Werte gemessen werden. Dazu ist es hilfreich, wenn sich das Tier einige Minuten vor der Blutdruck-Messung an die Umgebung gewöhnen kann. Außerdem ist es ratsam, das Tier möglichst zwanglos zu fixieren. Um präzise Messergebnisse zu erhalten, ist es notwendig, dass das Tier möglichst ruhig bleibt. Außerdem ist es sinnvoll, den Blutdruck mehrmals zu messen (etwa drei- bis fünfmal).

Welcher Blutdruck normal ist, hängt unter anderem von der Tierart, der Rasse, dem Geschlecht und dem Alter des Tieres ab.

Anwendungsgebiete:

Operation
Bei einer Operation wird der Kreislauf des Tieres durch regelmäßiges Blutdruck messen kontrolliert. Foto: vetproduction

Wann wird eine Blutdruck-Messung bei Tieren angewandt?

Die Blutdruck-Messung bei Tieren wird durchgeführt, um einen zu hohen (Hypertonie) oder zu niedrigen (Hypotonie) Blutdruck festzustellen. Außerdem ist eine Blutdruck-Messung wichtig, wenn ein Tier in Narkose gelegt wird beziehungsweise in Notfallsituationen, um den Kreislauf zu überwachen.

Ein zu hoher Blutdruck tritt oft infolge verschiedener Krankheiten auf, zum Beispiel:

Auch bestimmte Medikamente (z.B. Kortison) und Hormone (z.B. Progesteron) können den Blutdruck erhöhen. Eine Hypertonie ist außerdem oft die Folge von Übergewicht bei Tieren.

Risiken und Komplikationen:

Welche Risiken birgt eine Blutdruck-Messung bei Tieren?

Die Blutdruck-Messung bei Tieren mittels indirekter Methoden birgt keine Risiken, da dafür nicht in den Körper des Tieres eingegriffen wird (nicht-invasiv). Die direkte Blutdruck-Messung in der Arterie ist mit Risiken wie Blutungen, Blutergüssen und Infektionen verbunden. Außerdem ist sie für das Tier oft unangenehm. In der tierärztlichen Praxis wird die direkte Blutdruck-Messung bei Tieren deshalb normalerweise nicht durchgeführt.

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Weiterführende Informationen

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2021
Quellen:
Baumgärtner, W. Gruber, A.D.: Spezielle Pathologie für die Tiermedizin. Thieme 2020
Kohn, B. Schwarz, G.: Praktikum der Hundeklinik. Enke Verlag 2017
Maddison, J. et al: Vom Symptom zur Diagnose in der Kleintierpraxis. Thieme 2016