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Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen
Donnerstag, 16. Juni 2011 @ 14:34 In Kaninchenkrankheiten
Eine Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) ist ein häufiges Augenproblem bei Kaninchen. Krankheitserreger und Reizstoffe können dazu führen, dass sich die Bindehaut des Auges entzündet. Bei einer Konjunktivitis ist die Bindehaut geschwollen und gerötet. Teilweise ist auch Eiter erkennbar.
Eine leichte Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen kann von selbst ausheilen. Um eine ernste Erkrankung auszuschließen, empfiehlt sich allerdings immer eine Besuch beim Tierarzt. Dieser ist besonders wichtig, wenn Eiter am Auge auftritt.
Eine Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen kann verschiedene Ursachen haben. In allen Fällen ist die Bindehaut des Auges gereizt und oftmals bildet sich Eiter. Bei einer Bindehaut-Entzündung weiten sich die feinen Blutgefäße im Auge, wodurch die Bindehaut gerötet erscheint. Mögliche Ursachen einer Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen sind:
Eine Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) ruft beim Kaninchen typische Symptome hervor. So fällt zunächst auf, dass die Lid-Bindehaut anschwillt und sich das betreffende Auge rötet. Auch besteht Juckreiz – das Kaninchen kratzt sich bei einer Bindehaut-Entzündung häufig am Auge, wodurch sich die Symptome noch verstärken.
Zusätzlich tritt bei einer Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen A [1]ugenausfluss [1] auf, der entweder durchsichtig und flüssig (serös) erscheint, oder – bei einer Infektion – eitrig und zähflüssig ist.
Ein Tierarzt kann die Diagnose einer Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen meist leicht stellen: Das betroffene Auge ist gerötet und die Bindehaut geschwollen. Das Kaninchen kratzt sich häufig am Auge. In einigen Fällen geht die Bindehaut-Entzündung mit anderen Beschwerden einher, etwa einem Kaninchenschnupfen.
Um die Ursachen der Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen zu diagnostizieren, erkundigt sich der Tierarzt, seit wann die Beschwerden bestehen. Auch möchte er wissen, ob ein Auslöser für die Augenreizung bekannt ist, etwa Zugluft oder eine vorherige Verletzung am Auge.
Der Tierarzt untersucht die Augen des Kaninchens genau und achtet auf Entzündungszeichen wie Schwellung oder Rötung der Bindehaut. Ist Eiter erkennbar, kann der Tierarzt auf eine Infektion als Ursache der Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen schließen. Zur genauen Diagnose entnimmt er eine Probe des Augensekrets und lässt im Labor mögliche Krankheitserreger nachweisen. Zusätzlich spült er den Tränen-Nasen-Gang des Kaninchens, um zu prüfen, ob er verstopft ist.
Eine Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen erfordert eine tierärztliche Behandlung – welche Therapie geeignet ist, richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Lösen zum Beispiel Fremdstoffe oder Chemikalien die Reizung aus, entfernt der Tierarzt sie, indem er das Auge vorsichtig spült. Anschließend ist es wichtig, das Kaninchen vor einer weiteren Augenreizung zu schützen, damit die Bindehaut-Entzündung abheilen kann. Augensalben oder Augentropfen unterstützen die Heilung. Sie enthalten oftmals Kortison, das entzündungslindernd wirkt.
Eine Behandlung des Kaninchens mit Kortison-Präparaten empfiehlt sich bei allen Formen von Bindehaut-Entzündungen, die nicht durch eine Infektion bedingt sind. Sind dagegen Krankheitserreger wie Bakterien die Entzündungsursache, verordnet der Tierarzt Antibiotika. Diese hemmen das Wachstum von Bakterien oder töten sie ab. Zur Behandlung der Bindehaut-Entzündung erhält dann das Kaninchen zum Beispiel antibiotikahaltige Augentropfen. Auch hier spült der Tierarzt zuvor die Augen des Kaninchens, um Eiter und Krankheitserreger zu entfernen.
Die Prognose einer Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen ist in der Regel gut. Gelingt es, die Auslöser zu erkennen und zu beseitigen, heilt die Konjunktivitis meist problemlos wieder ab. Hat zum Beispiel Zugluft zur Bindehaut-Entzündung geführt, hilft es, den Käfig des Kaninchens an einer geschützten Stelle aufzustellen.
Eine Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen kann auch andere Erkrankungen als Ursache haben, etwa Kaninchenschnupfen oder eine Entzündung des Tränen-Nasen-Kanals. Dann hängt die Prognose davon ab, ob sich die Grunderkrankung gut behandeln lässt. Hat eine Infektion zur Bindehaut-Entzündung beim Kaninchen geführt, helfen meist Antibiotika. Unbehandelt können sich die Krankheitserreger weiter auf die Augen des Kaninchens ausbreiten und dort zu Entzündungen führen.
Einer Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen lässt sich meist vorbeugen, indem man das Tier vor Zugluft und Reizstoffen schützt. Es ist wichtig, den Käfig bzw. Stall an einem geschützten Ort aufzustellen und regelmäßig zu säubern, damit das Kaninchen nicht übermäßig Ammoniak ausgesetzt ist – Ammoniak ist eine Verbindung, die aus Ausscheidungen frei wird und die Augen des Kaninchens reizt. Um einer Bindehaut-Entzündung vorzubeugen, ist es empfehlenswert, staubarme Einstreu zu verwenden. Durch eine gute Käfig- bzw. Stall-Hygiene und eine artgerechte Ernährung ist das Kaninchen außerdem seltener von Infektionen betroffen.
Kommt es durch Rangkämpfe rivalisierender Männchen häufiger zu (Augen-)Verletzungen, rät der Tierarzt eventuell zur Kastration des Kaninchens. Teilweise helfen größere „Reviere“, um Aggressionen unter den Kaninchen abzubauen. Neigt das Kaninchen häufig zu Augenproblemen, empfiehlt der Tierarzt eventuell spezielle Augentropfen zur längerfristigen Anwendung. Mit ihnen lässt sich einer Bindehaut-Entzündung vorbeugen.
Bei einer Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen empfiehlt sich ein baldiger Besuch beim Tierarzt. Er kann die genauen Ursachen der Augenprobleme feststellen und eine angemessene Therapie empfehlen. Damit lassen sich die Beschwerden der Bindehaut-Entzündung mildern und möglichen Komplikationen vorbeugen. Auf keinen Fall sollte man die Augen des Kaninchens mit Kamillentee oder Ähnlichem ausspülen, da sich dadurch die Bindehaut-Entzündung verstärken kann.
Autor: Dipl.-Biol. Birgit Hertwig
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: Januar 2011
Quellen:
Ewringmann, A.: Leitsymptome beim Kaninchen. Thieme Verlag, Stuttgart 2005
Gabrisch, K.; Zwart, P.: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche, Hannover 2007
Moraillon, R.; Legeay, Y.: Lexikon Kleintiere. Urban & Fischer Verlag, München 2009
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